Reisen, Urlaub, Ferien Bewertung wird geladen...

Märchenhaftes Dänemark

© Text und Photos: Silke Wolff Den achten Sommer in Folge wollte ich natürlich wieder nach Skandinavien. Ursprünglich hatte ich eine andere Tour geplant. Doch dann entdeckte ich die Rundreise durch Dänemark. Je länger ich mich mit der Tour beschäftigte, umso besser gefiel sie mir. Die Ziele wie Kopenhagen, Roskilde, Ribé und Skagen standen sowieso auf meiner Wunschliste. Letztendlich passte alles, die Anreisemöglichkeit mit der Deutschen Bank und die Möglichkeit einer Vorübernachtung in Kopenhagen.

1. Tage: Anreise Kopenhagen

Der Koffer war gepackt. Nur noch ein paar Minuten und das bestellte Taxi war am 01.07.2016 um 8:00 Uhr da, um mich zum Bahnhof zu bringen. Im Nahverkehrszug musste ich aufgrund meines Gepäcks ein ganzes Abteil in Anspruch nehmen. Trotzdem setzte sich, obwohl noch zahlreiche Plätze frei waren, ein älteres Ehepaar mir gegenüber. Die Frau hatte kaum Platz. Andauernd schaute sie sich um. Ich glaube, sie bereute es, sich zu mir gesetzt zu haben. In Bielefeld war mal wieder der Fahrstuhl defekt. Also schleppte ich den Koffer die Treppe hinunter und wieder hinauf. Der ICE Richtung Hannover fuhr mit 15 Minuten Verspätung ein. Der Zugbegleiter machte einige Fahrgäste darauf aufmerksam, dass in Hannover durch die Verspätung der Anschluss nach Hamburg nicht erreicht würde. Auf meinen Kommentar, dass ich sowieso längere Umsteigezeiten geplant hätte, antwortete er: „Ah, Sie kennen das schon!“. Da brach Gelächter bei den Mitreisenden aus. Die einstündige Wartezeit in Hannover überbrückte ich in der DB Lounge. Der ICE nach Hamburg hatte ebenfalls 10 Minuten Verspätung. Die 1.Klasse war überfüllt. Die Reisenden standen sogar. Eine Stammtischgruppe aus München war abstoßend laut. Vielleicht lag das an dem in Strömen fließenden Weizenbier. Ich war froh, als der Zug in Hamburg einfuhr. Der Zug nach Kopenhagen wartete schon am Gleis. Hinunter fand ich weder eine Rolltreppe noch Fahrstuhl. Also trug ich meinen Koffer wieder und steig ein. Pünktlich setzte sich der Zug Richtungen Kopenhagen in Bewegung. Hier war es wesentlich ruhiger und leerer. Um 15:00 Uhr erreichte der Zug Puttgarden und rollte nach einem kurzen Stopp auf die Fähre. Ab hier übernahm die dänische Staatsbahn. Für die Dauer der 45-minütigen Überfahrt müssen alle Fahrgäste den Zug verlassen. Die Scandic Line machte Werbung, dass die Fähren mit Hybridantrieb fahren und die überschüssig erzeugte Energie gespeichert wird. Inzwischen meldete sich mein Magen. Ich gönnte mir an Bord eine Bratwurst mit Pommes, beides echt schlecht. Fähre Scandic Line In Rødby stieg an einem improvisierten Bahnsteig die Polizei zur Passkontrolle ein. Zwei Neuseeländer zogen die Aufmerksam auf sich. Die Polizisten hatten angeblich noch nie einen neuseeländischen Reisepass im Original gesehen. Obwohl es bis Kopenhagen noch gut zwei Stunden Fahrzeit waren, bot die dänische Staatsbahn einen Bordservice an. Nach gut 10 Stunden war ich in Kopenhagen. Die Zeit kam mir aufgrund der vielen Unterbrechungen und der Abwechslung sehr kurz vor. Vom Hauptbahnhof bis zum Hotel waren es nur ca. 400 Meter. So machte ich mich auf den Weg zum Hotel. Das Einchecken ging problemlos. Vom Zimmer war ich eher enttäuscht. Es war sehr klein. Eigentlich wollte ich noch einmal raus. Es hatte aber angefangen zu regnen und hörte nicht wieder auf. So blieb ich doch im Hotel. Schade!

