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Dresden

© Text und Photos: Silke Wolff Dresden, das Elbflorenz mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten und Museen stand schon langer auf meiner Wunschliste für Städtereisen. Schon bei meinem ersten kurzen Besuch 1993 hatte sie einen besonderen Eindruck bei mir hinterlassen. Inzwischen hat sich viel getan in der Stadt. Kein anderer als August der Starke, Kurfürst von Sachsen hat die Stadt geprägt. Seine unermüdliche Sammelleidenschaft verdankt der Stadt den Beinamen „Florenz an der Elbe“ und die heutigen Museen ihre wertvollen und weltberühmten Exponate. Auf engsten Raum befinden sich dort Prachtbauten wie die Semperoper, Kirchen und Museen. Dresden 1. Tag Gebucht hatte ich ein Pauschalpaket mit Bahnfahrt 1. Klasse und einem zentral gelegenen 4 Sterne Hotel. Am Morgen des 17.10.2015 machte ich mich auf den Weg. Im Zug machte sich leider schon eine kleine Enttäuschung breit. Die Sitze in dem 1. Klasse-Abteil des ICs waren durchgesessen. So früh am Samstagmorgen hatte ich mich auf einen Kaffee gefreut. Es gab aber keinen. An einem Samstag waren dafür nicht so viele Reisende unterwegs. Ich hatte das Abteil ganz für mich allein. Die Wetteraussichten waren für dieses Wochenende leider nicht so gut. Dicke Wolken gingen am Himmel. Als ich am Nachmittag in Dresden ankam, regnet es sogar. Das art’otel lag sehr zentral zwischen Yenidze und Zwinger. Ich bekam ein großes Zimmer zum Innenhof, sehr ruhig gelegen. Das gefiel mir gut. Nach einer kurzen Pause ging ich los, die Stadt zu erkunden. Ich fing am Zwinger, eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten an.  Der Zwinger wird in Teilen immer noch restauriert. Das wird sich wahrscheinlich auch nie ändern. Das schadet der Pracht der weitläufigen Anlage aber nicht. Auch bei bewölktem Wetter hinterlässt er Eindruck. Der Name Zwinger ist etwas irreführend, da er die mittelalterliche Bezeichnung für eine Befestigungsanlage zwischen der äußeren und inneren Stadtmauer ist. In Dresden wurde der Zwinger aber nie für militärische Zwecke genutzt. Den Ursprung bildet die Orangerie, erbaut zu Beginn des 18. Jahrhunderts von August dem Starken. In mehreren Bauabschnitten wurden die mit Galerien verbundenen Pavillons errichtet. Zur Hochzeit des Erbprinzen Friedrich August II mit der Tochter des österreichischen Kaisers wurde die Orangerie um einen Festplatz erweitert. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Anlage durch die Errichtung des sog. Semperbaus geschlossen. Ich betrat den Zwingerhof durch das Kronentor und sah mich um. Errichtet wurde es von August dem Starken anlässlich seiner Krönung zum König von Polen. Eine Haube mit vier polnischen Adlern trägt die vergoldete Krone. Kronentor Durch den Glockenspielpavillon verlasse ich das Gelände Richtung Stadt. Nach nur ein paar Schritten entdeckte ich den Aufgang auf die Galerie des Zwingers. Auf der Galerie konnte ich ihn fast ganz umrunden. Die Aussicht war von oben wunderschön. Der Dresdner Zwinger Die blaue Stunde für Abendfotos hatte ich leider verpasst und die Zeit in einem Bistro an der Altmarkt Galerie verbracht. Dort gab es für kleines Geld