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Bohuslän

© Text und Photos: Silke Wolff Die Küste von Bohuslän, nördlich von Göteborg, zog mich mit seinen einmaligen Landschaften aus Schären, Granitfelsen und Seebädern magisch an. Zwei meiner Lieblingsorte in West-Schweden, Marstrand und Smögen, wurden angelaufen. Wochenlang freute ich mich auf die Tour. Es sollte eine entschleunigte Reise werden. 5 Tagen fuhr uns die MS Ellen af Bohuslän von Göteborg durch die westlichen Schären Richtung Norden.

1.Tag: Anreise nach Göteborg

Mit dem ICE fuhr ich am Morgen des 28.06.2014 zum Düsseldorfer Flughafen. Der Reiseleiter, der die Gruppe ab Düsseldorf begleitet, sowie die Reisegruppe traf ich mittags im Terminal B. Da ich schon online eingecheckt hatte, brauchte ich nur noch meinen Koffer aufgeben. Die Sicherheitskontrolle war entspannt. Man wartete dort schon auf Passagiere. Keine Schlange stehen, das hatte ich schon lange nicht mehr erlebt. In die Fokker 70 passten nur ca. 80 Passagiere. So war das Einsteigen schnell erledigt. Düsseldorf verabschiedete sich mit strömenden Regen, als die Maschine vom Gate rollte. Beim Starten durch die Regenwolken rumpelte es stark. Dafür betrug die Flugzeit nach Amsterdam nur 35 Minuten. Bis zum Weiterflug hatten wir nur 40 Minuten Zeit. Deshalb begaben wir uns direkt zum Anschlussgate. Nach einer Stunde landeten wir bei 18 °C in Göteborg Landvetter. Landvetter ist für schwedische Verhältnisse ein großer Flughafen. Der Weg zu den zwei Gepäckbändern kam mir richtig weit vor. Es dauerte lange, bis die Koffer kamen, aber Hauptsache, dass mein Koffer in der kurzen Zeit überhaupt umgeladen wurde. In der Ankunftshalle erwartete uns schon der Busfahrer von Kulturbåterna. Er brachte uns ins Hotel, direkt im Zentrum. Vorher wechselte ich bei der Forex-Bank Geld, vergaß aber, wie in Schweden üblich, eine Nummer zu ziehen. So ganz war ich noch nicht angekommen. Nach einer kurzen Pause begrüßte uns der Kapitän der MS Ellen af Bohuslän mit einem Glas Sekt. Er gab uns Informationen zum Schiff, der Route und zum Ablauf der nächsten Tage. Inzwischen hatte ich großen Hunger und war froh, als wir endlich im Hotelrestaurant saßen. Serviert wurden Lachsröllchen auf grünem Salat, Rinderfilet mit Kartoffelgratin und Schokoladenmousse mit Sahne. Ein richtig leckeres Menü. Erst spät brachen wir zu einem Stadtrundgang auf. Am Gustav Adorf torg war eine Baustelle. Der Turm der Tyska kyrkan war immer noch nicht renoviert und die operan machte Sommerpause. Ich fand, dass es an dem lilla brommens hamn und operan immer noch am Schönsten ist. Göteborg operan

