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Ägypten

© Text und Photos: Silke Wolff Meine erste große Reise außerhalb von Europa sollte nach Ägypten gehen. Die Reise war der Beginn zahlreicher Fernreisen mit Zielen auf der ganzen Welt. Das Land der Pharaonen, die Tempelanlagen am Nil zog mich und zwei meiner engsten Freunde magisch an. Lange Monate hatten wir auf diese Reise gespart. Erst erkundeten wir ein paar Tage die Hauptstadt Kairo. Von Assuan aus buchten wir einen Abstecher nach Abu Simbel am Nasser Stausee. Mit einem Nil-Kreuzfahrtschiff fuhren wir stromabwärts. Zum Abschluss verbrachten wir ein paar Badetage in Hurghada am Roten Meer. Cheops-Pyramide und Sphinx

1. Tag: nach Kairo

Die zurückbleibenden Leute aus unserer Clique verabschiedeten uns früh am Morgen des 21.04.1989 am Bielefelder Bahnhof. Mit dem Zug ging es zum Frankfurt Flughafen. Gegen Mittag startete der Lufthansaflug nach Kairo. Vor dem Flug gab es noch ein letztes Menü von McDonalds. Auch dieses Ritual sollte mich über die Jahre begleiten. Für den dreitägigen Aufenthalt in Kairo bezogen wir unser Zimmer im Nile Hilton Hotel. Vom Balkon hatten wir einen wunderschönen Panoramablick auf den Nil. der Nil

2. Tag: Alt-Kairo

Kairo ist die Hauptstadt Ägyptens. Mit mehreren Millionen Einwohner ist sie die größte Stadt des afrikanischen Kontinents. In der Altstadt stehen viele Gebäude islamische Baukunst, die als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt sind. Für einen ersten Überblick startete die Entdeckungstour im Ägyptischen Museum. 1902 eröffnet, ist es das größte Museum für altägyptische Kunst. Bereits in der Eingangshalle begrüßte mich die Doppelsitzstatue von Amomenophis III. und Teje. Eines der bekanntesten Ausstellungsstücke ist sicherlich die Totenmaske des Pharaos Tutanchamun. Ich war sehr eingenommen, Schließlich schmückte dieses Bild mein erstes Schulgeschichtsbuch. Totenmaske des Pharaos Tutanchamun Eine der wenigen erhaltenen Befestigungsanlagen der Stadt ist die Zitadelle. Die Anlage wurde Anfang des 12. Jahrhunderts zur Verteidigung gegen die Kreuzritter gebaut. Von dem Hügel öffnet sich der weite Blick, bei klarem Wetter bis zu den Pyramiden, über die Stadt. In der Zitadelle befindet sich die Mohammed-Ali-Moschee. Da der Innenraum mit Alabaster verkleidet ist, wird sie auch Alabastermoschee genannt. Mohammed-Ali-Moschee Im Gebetsraum nahmen wir unter dem kreisförmigen Leuchter Platz und sahen in die große goldverzierte, zum Teil mit Koransprüchen versehene Hauptkuppel. Es war für mich das erste Mal, dass ich eine Moschee aus nächster Nähe und von innen zu sehen bekam. Die Sultan-Hassan-Moschee wurde Mitte des 14. Jahrhunderts vom Sultan erbaut. Der Gebäudekomplex umfasst nicht nur die Moschee, sondern auch vier Medresen und das Mausoleum des Sultans. Die Anlage weist einige bauliche Besonderheiten auf, wie z.B. der unregelmäßige Plan.