2. Tag: Kopenhagen

Ausgeschlafen und fit ging ich um 8:30 Uhr zum Frühstück ins Hotelrestaurant. Ich hatte es gerade noch vor der Rushhour geschafft. Leider regnete es immer noch. Laut Wettervorhersagen sollte es erst am Nachmittag besser werden. So machte ich mich auf die die Stadt. Meine erst Station war das Rådhus. An der Fassade fiel mir die Statue von Absalon, dem Stadtgründer auf. Im Foyer war die Weltuhr von Jens Olsen umlagert. Deren Bauzeit betrug immerhin 27 Jahre. Im Rathaus herrschte an diesem Samstag Hochbetrieb. Im Hochzeitssaal gaben sich die Brautpaare die Klinke in die Hand. Rådhus  Ich ging weiter durch die Fußgängerzone. Es gab die gleichen Handelsketten wie in Deutschland und das im Regen. So machte es nicht wirklich Spaß. Kopenhagen ist eine ziemlich weitläufige Stadt. Das merkte ich, als ich vorm Christiansborg slot, der Börse und der Holmen Kirken stand. Eigentlich wollte ich zum Amalienborg slot und zur kleinen Meerjungfrau. Es war aber einfach zu weit.  So entschloss ich, durch Christiansborg slot zu gehen. Mit mehreren Flügeln ist es größer als es auf den ersten Blick erscheint. Schließlich beherbergt es auch alle drei Staatsgewalten. Christianborg slot Vom Schloss sind es nur wenige Meter bis zum Nationalmuseum zur Carlsberg Glyptothek. So war ich schnell wieder in Nähe des Rathauses und des Tivoli. Ich entschloss mich für eine Mittagspause im Hotel. Gerade als ich das Zimmer betrat, klingelte das Telefon. Die Reiseagentur erinnerte mich an den Stadtrundgang am Nachmittag und das Treffen mit der Reiseleiterin in der Hotelhalle. Von dem Service war ich beeindruckt. Zur vereinbarten Zeit fand ich mich in der Hotelhalle ein. Die war voller Menschen. Nur die Reiseleiterin konnte ich nicht erkennen. Die sprach auch mit den Mitarbeitern der Rezeption und versteckte ich Namenschild unter der Jacke. Nachdem ich sie angesprochen hatte, schickte sie mich etwas chaotisch zum Bus. Dort traf ich auf die anderen Reiseteilnehmer. Der ausgeschriebene Stadtrundgang entpuppte sich als Stadtrundfahrt. Ein Rundgang hätte mich auch gewundert. Der erste Fotostopp war an der kleinen Meerjungfrau. Die war, wahrscheinlich wie immer, von Touristen umlagert. Den lille Havfrue  Weiter ging es zum Amalienborg slot. Die Anlage besteht aus vier Palais, die, seit Christiansborg einige Male abgebrand ist, Wohn- und Amtssitz der Königsfamilie ist.. Von der königlichen Familie war niemand anwesend. Die Flaggen waren nicht gehisst. Amalienborg slot Unser Busfahrer hatte Glück oder war geschickt. Genau auf der Brücke von Nyhavn musste er vor einer roten Ampel stoppen. So hatte ich einige Minuten für Fotos. In den bunten ehemaligen Speicherhäusern sind heute Kneipen und Restaurants. Am Kai sind alte Schiffe vertäut. Nyhavn Weiter ging es durch das Amagerviertel mit seiner modernen Architektur zum „schwarzen Diamanten“, dem neuen Gebäude der königlichen Bibliothek. Bis zu 4 Mio. Bücher sind hier zusammengetragen. Die Architektur ist überwältigend. Eine Glasbrücke, die Kirkeby verbindet den schwarzen Diamanten mit dem historischen Gebäude. Der historische Lesesaal ist absolut sehenswert. Det Kongelige Bibliotek Im Montanasaal werden bis Ende 2017 alte Schätze der Bibliothek ausgestellt. Darunter Handschriften von Martin Luther, eine 40 kg schwere „Hamburgbibel“, eine Gutenberg-Bibel sowie Tagebücher von H.C. Andersen, handschriftliche Manuskripte von Karen Blixen und vieles mehr. Der Eintritt ist frei und eine Warteschlange ist nicht vorhanden. Durch den wunderschönen Rosengarten hinter dem historischen Gebäude gelangten wir zum Christiansborg slot. Rosengarten Hier wartete unser Bus und brachte uns zum Hotel zurück. Die drei Stunden vergingen wie im Flug und geregnet hat es zudem nicht mehr. Ich war für den verregneten Vormittag versöhnt. Nach dem Abendessen ging ich in den Tivoli. Gerade wurden die Lichter eingeschaltet. Der Vergnügungspark bietet ein historischen Pantomimentheater, moderne Fahrgeschäfte, Kirmistrubel und abwechslungsreiche Gastronomie. Mir gefiel es dort besser als erwartet. Ein Besuch, besonders am Abend ist empfehlenswert. Tivoli 

