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Island - Insel aus Feuer und Eis

© Text und Photos: Silke Wolff Bereits im Januar hatte ich die Reise gebucht. Eine Woche auf der Ringstraße rund um Island. Bei der Buchung war ich Feuer und Flamme. Einige beneideten mich, glaube ich, ehrlich um das Reiseziel. Nur mir kamen kurz vor Reiseantritt Zweifel. Waren die raue Landschaft mit den kühlen Temperaturen von 9 – 13 °C und das vorhergesagte regnerische Wetter wirklich das Richtige? Ich würde ja sehen! So packte ich warme Sachen inkl. Schal und Mütze ein und zog los zu der Insel auf Feuer und Eis.

1.Tag: nach Reykjavik

Am 30.06.2017 ging es los und ich freute mich doch. Leider fing auf dem Bielefelder Bahnhof das Chaos an. Der ICE hatte 15 Minuten Verspätung, die sich im Laufe der Fahrt weiter aufbaute. Ich wechselte den Zugteil und saß, trotz ein Rail & Fly-Ticket für die 1. Klasse, in der Tür ohne Klimaanlage. Im Anschluss-ICE funktionierte im ersten Wagen die Klimaanlage nicht. Zum Glück war der Zug, obwohl es Freitagnachmittag war, nicht sehr voll. Dank meiner geschickten Umsteigeaktionen war ich nicht einmal 20 Minuten später als geplant am Frankfurter Flughafen. Im Terminal 2 war der Baggage-dropp-off-Schalter ganz am Ende der Halle. Es ging hier entspannt zu. Untypisch für Frankfurt und trotz Ferienbeginn in Hessen war vor der Sicherheitskontrolle keine Warteschlange. I Kurz, nachdem die Maschine ans Gate gerollt war, begann auch schon das Einsteigen. Ruckzuck waren alle Passagiere an Bord, sodass es um 22:45 Uhr losging. Die Flugzeit war mit 3:20 Stunden angegeben. Der Bordservice bei Icelandair war mehr als mager. Zwei kleine Becher Getränke wurden serviert. Alles andere musste zusätzlich bezahlt werden. Die Flugbegleiterinnen wirkten kühl. Wenigsten war der Sitzabstand mit 81 cm in der Economy-Class großzügig. Um 2:05 Uhr / 0:05 Ortszeit war Landung in Keflavik. Die Halle mit den Gepäckbändern war total überfüllt. Keflavik kennt kein Nachflugverbot und ist Drehscheibe von Nordeuropa nach Nordamerika. Erstaunlich war, dass es für die ankommenden Passagiere extra einen Duty-free-Shop gab. Das hatte ich noch nie gesehen. Endlos stand ich am Gepäckband. Ich mag es nicht, wenn mehrere Flüge auf einem Band abgefertigt werden. Zwischendurch war unseres auch noch defekt und stand eine Weile. Wenigstens hatte sich der Reiseleiter gut sichtbar positioniert. Er sammelte eine große Gruppe. Um 1:20 Uhr fuhren wir endlich die 30 Minuten zu dem ersten Hotel in Hafnarfjöður. Dort bezog ich ein superkleines Zimmer. Egal, todmüde fiel ich ins Bett.

