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Göteborg

© Text und Photos: Silke Wolff Natürlich musste ich dieses Jahr wieder nach Schweden, auch wenn es nur für ein paar Tage sein sollte. Ich beschloss, für 6 Tage mit einer kleinen Reisegruppe meines Schwedischlehrers nach Göteborg zu fahren. Mal sehen, wie weit die Sprachkenntnisse nach fast zwei Semestern an der VHS reichen. Göteborgs opera

1.Tag: Anreise

Am 15.05.2012 fuhren wir früh am Morgen ab. Nach 1 Stunde sollte Fahrerwechsel auf einer Raststätte sein. Dort hatte unser Bus schon eine Panne und wir mussten auf ein Ersatzfahrzeug warten. Als der neue Bus nach gut einer Stunde eintraf, wurde schnell alles umgeladen und es ging weiter. In der Neustädter Bucht machten wir unsere Mittagspause. Es gab ein reichhaltiges kaltes Buffet von einem Partyservice. Leider war das Wetter nicht so schön. Dicke Wolken hingen am Himmel und es war kalt. Kurz vor Fehmarn ließ sich die Sonne dann doch noch für kurze Zeit blicken. Über die Fehmarn-Sundbrücke fuhren wir zum Fährhafen Puttgarden. Die Überfahrt mit der Scandlines nach Rødby in Dänemark dauert genau 45 Minuten. Zu meinem Glück war die See ruhig, dafür fing es aber schon wieder an zu regnen. An Kopenhagen vorbei fuhren wir nach Helsingør. Dort ließ sich die Sonne wieder sehen. Diese Wetter wünschte ich mir für die nächsten Tage. Direkt am Fährhafen steht Kronborg Slot, in dem William Shakespeare Hamlet spielen ließ. Kronborg slot Für unsere kurze Überfahrt nach Helsingborg in Schweden mussten wir dieses Mal warten. Erst nach über einer halben Stunde konnten wir auf eine Fähre.  Die supermoderne Fähre benötigte nur 20 Minuten bis Helsingborg. Das Restaurant war trotzdem gut besucht. Schweden nutzten das Fährrestaurant zu einem Abendessen. Bis Göteborg waren es immer noch 220 Kilometer und wir waren inzwischen schon 12 Stunden unterwegs. Wir fuhren an Melby Strand und Halmstad vorbei. Diese Orte kannte ich aus meinem Lehrbuch. Nur sah ich in der Dämmerung nichts von ihnen. Erst um 22:00 Uhr hielten wir an einer Raststätte zum Abendessen. Die kannte ich. Vor zwei Jahren hatten wir hier ebenfalls Pause gemacht. Ich musste zu meiner Freude feststellen, dass meine Sprachkenntnisse zu mindestens schon für die Speisekarte ausreichen. Um 23:45 Uhr waren wir endlich im Hotel. Ibis Hotel Göteborg