3. Tag: Møns Klint

Heute weckte mich doch tatsächlich die Sonne. Bereits um 8:00 Uhr starten wir durch den modernen Sydhavn Kopenhagens in Richtung Süden.  Nach gut 2 Stunden stoppten wir für einen kleinen Sparziergang am Liselund slot.  Vom kleinen reetgedeckten Schloss sowie der Schweizerhütte hat man einen einmaligen Blick auf den wunderschönen Park. Die Anlage ist ein kleiner Geheimtipp. Liselund slot Von dort war es nicht weit bis zum Geocenter Møns Klint. Für das Geocenter, das über die Entstehung der Kreidefelsen informiert, war mir das sonnige Wetter zu schade. So ging ich an den Klippen entlang nach Süden.  An einigen Stellen gaben die Bäume den Blick auf die steilen Kreidefelsen frei, z.B. am Græderen und am Gråryg. Nach gut einer Stunde war ich zurück am Geocenter. Im zugehörigen Café gab es einen Mittagsimbiss. Genau die richtige Zeit, es fing wieder an zu regnen. Zum Glück nur ein kräftiges Schauer. Anschließend schien die Sonne wieder. Schließlich musste ich mir die Küsten Richtung Norden noch ansehen. Am Dronningestolen und Forchhammers pynt war die Aussicht noch spektakulärer. Alles richtig gemacht. Auf dem Rückweg hörte ich es donnern. Die dichten Bäume schützen mich vor dem beginnenden Regen. Zurück ab Geocenter goss es dann kräftig. Für uns war der Besuch sowieso vorüber. Møns Klint Weiter ging es über die Inseln Falster und Lolland zur  Fähre nach Fünen. In nur 45 Minuten brachte die Fähre uns über den Lollandbelt nach Langeland. Am späten Nachmittag versuchten wir einen Abstecher zum Valdemars slot auf Tåsinge zu machen. Leider wurde daraus nicht viel. Es schüttete gerade wieder wie aus Eimern. Nach der Ankunft im sog. Grand Hotel in Odense war dann das Chaos und die Enttäuschung perfekt. Der arrogante und überhebliche Schönling an der Rezeption bestand darauf jeden einzelnen Gast mit Meldeschein einzuchecken.  Außerdem verlangte er pro Zimmer eine Kreditkarte für evtl. Entnahmen aus der Minibar. Das hatte ich bei einer Gruppenreise noch nie erlebt. Langsam ging die Prozedur voran. Endlich auf dem Zimmer, ging alles in Lichtgeschwindigkeit. Bis zum Abendessen waren es nicht einmal mehr 30 Minuten. Es fand nicht Hotel sondern in einem angeblich nahegelegenen Restaurant statt. Doch unser menschliches Navigationsgerät versagte auf dem Weg zum Restaurant kläglich. Nach fast 30 Minuten hatten wir es endlich gefunden. Unerfreulicher Weise war das Buffet nicht so super und vielfältig wie angekündigt.