2.Tag: Goldener Ring

Die sehr kurze Nacht steckte mir in den Knochen, als der Wecker mich aus dem Tiefschlaf holte. Im Bad erlaubten sich die Trolle einige Scherze mit mir. Es verschwanden einige Dinge einfach, die ich trotz intensiver Suche nicht wiederfand. Nach dem Frühstück tauchten sie dann doch wieder auf. Der Tag begann mit einem Orientierungsbesuch in der Hauptstadt Reykjavik. Von der Besucherterrasse des „Perlan“, einem zum Museum umgebauten Warmwasserspeicher, war der Blick über Reykjavik spannend. Fast alle Sehenswürdigkeiten waren gut zu erkennen. Reykjavik Panorama Die Hallgrimskirkja überragt alle anderen Gebäude. Sie war unser nächster Stopp. Der riesige Innenraum beeindruckte mit seiner Schlichtheit. Das Taufbecken ist einem Eiskristall nachempfunden. Als ich eintrat, wurde gerade die große Orgel mit ihren 5.275 Pfeifen gespielt. Mir lief ein kleines Schauer über den Rücken. In der Fassade des Harpa, des neuen Konzerthauses, brachen sich die Sonnenstrahlen. Ein eindrucksvoller Bau direkt am Wasser. Hier war leben in und um das Gebäude. Ich ließ mich eine Weile mittreiben. Harpan, Reykjavik Das war bereits der letzte Stopp in Reykjavik. Nun ging es aus der Stadt hinaus auf den Goldenen Ring. Ich bekam einen ersten Eindruck von der vielfältigen isländischen Landschaft mit ihrer Flora und Fauna, als wir einen kurzen Spaziergang im Þingvellir Nationalpark unternahmen. In der Nähe des Þingvallavatn wird heißer Wasserdampf in ein Pipelinesystem geleitet. So werden die Bewohner mit Warmwasser und Wärme versorgt. Þingvellir Dann erreichten wir den wohl geschichtsträchtigsten Ort, Þingvellir. Ab ca. dem Jahr 930 wurde hier rund 900 Jahre Recht gesprochen. Die Häuptlinge, die Goden, der aus Norwegen eingewanderten ersten Siedler, wollten sich nie wieder einem König unterstellen. So riefen sie eine Volksversammlung ein. Zur Sommersonnenwende versammelten sich bis zu 5.000 Menschen. Durch die Almannagjá ging es zum Lögberg. In der Almännerschlucht standen die Thingbuden. Sie dienten als Unterkünfte. Ein Stück weiter auf dem Lögberg wurden Recht gesprochen. 1944 wurde hier die Unabhängigkeit erklärt und die Republik Island ausgerufen. I Þingvellir  Der Gullfoss, der Goldene Wasserfall, soll einer der schönsten Wasserfälle Islands sein. Da es der Erste war, den ich zu Gesicht bekam, konnte ich das noch nicht genau sagen. Durch die gleichzeitige Mittagspause hatte ich Zeit genau ihn ausgiebig zu erkunden. Der Gletscherfluss Hvitá, fällt 31 m in eine tiefe Schlucht. Ca. 10.000 Jahre hat es gedauert, bis sich das Wasser so tief graben konnte. Gullfoss Vom Gullfoss war es nur ein Katzensprung bis zu den Geysiren im Haukadalur Tal. Der Stori Geysire, er spuckt zwar schon lange nicht mehr, ist der Namensgeber für alle Geysire weltweit. Dafür ist auf den Strokkur, das Butterfass, verlass. Mit schöner Regelmäßigkeit schießt seine Fontaine aus Wasser und Dampf alle paar Minuten mit großer Kraft bis zu 20 m in die Höhe. Geysire, der Strokkur Ein eindrucksvoller Tag mit vielen Höhepunkten neigte sich langsam dem Ende zu. Doch zwei Fotostopps mussten noch sein. Einer am Faxifoss, dem Pferdehaarwasserfall, der sich malerisch in die Landschaft fügte und an einer Koppel mit den berühmten Islandpferden. Faxifoss Islandpferde