2.Tag: Göteborg – Marstrand

Es war Sonntagmorgen und die Straßen deshalb leer. So konnten wir auf dem Weg zum Schiff noch einen Fotostopp am Göta platsen einlegen und zur Masthyggskyrkan hinauf. Die MS Ellen af Bohuslän nahm uns im Hafen in Empfang. Sie wurde 1885 als Dampfschiff am Vätternsee gebaut. Seit diesem Jahr fährt sie mit nur 5 -6 Knoten (ca. 11 km/h) durch den westschwedischen Schärengarten. Mit 24 m Länge und 4,5 m Breite finden max. 40 Passagiere Platz. Unsere Reisegruppe bestand nur aus 17 Personen. So gab es keinen Platzmangel. Ellen af Bohuslän Stromabwärts fuhren wir auf dem Göta älv Richtung Meer.  Auf dem ehemaligen Gelände der Erikswerft direkt am Wasser ist in den letzten Jahrzehnten ein neues Viertel mit Wohnungen und Büros entstanden. An die einst erfolgreichste Werft Schwedens erinnern der Blockkran und das ehemalige Trockendock. Eriksberg An der Hafeneinfahrt liegt Lilla London. Im 18. und 19. Jahrhundert wanderte viele Engländer, vor allem Schotten nach Göteborg aus. Das Gebäude der ehemaligen Carnegie-Brauerei ist heute ein Hotel. Auffällig viele Gastanker wurden im Industriehafen entladen. Der Containerhafen ist der Größte Nordeuropas.  Das Kreuzfahrtterminal ist auch hier draußen, weit entfernt vom Zentrum.  In der Mündung des Göta älv thront auf dem Kyrkogårdsholmen die Nya Älvsborg Fästning. Sie wurde 1645 zur Abwehr der Dänen errichtet. Nya Älvsborg fästning Zur Mittagszeit legten wir in Börjkö an. In dem kleinen Ort gab es einen ICA nära-Supermarkt, in dem ich mich für den Tag versorgte. Bis zur Weiterfahrt schlenderte ich durch die Straßen. Ich fand, der Ort hatte nicht viel zu bieten. Am frühen Nachmittag fahren wir durch den Albrektssunds Kanal direkt auf Marstrand zu. Wir ankern nur wenige Schritte vom Hotel entfernt. Ich bezog mein Zimmer im Marstrands Havshotell. Bisher hingen dicke Wolken am Himmel. An Bord wurde mir immer kälter und kälter. Das konnte selbst die Borddecke nicht verhindern. Nun, in Marstrand, riss die Wolkendecke auf und blauer Himmel zeigte sich. So setze ich mit der Fähre auf die autofreie Insel über. Marstrand ist seit 1822 Badeort. Ende des 19. Jahrhunderts urlaubte König Oskar II. regelmäßig hier. Aus dieser Zeit stammen auch die verzierten alten Holzhäuser. Ich ging zur Kirche hinauf, dem einzige Gebäude aus dem Mittelalter. In der Mauer ist das Relief des halstablett-gubben eingelassen. Ich lief durch die Gassen und bewunderte die schönen bunten schwedischen Häuser. Marstrand ist für mich das typisch schwedische Bullerbü, ein kleines Paradies. Marstrand Auf der Promenade ging ich auf der Långgatan zurück zum Fähranleger und weiter Richtung strandverket. Die Vorbereitungen für das Match Cup Sweden waren in vollen Gang. Der Rennzirkus gastiert immer in 27. Woche in Marstrand. Das Abendessen im Marstrands Havshotell war vorzüglich. Ich war froh, dass der Tag etwas früher endete.