leckere Pasta. Im Dunkeln zog ich aber noch einmal los, um Nachtaufnahmen zu machen. Beleuchtet strahlen die Gebäude eine ganz besondere Atmosphäre aus. In der Frauenkirche fand, wie jeden Samstagabend ein Konzert statt. Die Besucher strömten hinein. Ich wäre gern dabei gewesen. Auf dem Neumarkt waren die Lokale gut besucht. Es gefiel mir hier. Unter den Arkaden der Residenz sangen Künstler „Time to say Goodbye“. Zahlreiche Zuhörer waren stehen geblieben und lauschten. Dresden bei Nacht

2. Tag

Als ich um 8:30 Uhr das Restaurant betrat, war es total überfüllt. Der Service war völlig überfordert. Die Tische wurden nicht neu eingedeckt. Neue Gäste finden keinen Platz. Ein gemütliches ruhiges Frühstück sieht anders aus. Ich ging so schnell wie möglich wieder. Leider sollte sich die Situation in den nächsten Tagen nicht ändern. Das war ein gravierender Minuspunkt für das Hotel und eine echte Herausforderung an das Management. Für 3 Tage hatte ich Ticket für den Hopp-on-hopp-off-Bus inkl. Stadtführung, historisches Grünes Gewölbe und Frauenkirche gebucht. Ich schloss mich der ersten Zwingerführung des Tages an. Unser Stadtführer erzählte anschaulich über die Entstehungsgeschichte aus Zeiten August des Starken. Der Wall- und Französische Pavillon wurde ursprünglich als Orangerie gebaut, damit dort die zahlreichen Orangenbäume überwintern können. Die Früchte wurden für die Parfümherstellung genutzt. In dieser Zeit glaubte man, das Waschen einem „die Pest an den Hals“ brachte. Im zweiten Bauabschnitt wurde die Galerie mit dem Kronentor errichtet. Für die Hochzeitsfeierlichkeiten des Sohnes August des Starken wurde der Zwinger durch Holzpavillons erweitert. Diese waren weiß verkleidet. Die Gebäude Weiß gestrichen. Die Feierlichkeiten mit ca. 2.000 Gästen dauerten 28 Tage und trieben den Staat fast in die Pleite. Ursprünglich war geplant, den Zwinger bis zur Elbe hinunter zu erweitern. Aus finanziellen Gründen wurde daraus nichts. Zwinger Genau um 10:15 Uhr erklangen vom Glockenspielpavillon einige Takte aus Vivaldis „Vierjahreszeiten“. An der Außenwand sind 40 Porzellanglocken angebracht, die viertelstündlich erklingen. Durch den französischen Pavillon gingen wir zum Nymphenbad. Der Innenhof ist mit zahlreichen Nymphenfiguren und einer Wasserkaskade verziert. Eine kleine Oase. Nymphenbad  Weiter ging es auf den Theaterplatz. Der Platz ist von monumentalen Bauten umgeben. In der Mitte thront das Reiterdenkmal König Johanns. Eines der berühmtesten Gebäude um den Theaterplatz ist sicherlich die Semperoper. Das Gebäude ist die inzwischen dritte Semperoper. Ursprünglich stand sie viel näher an dem Semperbau. Nach einem großen Brand wurde sie in sicherer Entfernung neu errichtet. Schon zu DDR-Zeiten erkannte Erich Honnecker, dass mit Kultur Geld, in diesem Fall Devisen zu verdienen sind. Deshalb wurde der Wiederaufbau der Oper beschlossen. 