4. Tag: Odense – Ribé

Bereits um 5:30 Uhr holte mich ein lautes Motorengeräusch aus dem Schlaf. Fensterputzer machten ihren Lift bereits um die Fenster der Etage über mir zu putzen. Dann fuhr der Lift an meinem Fenster vorbei. Ich hätte nicht gedacht, dass es im 2. Stock notwendig wäre, die Gardinen zu schließen. An Schlaf war bei dem Lärm nicht mehr zu denken. Damit war das Hotel bei mir unten durch. Daran konnten auch der feudale Frühstücksraum und das reichhaltige Angebot nichts ändern. Das Programm begann mit dem Hans Christian Andersen Stadtrundgang.  Odense ist die Geburtsstadt des Schriftstellers. Die Stadt hält das Andenken an ihn hoch. Überall in der Altstadt begegnet man ihm, z.B. am Gråbrødre Hospital, am Rathaus und dem Dom. Odense Rathaus und Dom  Hinter dem Dom befindet sich ein idyllischer kleiner Kräutergarten. Für mich der schönste Ort Odenses. Anschließend stand das H.C. Andersen Museum, indem sein Leben seine Zeit und seine Werke vorgestellt werden, auf dem Programm. Mich beeindruckten am Meisten die großen Fresken aus seinem Leben in der Gedenkhalle. Durch die engen Gassen, in einer steht das Geburtshaus von H.C. Andersen, gingen wir zurück zum Bus. Odense Das nächste Ziel war Ribé. Ribé ist nicht nur die älteste Stadt Dänemarks, sondern dazu eine Puppenstube. Nachdem ich nach einigen Suchen endlich die versteckte Touristeninformation auf dem Domplatz gefunden hatte und mich mit einer Broschüre für den Stadtrundgang versorgt hatte, ging es los. Ich begann am Dom. Im Inneren beeindruckten die modernen Malereien und Fenster im Altarraum. Ribé Dom  Auf meinem Rundgang durch die alten kopfsteingepflasterten Gassen entdeckte ich so manche idyllische Ecke. Ribé Die 1 ½ Stunden vergingen wie im Flug und schon musste ich mich auf den Rückweg zum Bus machen. Ribé Nach weiteren 1 ½ Stunden Fahrt erreichten wir die Dünenlandschaft von West Jütland. Spät trafen wir in unserem Schlosshotel Sophiendal in der Nähe von Låsby ein. Auch hier gab es wieder keinen Lift, weder zum Eingang noch zu den Zimmern. So schleppe ich meinen Koffer ein weiteres Mal eine lange steile Treppe hinauf, nur um festzustellen, dass die vorherigen Gäste sehr persönliche Dinge im Bad hinterlassen hatten. Verärgert reklamiere ich an der Rezeption und tausche das Zimmer. Für unsere Reiseleiterin war durch den Zimmertausch die Angelegenheit erledigt. Nach der Aktion komme ich gerade noch rechtzeitig für das Abendessen im ehemaligen Ballsaal des Schlosses.