3. Tag: Sakkara, Memphis, Gizeh

Es stand ein Ausflug auf dem Programm, der uns außerhalb der Stadt zu den berühmten Pyramiden Ägyptens bringen sollte. Ein Grund, warum wir nach Ägypten gereist waren. Etwa 20 km südlich von Kairo liegt die bedeutendste Nekropole des alten Ägyptens. Seit der 1. Dynastie wurde das Gebiet als Begräbnisstätte genutzt. In der 2. Dynastie wurden hier die ersten Könige bestattet. Mit der Stufenpyramide des Pharaos Djoser begann der Pyramidenbau. Stufenpyramide des Pharaos Djoser Memphis wurde bereits 3000 v. Chr. gegründet und war einst die Hauptstadt und wichtigste Stadt des alten Ägyptens. Die größten Sehenswürdigkeiten sind die Kolossalstatue Ramses II. und die Alabaster-Sphinx. Alabaster-Sphinx in Memphis Dritte Station des Tages und für mich der absolute Höhepunkt waren die berühmten Pyramiden von Giseh und die Sphinx. Die Pyramiden sind das Einzige erhaltene der sieben antiken Weltwunder. Nach an der Sphinx entdeckte ich, dass die Nase der Sphinx bereits abgefallen war und in Stücken unterhalb des Plateaus lag. Steil stiegen wir in die Kammern der mittleren Chephrenpyramide hinab. Die dunkle Enge und die Vorstellung, dass sich unendliche Steinmassen über mir befanden, empfand schon ein bisschen beklemmend. die Pyramiden von Gizeh

4. Tag: koptisches Kairo – Khan-Khalili-Basar

Die Koptisch-Orthodoxe Kirche der Heiligen Jungfrau Maria oder Hängende Kirche ist eine der ältesten Kirchen Ägyptens. In der Kirche befinden sich 110 Ikonen. Die Älteste stammt bereits aus dem 8. Jahrhundert. Im Koptischen Museum wird die Geschichte des Christentums dokumentiert. Koptisches Museum Nach so viel Geschichte blieb uns Zeit eigenständig über den Khan-Khalili-Bazar zu schlendern. Der Basar aus dem 14. Jahrhundert ist der größte Afrikas. Es wurde im 14. Jahrhundert als Karawanserei und Handelshof gegründet. Ich fand die Händler etwas aufdringlich. Die dunkle Sonnenbrille schütze aber.

5. Tag: Abu Simbel - Assuan

Nach einer sehr kurzen Nacht verließen wir unser Hotel mitten in der Nacht. Früh um 5:15 Uhr startete der Flug von Kairo nach Assuan. In Assuan wechselten wir nur das Flugzeug, um noch 240 km weiter nach Süden an die Grenze zum Sudan zu fliegen. Hier befindet sich der Felsentempel des Pharaos Ramses II. und der Hathor-Tempel der Nefertari. Die Tempel drohten mit dem Bau des Nasser Stausees in den 1950er-Jahren zu versinken. Um die Tempelanlagen zu retten, wurden sie Stück für Stück zerlegt und höher wieder errichtet. Der Tempel wird heute von einer Stahlbetonkuppel gehalten, die durch Sand, Geröll und Felsen verborgen wird. Bei dem sog. „Sonnenwunder“ werden zweimal im Jahr die vier Götterstatuen im Inneren beleuchtet. 150 m entfernt ließ Ramses II. den Hathor-Tempel für seine Frau Nefertari errichten. Tempel von Abu Simbel Gegen Mittag checken wir auf unserem luxuriösen Nil-Kreuzfahrtschiff, dem Diamond Boat ein. Auf dem Flusskreuzfahrtschiff fuhren wir die nächsten 4 Tage nilabwärts bis Luxor. Diamond Boat Spät am Nachmittag stiegen wir auf eine Feluke. Das traditionelle Nilschiff glitt mit ihren weißen Segeln fast lautlos über den Nil und durch den ersten Katarakt. Ich genoss die Ruhe, den kühlenden Fahrtwind und die einmaligen Bilder. Gern hätte ich auf der Terrasse des berühmten Old Cataract Hotel gesessen. Das Hotel diente bereits Agatha Christie als Schauplatz ihres Romans „Tod auf dem Nil“. Gegenüber strahlt die weiße Villa der Begum in der Sonne. In unmittelbarer Nähe steht das Mausoleum des Aga Khans. Assuan In dem Botanischen Garten auf der Kitchener-Insel schlossen wir den langen ereignisreichen Tag.