1985 feierte man die Wiedereröffnung mit „Der Freischütz“. Um König von Polen werden zu können, war August der Starke zum katholischen Glauben übergetreten. Man wollte den Kurfürsten deshalb sogar absetzen. Erst nach dem er den Sachsen die Religionsfreiheit zugesichert hatte, beruhigte sich die Lage. Einige Jahre später konvertierte sein Sohn ebenfalls und gab den Auftrag zum Bau einer katholischen Hofkirche. Mit einer Grundfläche von fast 4.800 Quadratmetern ist der größte Kirchenbau Sachsens. Mit August dem Starken waren nur wenige Höflinge übergetreten. Der große Kirchenbau war deshalb total überdimensioniert. 1980 wurde sie zur Kathedrale St. Trinitatis des Bistum Dresden-Meißen ernannt. Theaterplatz Da mir die Art des Stadtführers so gut gefiel, begleitete ich ihn weiter und schloss so die Fürstenzugführung gleich an. Vom Georgentor zieht er sich 102 Meter durch die Augustusstraße an der Außenmauer des Stallhofs entlang. Der Fürstenzug ist wie eine Ahnengalerie des Hauses Wettin. 94 Personen, darunter zahlreiche Mitglieder des Hauses Wettin sind darauf dargestellt, allerdings nicht immer originalgetreu. Er zeigt z.B. August den Starken als Schönling hoch zu Ross. Tatsächlich war sein Gesicht von Pocken gezeichnet. Alle seine Zähne hatte er sich aus Angst vor Schmerzen ziehen lassen und er hatte starkes Übergewicht. Ursprünglich war der Fürstenzug als Sgraffito zum 800-jährigen Jubiläum des Hauses Wettin entworfen. Da die Malereien schnell verblassten, wurde sie auf 24.600 Kacheln aus Meißner Porzellanfliesen übertragen. Die waren bei so großer Hitze gebrannt, dass sie sogar den Feuersturm im Februar 1945 überstanden. Fürstenzug Der große Hof, Teil des Residenzschlosses, war einst Turnierplatz. Die Ringstechsäulen stehen dort heute noch. Die Reiter legten ihre 40 bis 45 Kilo schweren Rüstungen im ersten Stock des Gebäudes an. Über eine Rampe wurden ihre Pferde hinauf geführt. Per Flaschenzug wurden die Reiter dann auf das Pferd gesetzt. Für die damalige Zeit handelte es sich um eine sehr moderne Anlage, mit Pferdeschwemme und Abflüssen für die Fäkalien direkt in die Elbe. Der Turnierhof wird durch die 20 Säulen getragenen Arkaden des Langen Ganges begrenzt. Sgraffitos verzieren die Fassade. Der Lange Gang Der Neumarkt ist in den letzten Jahren neu entstanden. Nachdem er im Februar 1945 durch die Bombardierungen zerstört wurde, lag er 40 Jahre brach. Die berühmteste Ruine war sicherlich die der Frauenkirche. Nach der Wende wurde kontrovers diskutiert, ob die Frauenkirche wieder aufgebaut werden sollte oder ihre Ruine als Mahnmal erhalten werden sollte. Aus Witterungsgründen wäre es aber langfristig nicht möglich gewesen, die Ruine zu erhalten. Eine Dresdner Initiative setzte sich für den Wiederaufbau ein. Mit internationalen Spenden konnten 1993 die Enttrümmerung und der anschließende Wiederaufbau beginnen. Während des Wiederaufbaus war die Baustelle verhangen. Erst nach der Fertigstellung wurde der Sichtschutz entfernt. Die Frauenkirche war als Symbol der Versöhnung wieder „auferstanden“. 