5. Tag: Viborg – Aalborg

Zum Frühstück gab es doch tatsächlich echtes Nutella. Das tat gut und versöhnte mich etwas. Vor der Abfahrt gab es innerhalb der Gruppe heftige Diskussionen, ob die Getränke vom Abendessen extra gezahlt werden mussten und ob die Weingläser nun wirklich voll waren. Einige waren der Meinung, dass bei einem Gourmet-Abendessen die Getränke inkludiert wären. Unsere Reiseleiterin war mit der Situation mal wieder völlig überfordert und hielt sich heraus. Nachdem dann endliche alle Getränke doch bezahlt waren, verließen wir mit Verspätung Sophiendal. Das erste Ziel war Viborg mit seinem bekannten Dom. Schon nach den ersten Schritten im Inneren war ich von den Wandmalereien total angetan und tief beeindruckt. Unter der Decke werden u.a. die Geburt und Taufe Jesu dargestellt. Im Altarraum sind die Himmelfahrt und die Auferstehung Jesu verewigt. In den Seitenchören verzieren weitere Bibelszenen die Wände, u.a. das Abendmahl, Jesus Einzug in Jerusalem sowie Adam und Eva im Paradies. Ich war so sehr beeindruckt, dass mich der Rest von Viborg nicht interessierte. Dom Viborg Unser nächstes Ziel lag in der Nähe von Hobro. Dort befinden sich eine ehemalige Wikingerburg und ein Wikingerdorf. Die Häuser innerhalb der Burg sind nach einem strengen symmetrischen Plan angeordnet. Die Langhäuser sind in den Arbeits- und Wohnbereich sowie Stall aufgeteilt. Es lebten Familienclans bis zu 20 Personen in einem Langhaus. Die Grubenhäuser waren wahrscheinlich den ärmeren Dorfbewohnern vorbehalten. Fyrkat Am späten Nachmittag erreichten wir Aalborg. Unsere Hotelzimmer waren bereit. Diesmal handelte es sich um ein modernes Hotel im skandinavischen Design, schlicht und zweckmäßig. Ich atmete auf. Ich machte mich auf den Weg die Sehenswürdigkeiten von Aalborg zu sehen. Leider regnet es mal wieder. Aalborg kann nicht mit sehr vielen Sehenswürdigkeiten dienen. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen das Jens Bang’s Stenhus, Wohnhaus eines reichen Kaufmanns. Direkt daneben steht das Gamla Rådhus.   Jens Bang’s Stenhus  Gamla Rådhus Die Budolphi Domkirke war schon geschlossen. Das Helligåndsklostret war nur von außen zu besichtigen. Von Aalborg war ich ehrlich gesagt, etwas enttäuscht.

6. Tag: Skagen

Das Frühstücksbuffet war ausgezeichnet. Kurz vor der Abfahrt erfuhr ich, dass unsere Reiseleiterin seit gestern Abend im Krankenhaus lag. So übernahm unser Busfahrer, der etwas deutsch sprach. Die gesamte Gruppe machte sich am Vormittag auf den Aufstieg auf die 90 m hohe Wanderdüne Rubjerd Knude. Der Weg schlängelte sich erst durch die Dünenlandschaft, dann ging es durch den losen Sand weiter hinauf. Ganze 45 Minuten benötigte ich, bis ich den inzwischen versandeten Leuchtturm erreicht. Die Nebengebäude sind bereits eingestürzt und nur noch zu erahnen. Der  atemraubende Blick auf die Küste bei Sonnenschein entschädigte für den anstrengenden Aufstieg. Rubjerd Knude  Der Abstieg ging dann etwas schneller. 1 ½ stunden waren nicht zu großzügig bemessen. Weiter führte uns der Weg nach Skagen. Es war Mittagszeit und ich hatte großen Hunger. In der Fußgängerzone suchte ich ein gutes Restaurant und beobachtet von der Terrasse das Treiben. Skagen machte auf mich den Eindruck eines typisch skandinavischen Urlaubsortes. In der Fußgängerzone gab es zahlreiche Geschäfte mit maritimer Freizeitmode, Cafés und Restaurants. Bei dem heutigen guten Wetter herrschte überall entsprechender Betrieb. Ich wäre gern noch länger durch die Gassen gebummelt, aber wir fuhren weiter nach Grenen, dem nördlichen Punkt Dänemarks. Mit dem Sandormen fuhr ich die 1,5 km vom Parkplatz zur tatsächlich nördlichsten Spitze hinaus. Hier treffen das Skagerrak (Nordsee) und das Kattegat (Ostsee) aufeinander. Ich wollte hier oben schon lange einmal stehen. Die Zeit verflog nur so. Grenen Anschließend ging es zur versandeten Kirche. Der Sand einer Wanderdüne eroberte das Gelände. Deshalb wurde sie bereits Ende des 18. Jahrhunderts aufgegeben. Taufstein und Altar sind noch heute unter dem Sand vergraben. Den Tilsandede Kirke Zum Abschluss des Tages erklomm ich noch die Wanderdüne Råberg Mile. Diese Düne wandert jährlich ca. 15 m nach Osten. In ca. 100 Jahren wird sie die einzige Straße nach Skagen erreicht haben. Wieder unten, entfernte ich noch einmal den losen Sand aus meinen Schuhen. Für heute hatte ich genug und war froh, dass es nun zurück nach Aalborg ins Hotel ging.