3.Tag: Marstrand – Stennungssund

Das Wetter war perfekt, blauer Himmel mit vereinzelten weißen Wolken, eine Entschädigung für den gestrigen Tag. Mit Blick auf die Marstrandön ließ ich mir das ausgezeichnete Frühstück schmecken. Gemeinsam setzte die Gruppe über. Auf Långgatan gingen wir nach Norden bis zum Varmbådhuset. In unmittelbarer Nähe steht das Societetshus, ein schöner alter Holzbau. Varmbådhuset Societetshus  Mein persönliches Traumhaus stand immer noch gegenüber der Hafeneinfahrt. Es waren nur ein paar Schritte bis wir auf einen steilen Pfad, der direkt zur Carlsten fästning führte, abbogen. Am Tor wartete bereits unser Guide. Er erzählte uns viel über die Entstehung und Geschichte der Festung. Für den Bau wurde die sog. „Marstrandarbeit“ eingeführt. Strafgefangene mussten die Schwerstarbeit verrichten. Um Ausbrüche zu vermeiden, waren die Gefangenen an bis zu 2 Kilo schwere Eisenkugeln gefesselt. Die bis zu 36 Kilo schwere Eisenkrone kam ebenfalls zum Einsatz. Für ihre Arbeit bekamen die Häftlinge Geld. Das mussten sie allerdings wieder für ihr Essen ausgeben. Der berühmteste Gefangene war Lasse-Marja, bekannt für seine Verkleidung als Frau. Der erfand den Gefangenentourismus für Göteborger, um die Gefangenen zu sehen, ihre Geschichten zu hören. Dafür gab es Geld und Essen. Carlsten fästning Wir gingen an Bord und verließen Marstrand wieder durch den Albrektssund Kanal. Die Sonne lockte alle auf das Oberdeck. Die einmalige Landschaft zog vorbei. Gegen Mittag passierten wir Åstol mit seinem geschützten Naturhafen. Die weißen Häuser klebten dicht auf den Felsen. Die Inselbewohner lebten lange, wie viele in der Region, von den Heringen. Heute ist Åstol Ziel von Tagesausflüglern und nur Boot zu erreichen. Åstol Unmittelbar nach Åstol durchfuhren wir eine enge Passage. Auf der linken Seite lag die Gemeinde Tjornekalv. Auf der rechten Seite lag Rönnang, ein Ort ganz im Süden der Insel Tjörn. Beide mit kleinen roten Bootshäusern am Wasser. Dahinter leuchten die weißen Sommerhäuser in der Sonne. Tjornekalv Rönning Klädesholmen kam in Sicht. Auf mich wirkte der Ort mit seinen gepflegten weißen Holzhäusern verschlafen. Hier werden aber ca. 40 % der schwedischen Heringskonserven verarbeitet. Über die Geschichte der Heringsindustrie informierten wir uns im Sillmuseet. Schon im Mittelalter lebten die Bewohner vom Meer. Ackerboden war nicht vorhanden. Im 18. Jahrhundert begann die Heringsperiode. Die Fischerei war so ertragreich, dass Tran für die Laternen der europäischen Großstädte gekocht wurde.  Die Arbeit in den Fabriken wurde hauptsächlich von Frauen ausgeführt. Sie putzen, filetierten und dosten die Heringe ein. Bis zu 450 Heringe konnte eine Frau pro Tag verarbeiten. Die Männer bereiteten die Soßen und arbeiteten an den Verpackungsmaschinen. Klädesholmen Mit dem Schiff fuhren wir ans nördliche Ende der Insel zum Restaurant Salt & Sill. Es wartete das Mittagessen auf uns. Zum Restaurant gehört das einzige schwimmende Hotel Schwedens. Alles sah im skandinavischen Stil sehr modern aus. Mir hat es sehr gut gefallen, nicht nur weil es mir gelang, mich in Schwedisch zu verständigen. Restaurant “Salt & Sill” Bis nach Skärhamn auf der Insel Tjörn war es nicht mehr weit. Skärhamn ist der Hauptort der Insel. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Ort Ausgangspunkt der Handelsmarine. In den 30. Jahren gab es ca. 80 Schuten. Die letzte Handelsschute M/S Atene liegt noch heute im Hafen und wird als Schulschiff genutzt. In der Hafeneinfahrt lachte uns der strahlend weiße Kirchturm im wahrsten Sinne des Wortes an. Skärhamn kyrkan Entlang des Hafens gingen wir zum Nordiska Aquarellmuseet. Das rote Gebäude liegt in einer kleinen Bucht zwischen den Granitfelsen. Seit seiner Eröffnung wurde es mehrfach ausgezeichnet. In unmittelbarer Nähe liegt ein typisch schwedischer badplats. Nordiska Aquarellmuseet Der Bus holte uns vom Museum ab. Das Tagesgepäck war schon umgeladen. Was für ein Service. So konnten wir direkt zum Stenungsbaden Yacht Club, unserem heutigen Hotel, fahren. Abendessen gab es in einem zugehörigen Restaurant direkt am Wasser.