2005 wurde sie feierlich eingeweiht. Sie war das erste Gebäude am Neumarkt. Alle anderen Gebäude sind, trotz ihrer historisch aussehenden Fassaden, danach entstanden. Neumarkt Die zwei Stunden der Führung sind wie im Flug vergangen. Inzwischen ist es Mittag geworden und mein Magen meldet sich. Ich landete im Bistro des Hilton-Hotels. Dort gefiel es mir gut. Eine umfangreiche Auswahl zu fairen Preisen. Nach dem Essen ist die Frauenkirche geöffnet. Ich schloss mich dem Besucherstrom an. Der barocke goldverzierte Altar ist der Blickfang im Inneren. Die Höhe der Galerien und der Kuppel tief beeindruckend. Für den morgigen Nachmittag hatte ich eine Führung gebucht. Ich war gespannt. Die Frauenkirche  Die ehemalige katholische Hofkirche wirkt dagegen eher schlicht. Mit der Anziehungskraft der Frauenkirche kann sie nicht mithalten. Nur ein paar Besucher hatten sich ins Innere verirrt. Auffällig im Innern ist der sog. Umgang. An katholischen Feiertagen wurden die Prozessionen im Inneren abgehalten. Die protestantische Bevölkerung sollte nicht provoziert werden.  Die ehemalige Hofkirche beherbergt die einzige in Dresden erhaltene Silbermann-Orgel mit mehr als 3.000 Pfeifen. In einer Seitenkapelle erinnerte die „Pietá“ aus Meissner Porzellan an die Bombenopfer von 1945. Sie wirkt wie aus Trümmerstücken zusammengesetzt. Die nur mit einer Führung zugänglichen Krypta haben viele Wettiner ihre letzte Ruhe gefunden. Das Herz August des Starken wird hier in einer Urne aufbewahrt. Begraben ist er im polnischen Krakau. Kathedrale St. Trinitatis  Am späten Nachmittag ist es endlich soweit. Ich hatte schon ein Ticket für das Historische Grüne Gewölbe im Residenzschloss gebucht. Das empfiehl sich, da pro Stunde nur 120 Besucher eingelassen werden und nur 40 % der Karte wirdan der Tageskasse verkauft. Jacken und Taschen müssen im Eingangsbereich einschlossen oder abgegeben werden. Über ein Audiosystem erläutern zwei Kinder, geführt von August dem Starken und Baltasar, dem Mohr durch die 9 Säle mit über 2.000 Ausstellungsstücken. Ich fand die Dialoge teilweise etwas kindisch und langwierig. Die Säle sind wie in ihrem ursprünglichen Zustand des 18. Jahrhunderts rekonstruiert. August der Starke hatte seine Schatzkammer so angelegt, dass die Pracht und die Kostbarkeiten von Saal zu Saal steigerten. Erstes Highlight war ein Kabinettschrank im Bernsteinzimmer. Er war ein Geschenk des Königs von Preußen. Im Pretiosensaal gefielen mir die aus australischen Straußeneiern gefertigten Segelschiffe am Besten. Im Wappenzimmer konnten sich meine Augen von den vielen Eindrücken etwas beruhigen, denn schon folgte der Höhepunkt im Juwelenzimmer. Ich wusste nicht, wohin ich zuerst schauen sollte. Überall funkelten Edelsteine, allerdings waren nicht alle echt. Teilweise handelte es sich um mit Farbfolien überzogene Bergkristalle. Bekanntestes Ausstellungsstück war hier der „Mohr mit Smaragdstufe“. Alle Kostbarkeiten sind während eines Besuchers einfach nicht zu entdecken. So hatte ich mich auf einige Stücke beschränkt. Residenzschloss; historisches Grünes Gewölbe Nach einer kurzen Erfrischungspause im Hotel wartete ein weiterer Höhepunkt, „La Bohemé“ in der Semperoper. Im Zuschauerraum herrscht vor der Vorstellung eine ruhige aber doch erwartungsvolle Stimmung. Der heute Abend schien ausverkauft zu sein. Ich konnte keinen freien Platz entdecken. Sogar die Stehplätze im 4. Rang waren vergeben. Die Inszenierung gefiel mir sehr gut. Die gut 2 Stunden vergingen wie im Flug. Es war ein gelungener sehr schöner Abend. Semperoper Zurück im Hotel endete ein eindrucksvoller langer Tag.