7. Tag: Århus

Unser neuer Reiseleiter war eingetroffen und hatte alles fest im Griff. Während der 2-stündigen Fahrt nach Århus gab er mehr Informationen als wir in 3 Tagen bekommen hatten. Warum hat uns dieser Mann nicht von Beginn an begleitet? In Århus treffen wir die örtliche Stadtführerin in der Nähe des Aros Kunstmuseums. Schon von außen faszinierte das auf dem Dach installierte Regenbogenpanorama. Ich würde das Museum am Nachmittag besuchen. Aros Durch das Museum führt ein öffentlicher Weg. So bekam ich schon einmal einen Eindruck von der modernen Architektur. Møllestien ist die einzige Straße in Århus in der die alten Häuser erhalten geblieben sind. Ein idyllisches Kleinod inmitten der Großstadt. Møllestien Der Ursprung der VorFrueKirke geht bereits auf das Jahr 1065 zurück. In der Krypta sind Originalmauern erhalten geblieben. Auf dem Kruzifix ist Jesus als Sieger, nicht leidend dargestellt. Das war damals notwendig, um die Wikinger vom Christentum zu überzeugen. Der Turm des Doms ist mit 93 m genau so hoch wie das Kirchschiff lang ist. In der Loge hinter dem Taufbecken standen zwei gepolsterte große Stühle. Dies war ein Zeichen, dass sich die Königin in der Stadt aufhält. In unmittelbarer Nähe des Dom befindet sich das Theater. Allein die Fassade ist schon sehenswert. Entlang am Åboulevarden ging es nach zwei Stunden zurück zum Bus. Århus Bis zum Hotel waren es nur ein paar Meter. Es war erst Mittag. Trotzdem waren die Zimmer schon für uns bereit. Nach einer kurzen Mittagspause ging es zu Den Gamle By, einem Freilichtmuseum, in dem verschiedene alte Gebäude aus unterschiedlichen Epochen wieder aufgebaut wurden. Der älteste Teil umfasst Gebäude zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert. Ein weiterer Teil stellt die Zeit um 1924 und 1974 dar. In diesem Teil wird noch kräftig gebaut. Ich hatte Hunger und aß in der Bäckerei von 1974 ein großes leckeres Stück Marzipantorte. Die Zeit reichte wieder einmal nur für einen ersten Eindruck. In Den Gamle By hätte ich gut einen ganzen Tag verbringen können. Den Gamle By Zurück im Aros fuhr ich mit dem Lift in den 10. Stock zum Regenbogenpanorama. Aros Regenbogenpanorama  Von dort arbeitete ich mich Etage für Etage nach unten. In der 8. Etage sind einige Bilder der Skagenmaler ausgestellt. Mit manchem, was hier so als Kunst gezeigt wird, konnte ich wenig anfangen. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass bereits ein langer anstrengender Tag hinter mir lag und ich einfach müde war. Nach dem Abendessen in einen der zahlreichen Restaurant am Åboulevarden endete der Tag.