2.Tag: Göteborg

Fast ausgeschlafen und nach einem guten Frühstück fuhren wir zu Masthuggskyrkan hinauf. Der Ausblick von dort oben über Göteborg war auch beim dritten Mal einmalig. Die Sonne schien und es war für die Jahreszeit richtig warm. Für den Nachmittag sagte der Wetterbericht regen voraus. Ich konnte es kaum glauben. Göteborg Panorama Als wir gegen Mittag durch Majorna zum Slottsskogen fuhren, waren bereits dunkle Regenwolken aufgezogen. In dem Göteborger Stadtpark gingen wir an den Seehunden, Pinguinen und durch das Azaalental zu den Elchen. Inzwischen regnete es in Strömen. So sahen wir im Gehege auch nur eine Elchkuh mit ihrem Neugeborenen im Gras liegen. Die Schweden essen oft warm zu Mittag. Daher bieten viele Restaurants ein relativ preisgünstiges Mittagsbuffet oder Mittagsgerichte an. So bedienten auch wir uns am Buffet des „The Golden Days“ Pub. Der liegt direkt im Zentrum gegenüber dem Gustav Adolf Torg und der deutschen Kirche. Anschließend besichtigten wir die deutsche Kirche / Christinenkirche. Sie war der Arbeitsplatz meines Schwedischlehrers in seiner Zeit als Vikar in Göteborg. Christinae kyrka Aufgrund des schlechten Wetters änderten wir kurzfristig das Programm und besuchten das Universum Science Center. Hier kann man die verschiedenen Klimazonen der Erde innerhalb weniger Stunden erleben und zahlreiche Experimente selbst durchführen. Als das Museum um 18:00 Uhr schließen wollte, wurden auch wir aufgefordert zu gehen. Zum Abschluss des Tages fuhren wir aus der Stadt hinaus. Nur 10 Minuten vom Stadtzentrum entfernt, in Mölndal stehen die typisch schwedischen Holzhäuser. In der Nähe befindet sich ein idyllischer kleiner See. Hier war für mich typische Schweden, wie ich es mir vorstelle. See bei Mölndal Auf einem Picknickplatz am ICA Max verzerrten wir die Reste unseres mitgebrachtem Buffet. Als wir wieder am Hotel waren, endete für mich der Tag.

3.Tag: nördlicher Schärengarten

Es war wieder kalt, besonders der Wind, nur 9 °C und es regnete mal wieder. Es war kein guter Start in den Tag. Ursprünglich wollten wir eine Bootstour auf den Kanälen machen, aber am Anleger erfuhren wir, dass es an diesem Tag keine deutschsprachigen Touren gab. Also fuhren wir in den Schärengarten. Mit der kostenlosen Fähre setzten wir auf die Insel Hönö über. Um den schneidenden Wind zu entfliehen, besuchten wir das örtliche Fischereimuseum ausführlich.  Zu sehen gab es allerlei Exponate der Schifffahrt. Mir hat die kleine Kunstausstellung in einem Raum des Museums am besten gefallen. Insel Hönö Auf der Insel Öckerö liegt das Nimbus Vandrahem. Im angeschlossenen Café & Restaurant wird ebenfalls täglich ein sog. dagens lunch angeboten. Trotz des eingeschränkten Feiertagsangebotes, Christi Himmelfahrt ist auch in Schweden ein Feiertag, gab es drei Gerichte zur Auswahl. Ich entschied mich für Lachs mit schwedischem Kartoffelsalat und einem selbst gebackenen Kuchen zum Nachtisch. Seit Stunden hatte es nicht mehr geregnet. Als wir an der Ruine der Bohus Festung ankamen, fing es aber wieder an. Schade, so hatten wir keine gute Aussicht in das Götaälv-Tal und wir mussten uns während der Besichtigung immer wieder geschützte Plätze suchen. Bohus Festung Zu Beginn der Rückfahrt rollte unser Bus langsam durch die engen Straßen des Örtchens Kungälv mit seinen typischen Schwedenhäusern und schönen Gärten. Ich möchte hier gern einmal bei schönem Wetter durch die Gassen schlendern. Fürs Abendessen machten wir uns zu Fuß auf den Weg in ein mongolisches Restaurant in der Nähe des Casinos. Es war nur eine ½ Stunde zu laufen, vorbei am Lilla Bommen Hamn und der Oper, eigentlich ein schöner Spaziergang. Aber es gisst wieder in Strömen und ab dem Utkiken erwischte uns auch noch ein starker Wind. Auf dem Rückweg regnete es war nicht mehr, aber der Wind blies immer noch sehr kalt. Zurück im Hotel duschte ich mich erst einmal war und setzte dafür das gesamte Bad unter Wasser.