4. Tag: Skärhamn – Fiskebäckskil

Nach dem Frühstück brachte uns der Bus zurück nach Skärhamn. Das Wetter war wieder perfekt, strahlend blauer Himmel und Sonne. Doch der Wetterbericht sagte Gewitter voraus. Schwarze Wolken hingen am Himmel. Nach kurzer Fahrt erreichten wir Härön. Der kleine Ort hat nur 10 ständige Bewohner. Im Sommer erhöht sich die Zahl aber um ein Vielfaches. Härön Gegenüber liegt Kyrkesund auf der Insel Tjörn. Die beiden Orte sind durch eine Fähre miteinander verbunden. Allein stand ich auf dem Vorderdeck. Es war nur das leise Tuckern des Motors und das Schlagen der Wellen zu hören, herrlich! Auf Mollösund bekam ich die erste Windmühle zu sehen. Sie ist das Wahrzeichen von Mollösund. Mollösund Zur Mittagspause legten wir in Gulholmen, genauer gesagt in Harmanö an. Gulholmen selbst ist viel zu klein und zu eng. Eine kleine Brücke führt hinüber. Zuerst warfen wir einen Blick in die Gulholmen Kyrkan auf Härmanö. Der Pfarrer, der mit seinem Hund unterwegs war, gab uns Informationen über Kirche und Geschichte. Ich sollte ihm noch ein paarmal begegnen. Er erklärte uns, dass es auf Gulholmen keine privaten Grundstücke gibt. Privateigentum ist nur die bebaute Fläche. So durfte man sich zwischen den eng gebauten Häusern frei bewegen. Die alten Kapitänshäuser sind heute meist Sommerhäuser. Die Steinhütte ist eines der ältesten Gebäude der Insel. Gulholmen Von Gulholmen fuhren wir Richtung Festland. Schon bald veränderte sich die Landschaft. Die Felsenwände wurden höher und steiler, aber auch grüner. Es wuchsen sogar Bäume auf den Felsen. Interessant war der Nordströmmerna, kurz vor Ängön.  Es war teilweise so eng und das Wasser so flach, dass es nur ganz langsam voranging. An der flachsten Stelle war es nur 2,50 m tief. Die Ellen af Bohuslän hatte einen Tiefgang von 2 m. Da blieb nicht mehr viel Wasser unterm Kiel. Bassholmens Varv ist heute ein idyllisches Ausflugsziel. Früher wurden hier Schiffe von bis zu 40 Metern Länge gebaut. Norrströmmerna Nachmittags fuhren wir in den Gullmaren-Fjord ein. Er ist der einzige Fjord Schwedens, mit der typischen Barriere vor der Mündung. Am Fjord befinden sich mehrere meeresbiologische Institute. Unser Schiff konnte wieder direkt vor unserem Hotel anlegen. Wir übernachteten im Gullmarsstrand Hotell in Fiskebäckskil. Das Design-Hotel ist direkt an bzw. in den Fjord gebaut. Gullmarsstrand Hotel      Fiskebäckskil

