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Durch Frankfurts Innenstadt

© Text und Photos: Silke Wolff Unzählige Male war ich in den letzten Jahren in Frankfurts Innenstadt unterwegs. Meistens zum Shoppen auf der Zeil, eine der umsatzstärksten Einkaufsstraßen Deutschlands. An den historischen Orten und Gebäude, wo Geschichte geschrieben wurde, lief ich vorbei. Bis ich mir am 26.08.2014 einen Nachmittag Zeit nahm, diese zu erkunden. Leider war das Wetter nicht so, wie ich es mir gewünscht hatte. Der Himmel war bewölkt und es regnete immer wieder. Trotzdem lohnte sich der Rundgang. Panorama Frankfurt Ich begann meinen Rundgang an der Hauptwache. Das Barockgebäude aus dem 18. Jahrhundert war die Wache des Frankfurter Militärs. Berühmtester Gefängnisinsasse war der Räuberhauptmann Schinderhannes. Heute befindet sich in dem Gebäude ein Café. Hauptwache Gegenüber steht die Katharinenkirche. Sie war ursprünglich Kloster und Spital. Einige Zeit hatte der Deutsche Orden die Leitung. Nachdem hier Luthers Reformation verkündet wurde, wurde sie evangelische Pfarrkirche. Johann Wolfgang von Goethe wurde in dieser Kirche getauft und konfirmiert. Die Enthauptung der Mörderin Johanna Margaretha Brand vor der Kirche verarbeitete er in der Gretchentragödie im Urfaust. Katharinenkirche Es waren nur wenige Meter bis zum Rossmarkt, Goetheplatz und Rathenauplatz. Die Plätze geben den Blick frei auf die Skyline des Bankenviertels. Die Bankentürme scheinen hinter dem Gutenbergdenkmal in den Himmel zu wachsen. Rossmarkt mit Gutenbergdenkmal Noch einmal ging ich an der Hauptwache vorbei in die Große Eschenheimer Straße. Dort wurde in den letzten Jahren das barocke Thurn und Taxis Palais, nachdem es im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, wieder aufgebaut. Es ist Teil des PalaisQuartier, zu dem noch ein Büroturm und ein Luxushotel gehören. Ursprünglich residierten die Fürsten und Reichspostmeister von Thurn und Taxis in dem Barockpalast, nachdem Karl IV. die Postverwaltung nach Frankfurt verlegt hatte. Thurn und Taxis Palais Am Ende der Straße steht der Eschenheimer Turm, ein gotischer Torturm. Unweit von hier findet der Parketthandel der Deutschen Börse statt. Vor dem Gebäude haben Bulle und Bär in Bronze Stellung genommen. Sie stehen für fallende und steigende Kurse und sind zum 400-jährigen Börsenjubiläum 1985 errichtet worden. Bulle und Bär   Deutsche Börse Die sog. „Fressgasse“ verbindet den Rathenauplatz mit dem Opernplatz. Seit dem Ersten Weltkrieg befinden sich hier überwiegend Lebensmittelgeschäfte und Delikatessenläden, auch wenn sich in den letzten Jahren andere Geschäfte untergemischt haben. Freßgasse Der Opernplatz wird dem Prachtbau der Alten Oper dominiert. Die Inschrift „Dem Wahren, Schönen, Guten“ sehr bekannt. Das prächtige Gebäude im Stil der italienischen Renaissance ist heute Konzert- und Kongresszentrum. Für die ursprüngliche Alte Oper spendeten die Frankfurter Bürger 480.000 Goldmark. Die tatsächlichen Baukosten betrugen damals ca. 5.000.000 Goldmark. Der Wiederaufbau sprengte ebenfalls die geplanten Baukosten. Statt der geplanten 60 Mio. Mark mussten 200 Mio. Mark investiert werden. Alte Oper Die Wallanlagen beginnen am Opernplatz. Der 5 km lange Anlagenring führt im Halbkreis um die Altstadt. Ursprünglich führte hier die mittelalterliche Stadtmauer entlang. Wallanlagen Durch das Grün glitzern die Glastürme des Bankenviertels. Aus den einfachen Bretterbuden an der St. Nikolaikirche, die dazu dienten den Geldmarkt der Messestadt zur organisieren, entwickelte sich eines der bedeutendsten Finanzzentren Europas. Hunderte von