6. – 9.Tag: Philae – Kom Ombo – Luxor/Theben

Das erste Stück fuhr unser Boot ca. 7 km stromaufwärts, bis zum Hochdamm des Nasser-Stausees.  Der 500 km lange See staut das Wasser bis in den Sudan hinein. Er gehört damit zu den größten Seen der Erde. Die Insel Philae wurde schon von dem alten Stausee überflutet. In den 1970er-Jahren wurde der Tempel von Philae dann ebenfalls auf die einige 100 Meter entfernte Insel Agilkia verlegt. Der Haupttempel ist der Göttin Isis geweiht. Zu der Anlage gehören mehrere Kioske und Tempel. Tempel von Philae Nilabwärts fahrend zog, während wir auf dem oberen Sonnendeck die Wärme genossen, die einmalige Landschaft des Nilufers vorbei. Feluken segelten ruhig dahin. Die grünen Felder wechselten sich mit dem Sand der Wüste ab. Es war viel zu schade, auf einer Liege dahin zu träumen. So standen wir an Deck, dass wir bloß nicht verpassten. Nillandschaft Nach dem Nachmittagstee legte das Schiff direkt vor dem Doppeltempel von Kom Ombo an. Die Tempel waren dem falkenköpfigen Haroeris (links) und dem Krokodilgott Sobek (rechts) geweiht. An einer Tempelwand bestaunte ich eine der berühmtesten Darstellung: die medizinischen Instrumente. Die Darstellung sind einige tausend Jahre alt, sehen aber den heutigen Instrumenten sehr ähnlich. Doppeltempel Kom Ombo Am Abend erwischte uns leider das, was wohl keinem Ägyptenreisenden erspart bleibt. Auslöser aus unserer Sicht waren wohl die mit Hackfleisch gefüllten Cannelloni vom Mittag. Unser Reiseleiter organisierte Medikamente aus dem französischen Hospital. Die Kapseln wirkten gut. Nach einer unruhigen anstrengenden Nacht war ich am nächsten Morgen wieder so weit hergestellt, dass ich am Ausflugsprogramm teilnehmen konnte, wenn auch mit zitternden Knien. Inzwischen hatten wir nämlich auch das Ziel unserer Nil-Kreuzfahrt, Luxor erreicht. Um die Stadt herum liegen zahlreiche Sehenswürdigkeiten des antiken Theben. Gesäumt von hohen Bergen besichtigten wir die Gräber in Tal der Könige am westlichen Nilufer. In dieser riesigen Nekropole sind hauptsächlich Königsgräber. Viel Gräber sind zwar inzwischen geplündert, trotzdem fand man hier Anfang des 20. Jahrhunderts das unversehrte Grab des Tutanchamun. Den goldenen Mumiensarg konnten wir besichtigen. Er ist mit dickem Panzerglas gesichert. Tal der Könige Beindruckend liegt der terrassenförmige Totentempel der Hatschepsut am Fuß einer steilen Felswand. Es ist eine der am Besten erhaltenden Tempelanlagen. Er war ein sog. Millionenjahrhaus, indem Barkenprozessionen stattfanden, bei denen das Kultbild des betreffenden Gottes in den Tempel gebracht wurde. Totentempel der Hatschepsut Auf dem Rückweg zum Schiff stoppen wir für Fotos an den Memmon-Kolossen. Die riesigen Statuen stammen aus dem 14. Jahrhundert v. Chr. und standen ursprünglich vor den Pylonen des Tempels Amenophis II.. Dieser Lehmziegentempel löste sich durch die Überschwemmungen des Nils nach und nach auf. Übrig blieben die 17 bis 18 Meter hohen Kolossalstatuen. Memmon-Kolosse Zur Tea-Time waren wir zurück auf dem Schiff. Angeschlagen, wie wir waren, verbrachten wir den Nachmittag entspannt auf dem Sonnendeck und im Pool. Schließlich hatten wir für den Abend Tickets für die Sound & Light Show im Karnak-Tempel gebucht. Angestrahlt und mit spektakulären Lichteffekten untermahlt, wird die Geschichte und das Leben in dem Tempel des alten Theben erzählt. Am nächsten Morgen besichtigen wir dann die großflächige Tempelstadt von Karnak. Sie war Kultstätte, Königsresidenz, Schatzkammer und Wirtschaftszentrum. Die Anlage besteht aus drei Bereichen, dem Bezirk des Amun, dem Bezirk des Month und dem Bezirk der Mut sowie weiteren Tempeln.  Die Götter Amun, Mut und Chons bilden die Tempel-Triade von Theben. Tempelanlage von Karnak Ein Skarabäus gilt in Ägypten als Glückbringer, besonders der große Granitskarabäus in Karnak. Wir umrundeten ihn 7 mal, damit unser Wunsch in Erfüllung gehen sollte. An dem liegenden Oberteil des Hatschepsut-Obelisken sind die Hieroglyphen gut zu erkennen. Riesig erschien mir der große Säulensaal. Die 134 Säulen erreichen immerhin eine max. Höhe von bis zu 21 Metern. Die Besucher sahen dagegen winzig aus. Eingang zum Säulensaal Die Wege im Tempel sind von zahlreichen Sphinxen gesäumt. Besonders sind die Sphinx-Alleen im großen Hof und vor dem Eingang des Karnak Tempels. Eine Sphinxen-Allee verbindet den Karnak-Tempel mit dem Luxor-Tempel, unserem nächsten Ziel. Der Tempel, ursprünglich wahrscheinlich als Heiligtum gebaut und war dem Gott Amun, seiner Gemahlin Mut und ihrem gemeinsamen Sohn, dem Mondgott Chons geweiht. Von vielen Pharaonen wurde er erweitert und umgebaut. Selbst Alexander der Große veranlasste Umbauten. 6 Kolossalstatuen des Ramses II standen ursprünglich vor dem Haupteingang. Es waren immerhin noch zwei sitzende und eine stehende Statue erhalten. Von den ursprünglich zwei Obelisken aus Rosengranit, vor dem großen Pylon steht heute eine auf dem Place de la Concorde in Paris. 1. Pylon Luxor Tempel So langsam hieß es Abschied nehmen von der Welt des alten Ägyptens und wieder in die Gegenwart zu gelangen. An Bord unseres Nilschiffes stand das Abschieds-Gala-Dinner auf dem Plan. Das erste Mal seit Tagen verspürte ich wieder ein Hungergefühl. Deshalb freute ich mich auf das leckere Essen. Als ich allerdings vor dem Buffet stand, gab es doch nur ein trockenes Brötchen und eine Cola auf dem Sonnendeck. Mehr wollte mein Magen noch nicht aufnehmen.