5.Tag: Fiskebäckskil – Smögen

Am Hotel nahm uns die örtliche Führerin in Empfang. Während des Rundgangs durch Fiskebäckskil erzählte sie über die Geschichte des Ortes, von den 60 Jahren der Heringsfischerei, von der Periode als Fiskebäckskil einer der größten Häfen Schwedens war und in der bis zu 60 Barken und Zweimaster hier beheimatet waren. In dieser Zeit wurden auch die immer noch prächtigen Kapitänshäuser gebaut. Im 20. Jahrhundert wurde Fiskebäckskil ein Seebad mit Sommergästen und gesellschaftlichen Leben. Eine Berühmtheit des Ortes war der Maler Carl Wilhemsson. Sein ehemaliges Atelier steht hoch auf einer Klippe. Carl Wilhemsson Atelier Wir gingen durch die Gassen Richtung Kirche. Ich entdeckte hier meine schwedische Idylle, die ich in den letzten Tagen an manchen Orten gesucht, aber nicht gefunden hatte. Besonders gefiel mir eine kleine Eingangsveranda, die gleichzeitig Büro mit Blick auf den Hafen war. Traumhaft! Etwas neidisch war ich auf unsere Führerin, die es geschafft hat, die fast zweistündige Führung mit ihrem, wie sie immer wieder betonte, Schuldeutsch durchzuführen. Ich wünschte mein Schwedisch würde für so etwas ausreichen. Mit etwas Verspätung verließen wir Fiskebäckskil. Auf der anderen Seite des Fjordes liegt Lysekil. Das Stadtbild wird von der hochstehenden Kirche dominiert. Die Frau des Badearztes Carl Curman setzte sich schon Ende des 19. Jahrhunderts erfolgreich dafür ein, dass die Granitfelsen vor und um Lysekil nicht abgebaut und verkauft wurden. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag, die einmalige Granitlandschaft  zu erhalten. Lysekil Granitfelsen Die glatten Felsen machten auf mich einen magischen Eindruck. So hatte ich mir den Schärengarten von Bohuslän immer vorgestellt. Plötzlich fing es aus strahlend blauem Himmel an, zu regnen. Über uns schien eine kleine Regenwolke zu sein. Nach ein paar Minuten war alles vorbei. Wir passierten Lilla Kornö. Der ehemalige Fischerort hat einen einmalig geschützten Naturhafen. Allerdings werden alle 36 Häuser heute nur noch als Sommerhäuser genutzt. Lilla Kornö Schon zur Mittagszeit legten wir direkt an der Smögenbryggan an. Smögen, auf der Halbinsel Sotenäs, ist DER Ferienort an der schwedischen Westküste. Ich gönne mir ein dagensrätt (Mittagsgericht) in einem der zahlreichen Restaurants entlang der Brygga. Ich liebe das sommerliche Treiben in  Smögen, da wo die Schweden selbst Urlaub machen, auch wenn einem der Ort manchmal überfüllt vorkommt. Hier tobt bei gutem Wetter das Leben. Smögenbryggan Nach einer kurzen Pause im Smögens Havsbad hotell ging ich über die Klippen in den Ort. Ein schöner Weg, der bei den Bootshäusern am Ende der Smögenbryggan endet. Smögenbryggan