Banken und ausländische Kreditinstitute sowie die Europäische Zentralbank sind hier ansässig. Bei der Europäischen Zentralbank enden die Wallanlagen auf dem Willy-Brandt-Platz. Vor dem Gebäude erinnert das 15 Meter hohe Euro- Denkmal an den Beginn des Euro-Zeitalters. Euro-Denkmal                              Neue Oper Entlang des Gebäudekomplexes der Oper, dem Schauspielhaus und der Kammerspiele war es nicht weit bis zum Römer, Frankfurts zentraler, historischer Platz. Vorher führte mich der Weg durch die Limpurger Gasse und durchs Römerhöfchen mit seinem kleinen Herkulesbrunnen und offenen Wendeltreppe in den Kaisersaal des Rathauses. Im Kaisersaal feierten 10 deutsche Kaiser ihre Wahl und ihre Krönung. An den Wänden hängen Bilder von 52 deutschen Kaisern, von Karl dem Großen (gekrönt im Jahr 800) bis Kaiser Franz II. (1806 abgedankt). Kaisersaal Der sog. Römer ist das Rathaus der Stadt Frankfurt. Der Name geht wahrscheinlich auf den ehemaligen Besitzer, einen Kaufmann, der hauptsächlich mit Rom und Italien Handel betrieb, zurück. Da das alte Rathaus zu klein geworden war, kaufte die Stadt 1405 die Häuser Römer und Goldener Schwan. In den großen Hallen im Erdgeschoss, die zu Messezeiten vermietet wurden, boten Kaufleute ihre Waren an. Frankfurter Römer Gegenüber, auf dem Römerberg wurden Fachwerkhäuser historisch getreu wieder aufgebaut. Zwischen Römer und Römerberg thront der Gerechtigkeitsbrunnen, der mit weißen und roten Blumen, die Farben der Stadt Frankfurt, bepflanzt ist. Justitia, mit Waage und Schwert, trägt hier keine Augenbinde. Sie hat die Zackengiebel der 3 Hauptbauten fest im Auge. Die Zackengiebel sind seit dem Mittelalter ein Zeichen für Reichtum und politische Stellung der Stadt. Römerberg Die Alte Nikolaikirche am Platz war wahrscheinlich die königliche Pfalzkapelle der staufischen Königspfalz. Sie könnte Ort der Königswahlen, sowie Hof- und Reichstagen gewesen sein. Alte Nikolaikirche Durch die Saalgasse mit den ausgefallenen Wohnhäusern ging ich zum Kaiserdom. Eigentlich ist er gar kein Dom. Frankfurt war nie Bischofssitz. Trotzdem wurde der von den Bürgern ab dem 18. Jahrhundert so genannt. Schließlich war er Wahl- und Körnungsstätte der Könige des Hl. Römischen Reiches. Hervorgegangen ist er aus dem Gotteshaus der karolingischen Kaiserpfalz. Kaiserdom Unweit vom Römer steht die Paulskirche, das „Symbol der deutschen Demokratie“. 1848 verfasst die erste deutsche Nationalversammlung hier die erste demokratisch legitimierte Reichsverfassung für Deutschland. Auf ihr beruht das heutige Grundgesetz. Paulskirche Über die Zeil ging ich in nun strömenden Regen Richtung Judengasse. Im Museum wollte ich den Regen entfliehen und auch dieses Stück Stadtgeschichte erkunden. Leider ist das wegen Umbau bis zum Herbst 2015 geschlossen. So schaute ich mir den jüdischen Friedhof in der Battonstraße an. Er wurde bereits im Mittelalter angelegt und ist der zweitälteste Deutschlands. Die bekannteste Persönlichkeit, die dort begraben ist, ist der Gründer der Bankendynastie, Mayer Amschel Rothschild. Die Friedhofsmauer ist zu einer Gedenkstätte umgestaltet worden. Jüdischer Friedhof Inzwischen wurde es dunkel in Frankfurt. So beendete ich meinen Rundgang. Natürlich reicht ein Nachmittag nicht aus, um alles Sehenswerte zu erkunden. Vielleicht nutze ich einmal eine Gelegenheit und setze meine Erkundungen fort. Dann hoffentlich bei besserem Wetter.
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Die Vorstellung ist wundervoll, aber noch wundervoller ist das Erlebnis! (Oskar Wilde)
Silke Wolff
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