3. Tag

Der heutige Tag begann da, wo der gestrige geendet hat, in der Semperoper. Für den Vormittag hatte ich eine Führung gebucht. Zeitig stand ich vor dem Eingang und konnte mich schon einer früheren Gruppe anschließen. Unsere sympathische Führerin erzählte ausführlich die Entstehungsgeschichte und über die insgesamt drei Operngebäude. Während der neunjährigen Bauzeit der jetzigen Oper wurden die Aufführungen in ein Holzprovisorium verlegt. Auf einem Tablett zeigte sie alte Aufnahme der Vorgängergebäude. Zu meiner Überraschung sind die Wandverkleidungen im Foyer gar nicht aus Holz, sondern aus bemaltem Stuck. Nur die Türen sind aus echtem Holz. In den Vestibülen ist auch kein echter Marmor verarbeitet. Die Säulen sind ebenfalls ein Meisterwerk der Stuckateure. Die Malereien sind Motive aus der Mythologie, wie in Pompeji. Die Galerie ist vor den Vorstellungen und in den Pausen ein Laufsteg der Eitelkeiten. Sehen und gesehen werden steht hier an erster Stelle. Die Deckenmalerei stellt das Leben des Dionysos dar. Kein Detail im Inneren ist dem Zufall überlassen. Alles hat seine Bedeutung. Als wir den Zuschauerraum im Paket betreten, wird die Bühne gerade für das am Abend stattfindende Konzert hergerichtet. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Bühne 2x so tief ist wie der Zuschauerraum. Die Bestuhlung ist in grün und rot gehalten, rot für die Adligen, grün für das Volk. Früher waren die Ränge in kleine Logen aufgeteilt. Die sind für eine bessere Sicht heute nicht mehr vorhanden. Die gesamte innere Architektur, inklusive der Muscheln unter den Rängen ist auf die Akustik ausgerichtet. Auch dabei wurde nichts dem Zufall überlassen. Die einstündige Führung war die perfekte Ergänzung zu der Vorstellung gestern Abend. Semperoper   Nach einer Kaffeepause ging es weiter in das Neue Grüne Gewölbe. Ich musste unbedingt noch ein paar schöne Stücke bewundern, wie die „Daphne“ während ihrer Verwandlung in einen Lorbeerbaum. Ihre Arme und Haare gehen in rote Korallen über. Im Mikro-Kabinett  ist der „Kirschkern mit den 185 Gesichtern“ ausgestellt, zu erkennen nur durch ein starkes Vergrößerungsglas.  Neptun trägt eine große Elfenbein-Fregatte. Deren Segel sind nur wenige Millimeter dick. Im Rumpf der Fregatte sind die Namen von Wettiner herausgearbeitet. Für mich sticht sie an Schönheit und Eleganz absolut heraus. Vor dem „Hofstaat zu Delhi am Geburtstag des Großmogul Aureng-Zeb“ konnte ich gar nicht lange genug stehen bleiben, um alle Details zu entdecken. Zu viele gab es zu sehen. 137 Figuren, 36 Tiere sind mit Diamanten und Edelsteinen verziert. Kurz vor dem Ausgang ist er dann ausgestellt, der „Dresdner Grüne“, mit 41 Karat der größte grüne Diamant der Welt. Mit über 400 Brillanten ist er in einer Hutagraffe verarbeitet. Einfach ein Traum. Ich meinte, dass die Kostbarkeiten nicht mehr zu überbieten seien, und verließ das Museum. Ich setzte mich zur großen Stadtrundfahrt in den Hopp-on-hopp-off-Bus. Im Innenstadtbereich wurden einige Haltepunkte doppelt angefahren. Daher fuhr der Bus erst nach 1 Stunde aus dem Zentrum heraus. Die Route führte am Hygienemuseum vorbei. Kurz danach staunte ich über den 2 Kilometer langen großen Garten. Die Allee gab den Blick auf das Palais frei. Am Elbufer sind die drei Elbschlösser idyllisch gelegen. Schloss Albrechtsberg wurde von Albrecht für Preußen erbaut. Der Bruder Kaiser Wilhelms I. hatte unstandesgemäß geheiratet und musste daher ohne Thronrechte außerhalb von Preußen wohnen. Das Lingner Schloss wurde von einem Kammerherrn Prinz Albrechts errichtet. Anfang des 20. Jahrhunderts erwarb der Odol-Fabrikant und Gründer des