10. – 13. Tag: Hurghada

Am nächsten Morgen brachte uns ein Kleinbus zu unserem Badeaufenthalt nach Hurghada am Roten Meer. Die Fahrt führte zuerst durch die fruchtbaren Felder des Niltales, bevor wir Kilometer um Kilometer durch die Steinwüste fuhren. Unerfahren, wie ich war, hatte ich mir eine Wüste ausschließlich als Sandwüste vorgestellt. Deshalb überraschte es mich, dass der Weg uns hier durch eine Steinwüste führte. Ich war aber von  Anfang an fasziniert. Mein Interesse an Wüsten war damit geweckt. Felder im Niltal die Wüste In Hurghada angekommen, lagen vier entspannende und erholsame Tage im Sheraton Hotel Hurghada vor uns. Am Hotelpool gab es zu Mittag erst einmal eine Portion Pommes. Meinem Magen ging es von nun an wieder besser. Das leckere Essen konnte ich wieder genießen. Wir verbrachten die restlichen Urlaubstage ausschließlich am Strand und in der Sonne. Sheraton Hotel Hurghada Strand

14. – 15. Tag: Heimreise

Auf unserem Rückflug nach Deutschland verbrachten wir noch eine kurze Nacht im Nile Hilton Hotel in Kairo. Mitten in der Nacht und ohne Frühstück mussten wir das Hotel bereits verlassen. Die Sicherheitskontrollen am Flughafen waren sehr intensiv. Es wurde jedes Teil, aber auch wirklich jedes Teil des Handgepäcks ausgepackt und gecheckt. So dauerte es entsprechend lang. Als ich endlich in der Lufthansamaschine saß, hatte ich so einen Hunger, dass mir nicht gut war. Eine Stewardess muss es mir angesehen haben. Sie fragte, ob mir nicht gut wäre und sie helfen könnte. Auf meine Bitte servierte sie umgehend ein gutes deutsches Frühstück mit Rührei und einem aufgebacken Brötchen. Danach ging es mir wieder gut und wir konnten in Richtung Düsseldorf starten. Es war das erste Mal, dass ich in eine mir völlig fremde Kultur abtauchte. Es war der Auftakt vieler langer Reisen in ferne Länder.
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Silke Wolff
Die Vorstellung ist wundervoll, aber noch wundervoller ist das Erlebnis! (Oskar Wilde)
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