6.Tag. Smögen – Tanumstrand

Irgendwann in der Nacht hatte sich die Sonne hinter dicke Regenwolken verzogen. Als ich früh am Morgen das erste Mal aufwachte, regnet es und der Wind wehte stark. Mit Regenschirm musste ich die 100 m ins Hauptgebäude zum Frühstück gehen. Dort informierte uns unser Reiseleiter, dass sich die Abfahrt aufgrund des Wetters um eine Stunde verschiebt. Es war noch unklar, ob das Schiff bei dem Wellengang überhaupt fahren konnte. Von mir aus konnten wir den Bus nehmen. Durch die zeitliche Verschiebung hatte ich ausreichend Zeit gemütlich, inkl. schwedischer Zeitung, zu frühstücken. In der Zeitung las ich, dass vor Smögens Küste das erste Gezeitenkraftwerk gebaut wird. Den 800-Tonnen-Kran hatten wir am Vortag auslaufen sehen. Als sich die Gruppe wieder traff, war sicher, dass die Ellen af Bohuslän leider im Hafen von Smögen bleiben musste. Aufgrund von Wind, Strömung und Wellengang war eine Ausfahrt und Weiterfahrt, an den Klippen vorbei, zu gefährlich. Ein paar Minuten später traf der Bus aus Göteborg ein. Auf der Brücke über dem Sotenkanal wehte noch ein starkes Lüftchen. Aber ein Fotostopp musste unbedingt sein. Sotenkanal Im Hamburgsund legten wir ebenfalls einen kurzen Fotostopp ein. Viel zu sehen gab es hier aus meiner Sicht sowieso nicht. Mit dem Bus kamen wir schneller voran und die Entfernungen waren nicht weit. So erreichten wir Fjälbacka schon zur Mittagszeit.  Fjällbacka liegt zwichen dem Meer und der 76 m steilen Vatterbergfelswand. In der 200 m langen Schlucht „Kungsklyftan“ wurden Szenen des Film Ronja Räubertochter gedreht. Kungsklyftan Direkt nebenan erinnert ein Denkmal an Ingrid Bergmann. Die 3-fache Oskar-Preisträgerin verbrachte ab Ende der 1950er-Jahre ihre Sommer oft auf der Schäreninsel Dannholmen. Ihrem dritten Ehemann gehörte die Privatinsel vor Fjällbacka. Das Stora Hotel ist das einzige Hotel im Ort. Die Zimmer sind nach den Erzählungen eines Kapitäns von seiner angeblichen Weltreise, die er in Briefen nach Fjällbacka schickte, eingerichtet. Heute ist Fjällbacka allerdings aus den Krimis von Camilla Läckberg bekannter. Die Autorin wohnt in Stockholm, stammt aber aus Fjällbacka und lässt dort morden. Von ihrer Oma hat sie im Ort ein kleines aber feines Bootshaus geerbt. Die Kirche oberhalb des Ortes ist aus verschiedenfarbigem Granit erbaut worden. Das war zur Bauzeit günstiger als das kostbare Holz, das zum Kochen von Tran benutzt wurde. In Fjällbacka wurde auch der TreTraPack erfunden. Fjällbacka Weiter ging es zu einem zusätzlichen Programmpunkt, den ich unbedingt sehen wollte, den Felsritzungen von Tanum. Die Archäologen meinen, dass die meisten Bilder während der Bronzezeit entstand sein müssen. Die Altersangaben reichen von 1.000 bis 500 v. Chr. einige Ritzungen könnten aber auch schon 5.000 Jahre alt sein. Die Bedeutungen liegen heute noch im Dunkeln. Es gibt dazu viele Interpretationen und Meinungen. Rund um Tanumshede gibt es etwa 10.000 Ritzungen. Grund für die UNESCO sie zum Weltkulturerbe zu erklären. Wir besuchten die Felsritzungen in Vitlycke. Um sie besser erkennen zu können, wurden sie mit roter Farbe ausgemalt. Tanum hälsristning Von hier fuhren wir zu unserem letzten Hotel, dem Tanumstrand Hotel. Das war mehr ein Feriendorf mit Hotel, Ferienhäusern, Jachthafen, Shoppingmöglichkeiten, Animation etc.. Da das Schiff in Smögen bleiben musste, fand unser Abschiedsessen nicht an Bord, sondern im Hotelrestaurant statt. Nach dem Essen verabschiedeten wir uns von der Besatzung. Sie fuhren noch am Abend zurück nach Göteborg. Das Schiff wurde von einer anderen Crew zurückgefahren, bevor es am Sonntag wieder auf Fahrt ging.

7.Tag: Abreise

Ein letztes schwedisches Frühstück, jetzt wieder bei blauem Himmel. Pünktlich stand der Bus vor dem Hotel. Die Koffer waren schnell verladen. Die Rückfahrt nach Göteborg, ca. 160 km, dauerte auf der Autobahn nur ca. 2 Stunden. Mit dem Schiff hatten wir ganze 5 Tage gebraucht. Wir hatten noch Zeit für einen Stopp an der Bohus fästningen. Zeitig waren wir am Flughafen. Nach Check-in und der Gepäckaufgabe blieb Zeit für ein Mittagessen. Pünktlich startete der Flug nach Amsterdam. Dort wurden wir mit unangenehmen schwülen 29 °C empfangen. Gut, dass die Umsteigezeit kurz ist. Am frühen Abend waren wir zurück in Düsseldorf. Auch hier war es schwül und fast 30 °C. Mit dem ICE fuhr ich zurück nach Hause. Es war eine Reise der Entschleunigung, so langsam durch die westlichen schwedischen Schären zu reisen. Vom Wasser eröffnete sich eine ganz andere Sicht auf die interessante und einmalige Landschaft mit kargen Granitfelsen, idyllischen Fischerdörfern und typischen Holzhäusern. Für mich war es eine traumhafte Reise, die genauso war, wie ich sie mir vorgestellt hatte.
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Die Vorstellung ist wundervoll, aber noch wundervoller ist das Erlebnis! (Oskar Wilde)
Silke Wolff
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