Hygienemuseums Karl August Lingner das Schloss. Schloss Eckberg wurde von einem Großkaufmann erbaut, bevor es in Besitz des Erfinders der Zahnpastatube und der Chlorodent- Zahnpasta von Mayenberg wechselte. Es wird heute als Luxushotel genutzt. Elbschlösser Der Villenvorort Blasewitz gehört zu den teuersten Wohngegenden Dresdens. Einige Villen sind inzwischen, nachdem sie zu DDR-Zeiten völlig vernachlässigt wurden, wirklich schön restauriert. Das Blaue Wunder verbindet Blaseitz mit Loschwitz. Pfunds Molkerei liegt fast am Ende der Tour, bevor es am Japanischen Palais und am Goldenen Reiter vorbei über die Augustusbrücke zurück in die Altstadt geht. Die Rundfahrt hatte fast zwei Stunden gedauert, viel länger als angegeben oder als ich erwartet hätte. Die Zeit reicht noch für eine kurze Pause bei Kaffee und Kuchen. Dann wartete die Führung im Inneren der Frauenkirche, mein letzter geplanter Programmpunkt. Ein Guide übergab uns einem etwas trocknen Führer an der Kirchentür. Eine Stunde erzählte er über die Entstehungsgeschichte, den Wiederaufbau und der Bedeutung der Frauenkirche. Der Altar wurde zu 85 % aus Originalsteinen rekonstruiert. Seine Kanten sind gebrochen. Es soll eine Erinnerung an den 13./14.02.1945 sein, wo nach dem Bombenangriff auf Dresden die Kirche Feuer fing, ausbrannte und zwei Tage später einstürzte. Ihr Wiederaufbau gilt als Zeichen der Versöhnung und des „nie wieder“. Angesichts dessen, dass in der Stadt an diesem Tag fragwürdige politische Demonstrationen stattfanden, wurden halbstündlich Worte aus dem Matthäus Evangelium vorgelesen. Ich zündete eine Gebetskirche unter dem alten Turmkreuz an. Warum? Das wusste ich zu der Zeit nicht. Normalerweise mache ich so etwas nicht. Frauenkirche  Zum Abendessen landete ich wieder im Bistro des Hilton Hotels. Schließlich hatte es mir dort bei meinem ersten Besuch richtig gut gefallen. Anschließend war die Innenstadt komplett von Polizei abgeriegelt. An die geplante Lichterfahrt war nicht zu denken. Im schnellen Schritt bahnte ich mir den Weg durch die Absperrungen und Menschenmassen. Ich war froh das Hotel erreicht zuhaben. So eng können die Erinnerungen an die Geschichte und die aktuellen Ereignisse zusammenliegen.

4. Tag

Es war der Tag, an dem ich keine Aktivitäten vorgebucht hatte. Ich konnte den Tag so ruhig beginnen. Endlich zeigte der Himmel auch wieder sein Blau zwischen den Wolken. Während des Frühstücks überlegte ich, zur Pfunds Molkerei zu fahren. Mit dem Sightseeing-Bus hätte es wahrscheinlich wieder eine gute Stunde gedauert. Auf die fast komplette Rundfahrt hatte ich keine Lust. So entschied ich mich, mit der öffentlichen Straßenbahn zu fahren. Die Fahrplanauskunft der Dresdner Verkehrsbetriebs (dvb) ist sehr gut. Man gibt einfach einen Startpunkt ein und die Sehenswürdigkeit, zu der man möchte und bekommt eine komplette Wegbeschreibung. Von der Yenidze bis zur Molkerei waren es nur 5 Stationen. Von außen ist die Pfunds Molkerei etwas unscheinbar. Fotografieren innen war nicht erwünscht. So sah ich mich um. Innen sah es tatsächlich aus wie in einer Puppenstube. Er war komplett mit bunt bemalten Kacheln ausgestattet. Außer ein paar andern Touristen hatte sich niemand hierher verirrt. Ich vermute, dort wird mehr Umsatz mit dem Touristensortiment gemacht als mit dem Käse. Pfunds Molkerei Mit dem Sightseeing-Bus fuhr ich einen Haltepunkt bis zur Königstraße. Die wird von inzwischen schön restaurierten Bürgerhäusern gesäumt. Die durften allerdings nicht höher als das Japanische Palais und damit vier Stockwerke hoch gebaut werden. Je höher man in so einem Bürgerhaus wohnte, desto höher war auch