8. Tag: Roskilde – Kronborg

Heute war wirklich schon der letzte Tag mit Programm. Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist. Mit dem Verladen der Koffer gaben sich unser Busfahrer und Reiseleiter heute besonders viel Mühe. Eine lange Überfahrt mit der Schnellfähre stand an. Bis zum Fähranleger im Hafen von Århus war es nicht weit. Dort lag die königliche Jacht Daneborg vor Anker. Die Königin selbst war nicht an Bord. Mit der Fähre dauerte die Überfahrt bis nach Vestevang auf Sjællands Odde 1 ¼ Stunde Århus  Bis Roskilde dauerte es noch einmal eine gute Stunde. Der Zeitplan war heute sehr eng. Deshalb ging es sofort nach der Ankunft in den Dom. Im Dom bekam jeder einen Audiokopfhörer. Unser Reiseleiter führte durch den Dom. Der Dom von Roskilde ist sicherlich die bekannteste Kirche Dänemarks. 38 Könige von Harald Blauzahn über Margarte I., Christian IV bis Frederik IX sind hier begraben. Wir begannen an der Königspforte. Nur Mitglieder der königlichen Familie dürfen den Dom durch diese Pforte betreten. Frisch Vermählte und Getaufte dürfen durch die Pforte hinaus gehen. In der Nähe befindet sich eine mechanische Uhr, die jede volle Stunde den Drachen tötet. Die reich verzierte Königsloge ist über den Köpfen der Gemeinde auf einer Galerie angebracht. Im Chorgestühl steht u.a. der Sarkophag von Margarete I. Im Hochchor sind weitere Könige in weißen Mamorsarkophagen beigesetzt. An der sog. Königssäule in der Kapelle der Heiligen Drei Könige sind die Körpergrößen vieler Herrscher markiert. Der Höhepunkt war natürlich die prunkvoll bemalte Kapelle Christian IV. Schön ist auch das Glasmosaik in der Kapelle des Hl. Andreas. Die Kapelle der Hl. Birgitta soll zukünftiges Grabmal des jetzigen Regentenpaares werden. Ein Modell des Glassarkophas ist schon ausgestellt, etwas makaber. Roskilde Domkirke Nach 45 Minuten mussten wir den Dom leider schon wieder verlassen. Das war viel zu kurz. Mir blieben noch 20 Minuten für ein schnelles Mittagessen bevor es in das Wikingerschiffmuseum von Roskilde ging. Die im Museum ausgestellten 5 Schiffe sind Original. Vor etwa 1.000 Jahren wurden sie als Barriere im Fjord versenkt. Das große Kriegsschiff hatte ca. 80 Mann Besatzung und wurde im entfernten Dublin gebaut. Die Handels- und Frachtschiffe sind etwas kürzer und breiter gebaut. Vikingesskibsmuseet In der zugehörigen Werft werden Wikingerschiffe auf alte Weise neu gebaut. Am späten Nachmittag erreichten wir Kronborg slot. Auf dem Schloss spielt Shakespeares Hamlet. Deshalb empfing uns Yorick, der Hofnarr, schon am Eingang. Mit Polonius plauderte ich ein wenig, während wir auf unsere Eintrittskarten warteten. Das Schloss ist leider, seitdem es ausgebrannt ist, nicht mehr möbliert. In einigen Räumen werden immer wieder Szenen gespielt. Beeindruckend war das in dem riesigen Ballsaal von 12 m x 60 m. In der Kapelle sind die Schnitzereien einmalig. Die Bibelwörter sind dort in Deutsch. Die königliche Familie stammt schließlich aus dem Hause Glücksburg. Das Hamlet-Ensemble verabschiedete die Besucher am Ausgang. Auch sie hatten Feierabend. Kronborg slot Gerade saßen wir im Bus, fing es wieder an zu regnen. Die 50 Kilometer bis Kopenhagen fuhren wir an der dänischen Riviera hinunter. Je näher wir Kopenhagen kamen, desto exklusiver und teurer wurden die Anwesen. Nah an Kopenhagen befinden sich der Wohnsitz der Schriftstellerin Karen Blixen sowie das Kunstmuseum Louisiana. Beides ist von Kopenhagen gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