4.Tag: Gränna – Jönköping

Für heute stand ein Ausflug an den Vätternsee an. Ein Stück außerhalb von Göteborg, in Landvetter besuchten wir aber erst ein Freizeitheim, wo unser Leiter und einige Kinder unserer Reiseteilnehmer ihre Jugendfreizeiten verbrachten. Das Gelände liegt im Wald mit direktem Zugang zu einem See. Der Leiter der Jugendgruppe, die sich dort aufhielt, lud uns nett in das Gemeinschaftsgebäude ein, kein Problem für die offenen und gastfreundlichen Schweden. In Gränna besuchten wir eine Glasbläserei. An diesem klemdag (Brückentag) war der Ofen nicht angeheizt und es gab somit keine Vorführung. Leider gab es für mich im Laden kein Mitbringsel zu kaufen. In Gränna mussten wir natürlich eine Zuckerstangenfabrik besuchen. Es war ein schöner uriger Laden. Vom Besitzer bekamen wir deutschsprachige Erläuterung über die Herstellung und leckere Kostproben. Deshalb kaufte ich wahrscheinlich mehr als geplant. Zuckerstangenladen Von dort waren es nur ein paar Schritte bis zum Grännagården zum Mittagessen. Unsere Mittagspause viel heute etwas kürzer aus. In Jönköping wollten wir das Streichholzmuseum besichtigen. Das schließt außerhalb der Saison aber bereits um 15:00 Uhr. Leider kamen wir dort erst um 15:05 Uhr an. Zu spät, wir kamen nicht mehr hinein. Dafür schien endliche die Sonne vom blauen Himmel und es war richtig warm geworden. Alternativ ging die Gruppe zum John Bauer Museum. Bei diesem herrlichen Wetter ging ich lieber in Stadt. In der Fußgängerzone gab es richtig schöne kleine Geschäfte. In einigen probierte ich meine Sprachkenntnisse aus. Und es funktionierte. Jönköping Um das John-Bauer-Hotel war vor drei Jahren eine große Baustelle. Jetzt sind dort neue Apartmenthäuser mit Gastronomie entstanden. Zurück am Bus, erfuhr ich, dass auch das John-Bauer-Museum geschlossen war. Auf der Rückfahrt stellte ich fest, dass ich endlich in meinem Schweden angekommen war:  blauer Himmel, blaues Wasser und grüne Wiesen mit roten Holzhäusern. Zum Abendessen fuhren zum Wasserturm. Von dort oben war der Blick über Göteborg besonders schön. Auf dem Berg oben war es eng und schwierig für den großen Reisebus einen Parkplatz zu finden. Zudem musste sich unserer Fahrer viel über die Einparkkünste seines Kollegen anhören. Wasserturm Zu essen gab ein leckeres smörgås med köttbullar och rödbetor, dazu ein lättöl. Zum Nachtisch wurde ein viel zu großer Eisbecher serviert.