die Stellung in der Gesellschaft. Zwischen dem Japanischen Palais und dem Hotel Westin Belvue führte ein Fußweg zur Elbe hinunter. Bis zum berühmten Caneletto-Blick auf die Altstadt waren es von dort nur noch ein paar Schritte. Inzwischen hatte es sich zugezogen. Die tief hängenden Wolken gaben der Ansicht etwas Mystisches. Caneletto-Blick Trotz der Wolken strahlte der Goldene Reiter. Sein Blick zeigt nach Osten, nach Polen. Goldener Reiter Auf der Augustusbrücke pfiff der Wind. Es war kalt und gemütlich. Spontan entschied ich, mit dem Sightseeing-Bus nach Schloss Pillnitz zu fahren. Eine ¾ Stunde dauerte die Fahrt. Es ging wieder am Hygienemuseum, der Gläsernen Manufaktur vorbei, durch die Plattenbauten der Johannvorstadt und der Villen Blasewitz, über das Blaue Wunder, an den Fachwerkhäusern von Loschwitz vorbei bis zum Schloss. August der Starke hatte das Schloss seiner Mätresse der Gräfin von Cosel, genau wie das Taschenbergpalais, geschenkt. Als sie in Ungnade fiel, enteignete er sie kurzerhand wieder. Gebaut ist die Anlage in chinesischen Stil, oder nach der Vorstellung, die man zu dieser Zeit von China hatte. Der Eintritt in den Park kostete noch einmal extra. Leider hatte es inzwischen angefangen zu regnen. Ich ging trotzdem in dem Park. Die Kastanienallee hatte bei dem trüben Wetter einen besonderen Charme. Im Sommer und guten Wetter muss es dort sehr schön sein. Schloss Pillnitz Nach einer Aufwärmpause im Hotel ging ich zum Abendessen in ein nettes Pasta-Lokal am Altmarkt. Dort gab es leckere und preiswerte Gerichte. Anschließend nutzte ich doch nicht die Gelegenheit für die inkludierte Abendfahrt mit dem Sightseeing-Bus. Leider regnete es immer noch und die Fenster des Busses waren daher beschlagen. So ist kaum etwas zu erkennen. Nach einer Stunde Rundfahrt ging ich ein letztes Mal über den Theaterplatz und durch den Zwinger zurück zum Hotel.

5. Tag

Der letzte Tag war schon wieder gekommen und die Heimreise stand bevor. Ich nahm ein letztes ausgiebiges und spätes Frühstück im Hotel ein. Beim Ausschecken musste ich tatsächlich noch eine Beherbergungssteuer zahlen. Der Mitarbeiter an der Rezeption war kurz angebunden. Keine Nachfrage, ob mir der Aufenthalt gefallen hatte. Wahrscheinlich wusste er um die Schwachstellen des Hotels. Mit der Straßenbahn fuhr ich zum Bahnhof und hatte dort noch genügend Zeit mich mit Proviant für die Fahrt einzudecken. Im Zug würde es wieder nichts geben. Im Zug war zu meiner großen Überraschung die komplette 1. Klasse reserviert. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet und auf eine Sitzplatzreservierung verzichtet. Da ich sowieso nicht gern in einem voll besetzten Abteil sitze, suchte ich mir lieber einen Platz in der 2. Klasse. Die Rückfahrt kam mir längst nicht so lang vor wie die Hinfahrt. Dresden ist eine sehr schöne sehenswerte Stadt mit etwas Besonderem. Alle Sehenswürdigkeiten sind auf engem Raum angesiedelt. Beeindruckend ist die enorme Anzahl von Museen mit weltbekannten Exponaten. Mit hat besonders der Besuch der Semperoper und der Frauenkirche gefallen. Beides hat bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen. Bestimmt gibt es in und um Dresden noch einiges Interessantes zu entdecken. Dafür reichen 4 Tage lange nicht aus. Ich musste die vielen neuen Eindrücke erst verarbeiten und Revue passieren lassen. Vielleicht dauert es ja nicht wieder 23 Jahre, bis ich das nächste Mal nach Dresden komme. Es stehen allerdings noch viele Reisen auf meiner persönlichen Wunschliste.
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Silke Wolff
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