9. Tag: Heimreise

Heute konnte ich alles in Ruhe angehen lassen. Ich frühstückte ein letztes Mal mit einigen aus unserer Reisegruppe. Anschließend ging ich das kurze Stück bis zum Hauptbahnhof. Im Vergleich zu Deutschland gab es auf dem Bahnsteig keine Wagenstandsanzeige. Die Informationen waren nur in Dänisch. Durchsagen gab es, genau wie am Flughafen, überhaupt nicht. Als der ICE einfuhr, hatte ich mich wirklich ziemlich gut positioniert. In Dänemark hatten inzwischen die Sommerferien begonnen. Der Zug war deshalb ziemlich voll. In der 1. Klasse war es aber wieder recht angenehm. Die Fahrzeit vertrieb ich mir mit lesen. Um 12:00 h  fuhr der Zug auf die Fähre. Alle Fahrgäste mussten ihn wieder verlassen. Am Ende des Zuges an dem ich ausstieg, gab es keinen Treppenaufgang. So musste ich in der Enge und Masse von Menschen fast den ganzen Zug entlang gehen. Auf dem Passagierdeck herrschte Gedränge. Die Läden waren überfüllt. Die See war nicht so ruhig wie auf dem Hinweg. Ich war froh, als ich wieder in den Zug einsteigen konnte. In Hamburg schien die Sonne und es war warm. So suchte ich mir ein ruhiges Plätzchen für die Wartezeit. In Hannover hatte ich wieder eine gute Stunde Aufenthalt. Deshalb gab es dort ein verspätetes Mittag- bzw. frühes Abendessen. Nach gut 10 Stunden war ich wieder zuhause. Dänemark hat einige Highlights zu bieten: die älteste Stadt Ribé, die Landschaften um Skagen und den Dom von Roskilde sind nur einige. Leider war die Tour nicht so optimal geplant wie ich es gewohnt bin. Die Fahrroute war mit Umwegen versehen. Die Zeit reichte oft nicht aus, um sich die Sehenswürdigkeiten ausreichend anzusehen. Es war versucht worden, alle Sehenswürdigkeiten hineinzupacken. Aber weniger ist manchmal mehr. Die Hotels, teilweise ohne Lift, für Gruppenreisen nur bedingt geeignet. Die erste Reiseleiterin hatte keine Erfahrung mit geführten Touren und war den Anforderungen nicht gewachsen. Trotzdem habe ich es nicht bereut, teilgenommen zu haben. Nach Kopenhagen werde ich sicherlich zurückkehren. Es gibt in und um die Stadt noch viel zu entdecken. zur Dänemark-Foto-Galerie:
www.bergeundmeer.de

Foto-CD: Dänemark

Meine schönsten Fotos sind für € 6,99    inkl. Porto und Verpackung auf einer Foto-CD erhältlich. Ist Ihr Interesse geweckt, dann klicken Sie für die Bestellung einfach hier.
Reisen, Urlaub, Ferien Bewertung wird geladen...
Deutschland Skandinavien Europa Nordamerika Südamerika Afrika Asien Ozeanien Fotogalerie über mich Reiseberichte und -fotografie
Die Vorstellung ist wundervoll, aber noch wundervoller ist das Erlebnis! (Oskar Wilde)
Silke Wolff
© Silke Wolff 2007-2016       Impressum/Disclaimer
Reisen, Urlaub, Ferien Bewertung wird geladen...