5.Tag: Göteborg – Tjolöholm slott

Zu Fuß machten wir uns auf den Weg zur Anlegestelle der Paddan Boote. Heute Morgen schien die Sonne. Dadurch war es natürlich gleich wärmer, herrlich. Der Gustav Adolf Torg war fast menschenleer. Gustav Adolf Torg Wir waren rechtzeitig an der Anlegestelle und hatten noch Zeit uns die nähere Umgebung anzuschauen. Unmittelbar in der Nähe befinden sich die Saluhallen und das Stora Teater.  Auf der Avenyn war es so früh am Samstagmorgen ruhig. Wir hatten freie Sicht bis hinauf zum Götaplatz. Hier hatten zwei Tage zuvor die Abiturienten ihren Abschluss gefeiert. Stora Teatern Die 50-minütige Bootstour startete. Durch die Kanäle ging es vorbei an Gustav Adolf Torg und an der deutschen Kirche, hinaus auf den Göta Älv. Die Brücken zur Hafeneinfahrt waren so niedrig, dass alle Gäste sich auf den Boden ducken mussten. Eine Brücke wird deshalb auch der Käsehoben genannt. Am Packhuskajen lagen zwei Göta-Kanal-Passagierschiffe, die Diana und die Juno. Das Boot fuhr ein Stück den Göta Älv hinauf, bis zum Lippenstift, vorbei an der Oper und dem Lilla Bommen Hamn. Nach der Runde durch den Hafen fuhr das Boot an der Freske Körke vorbei zurück. Freske Korka Die Zeit war sehr schnell vergangen. Die Fahrt war auf jeden Fall ein Erlebnis und hat sich gelohnt. Auf dem Rückweg zum Hotel nahmen wir uns Zeit für eine Shoppingtour im Nordstan Shoppingcenter. Ich versuchte im Kaufhaus Åhléns meine gewünschte Kosta Boda Glasfigur zu bekommen. Leider gab es sie nur in Blau. Ich verzichtete daher auch dieses Mal. Mittagessen gab es im Nordstan in einem italienischen Schnellrestaurant mit Pizza und Pasta „all you can eat“ und einem Getränk. Auf dem Weg nach Tjolöholm slott zogen wieder Wolken auf. In der Vorsaison werden die Führungen durchs Schloss nur in Schwedisch angeboten. Ich hatte bei der schnellen Sprechgeschwindigkeit keine Chance etwas zu verstehen. Zum Glück gab es Informationsblätter in Deutsch und Englisch. Das Innere ist meistens mit dunklen Hölzern vertäfelt. So dunkel möchte ich nicht wohnen. Der Besuch lohnte sich aber auf jeden Fall. Zu dem Schloss gehört ein eigenes kleines Dorf mit Kirche. Tjolöholm slott & Dorf In Jãnssons Konditorei in Gottskär probierten wir ein riesiges Stück von der leckeren Himbeertorte. Am Abend sind wir bei Birgitta und Johannes Landgren zum Abendessen eingeladen. Birgitta ist die Leiterin eines Kinder-und Jugendchores, der schon öfters zu Besuch in Deutschland war. Zu fuhren wir noch einmal nach Mölndal. Unser großer Reisebus in der Hofeinfahrt erweckte die Aufmerksamkeit der Nachbarn. Sie beobachteten von Fenster aus unsere Ankunft. Einige kamen auch direkt auf die Straße. Birgitta hatte sich viel Mühe gemacht und servierte uns ein leckeres Abendessen mit einem warmen Apfelkuchen zum Nachtisch. Die Beiden waren mir auf Anhieb sympathisch und sprachen ein gutes Deutsch. Birgitta musste erfahren haben, dass ich an einem Schwedischkurs teilnehme, und sprach mich direkt an. Leider verstand ich sie überhaupt nicht. Förlåt!

6.Tag: Heimreise

Unsere Zeit in Göteborg war schon wieder um und wir machten uns auf die Heimreise. Durch die endlose Weite Schonens mit seinen gelben Rapsfeldern fuhren wir wieder nach Helsingborg.  Rapsfelder in Schonen Der Bus war es still geworden. Wer nicht schlief, las oder hing seinen Gedanken nach. Zur Mittagszeit machten wir Picknick. Es gab Köttbullar mit Kartoffelsalat. Am späten Nachmittag sind wir zurück in Deutschland. Es endet hier ein langes Wochenende. So machen wir uns auf dichten Verkehr gefasst. Wir kommen trotzdem gut voran. Am späten Abend sind wir zuhause. Die Rückfahrt hat fast genau so lange gedauert wie die Hinfahrt. Das Wetter hätte manchmal etwas besser sein können, dafür das Essen etwas weniger. Trotzdem waren es schöne Tage mit netten Leuten. Ich habe Einblicke bekommen, wie sie auf einer professionell organisierten Tour nicht möglich gewesen wären. Natürlich war es nicht meine letzte Schwedenreise.
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Die Vorstellung ist wundervoll, aber noch wundervoller ist das Erlebnis! (Oskar Wilde)
Silke Wolff
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