3. Tag: Seljalandsfoss - Eyjafjallajökull – Vik i Mýrdal – Skaftafell – Jökulsarlón

Der Seljalandsfoss ist der einzige Wasserfall, hinter den man laufen kann. Nur leider nicht an dem Tag, wo ich da war. Der Wind kam aus der falschen Richtung und drückte das Wasser gehen die Felswand. So war es zu nass und rutschig. Der Weg war geschlossen. Seljalandsfoss Dafür entschädigte der Informationsfilm am Eyjafallajökull. Bekannt ist er geworden, weil während seines letzten Ausbruchs 2010 die Aschewolke fast den gesamten Flugverkehr in großen Teilen Europas lahmlegte. Eine Farm unterhalb des Gletschers war fast täglich in den Medien und lockte anschließend zahlreiche Touristen an. Der Medienrummel wurde zu einer neuen Geschäftsidee. Eine Scheune wurde zum Besucherzentrum umfunktioniert. Der 15-minutige Film erzählte die Zeit des Ausbruchs und den Wiederaufbau der Farm als Selbstversorger mit eigener Wasser- und Stromversorgung. Unerwartet kam der Ausbruch nicht. Schon drei Monate vorher gab es Anzeichen. Aber dann wurden bis zu 500 m³ Asche pro Sekunde ausgespuckt. Der Gletscher schmolz. Menschen mussten evakuiert werden. Straßen wurden unterbrochen, um wenigsten die Brücken zu retten. Den kleinen Kälbern im Stall sah man die Angst in den Augen an. Sie mussten zurückbleiben. Dafür machte der Ascheregen das Land fruchtbarer als je zuvor. Ein sehr beeindruckender Film über das Naturereignis. Eyjafjallajökull Für unsere Reisegruppe ging es weiter zum Skógarfoss. Mit 60 m Fallhöhe ist er einer der höchsten Wasserfälle Islands. Eine Legende besagt, dass die ersten Siedler von Skógar eine Kiste mit Gold dort versteckten. Bei Sonnenschein schimmert das Gold durch den Wasserfall. Leider war es bei meinem Besuch bedeckt. Dafür kommt man sehr nach an den Wasserfall heran. Skógarfoss Die Felsen am schwarzen Lavastrand von Reynesfjara mit seiner starken Brandung soll ein Brutgebiet der Papageientaucher sein. Gesehen habe ich bei meinem Strandspaziergang keinen. Vik i Mýrdal ist ein kleines Nest, der südlichste Ort Islands. Sein Wahrzeichen ist die kleine Holzkirche oberhalb des Ortes und der bekannte schwarze Lavastrand. Meine Mittagspause verbrachte ich bei einem Strandspaziergang in der Sonne. Vik i Mýrdal Gerade saßen wir wieder im Bus, als ein heftiges Regenschauer niederprasselte. Der weitere Weg führte durch das mit Moos bedeckte Lavafeld von 1784. Durch die Wolken ließen sich die weißen Gletscher des Skaftafell Nationalparks nur schemenhaft erkennen. Zum Gebiet gehören drei Talgletscher. Wir unternahmen von Besucherzentrum aus einen Spaziergang zur Abbruchkante eines Gletschers. Skaftafell Nationalpark Nun gaben die Wolken den Blick auf die Gletscherzungen des Vatnajökull frei. Die Ringstraße führt nah daran vorbei. Am frühen Abend kam der absolute Höhepunkt, nicht nur des Tages, sondern der gesamten Reise. Mit einem Amphibienfahrzeug fuhr ich in den Gletschersee Jökulsarlón. Der Gletschersee ist durch den Rückzug des Breiðamerkurjökull entstanden. Seine Attraktion sind die Eisblöcke, die am Ende der Gletscherzunge abrechen und durch den See und den Fluss Jökulsá á Breiðamerkursandi ins Meer treiben. Wir hatten Glück, die Abendsonne ließ das Eis strahlen. Es glitzerte in weiß, blau oder war durchsichtig. Enthielt es vulkanische Asche, war es dunkelgrau oder gar schwarz. Ein faszinierendes Schauspiel! Ich war restlos begeistert. Einen schöneren Abschluss des Tages hätte es nicht geben können. Jökulsarlón

4. Tag: Höfn – Djúpivogur - Ostfjorde

Es waren dicke schwarze Wolken aufgezogen. Der Stopp in dem verschlafen wirkenden Fischerort Höfn viel daher etwas kürzer aus. Viel zu sehen gab es sowieso nicht. Wir verließen die Südostküste durch einen Tunnel in Richtung Norden. Unser Reiseleiter hatte recht. Hinter dem Tunnel hatten sich die Berge tatsächlich verändert. Auf der Nehrung bei Lönsvik unternahmen wir einen kurzen Spaziergang entlang des schwarzen Kieselstrandes. Der Blick vom oberen Busparkplatz war aber der Beste. Nehrung Lönsvik In Djúpivogur gab es tatsächlich die leckersten Fish & Chips, die ich je gegessen habe. Ansonsten wirkte auch dieser Ort verschlafen. Es ist aber einer der ältesten Handelsplätze. Er wurde bereits Ende des 16. Jahrhunderts von dänischen Kaufleuten gegründet. Attraktion des Ortes ist das Kunstwerk „Eggin i Gledvik“. 34 Graniteier, geformt, wie die Eier der heimischen Vögel stehen an einem Küstenweg. I Djúpivogur                          „Eggin i Gledvik“ Die Ringstraße schlängelte sich den gesamten Nachmittag entlang der idyllischen Ostfjorde. Plötzlich hielten wir ein einem Nest mit dem Namen Stöðvarfjörður. Dort gab es einen interessanten Laden mit handgestrickten Wollsachen und sonstigen Kram der örtlichen Fraueninitiative, ein Erlebnis. Die ehemalige Kirche war inzwischen zu einer B&B-Unterkunft umfunktioniert. Rechtzeitig erreichten wir unser Hotel mittel im isländischen Wald. Der würde in Deutschland wohl als Sträucher und Büsche bezeichnet. Ich bezog ein geräumiges, neu eingerichtetes Zimmer mit Blick auf den See Lagarfljót. Das schönste Hotel der gesamten Reise.

5. Tage: Dettifoss – Hvrir – Mývatn - Godafoss

Der Weg zum Dettifoss führte durch die sog. Mondlandschaft. Die liegt auf einem Hochplateau und ist anfangs grün. Die Gegend dient im Sommer als Weideland für Rentiere. Später zeigt sich eine dunkle Lavalandschaft. Am Horizont sind die zum Teil schneebedeckten Gipfel des Vatnajökull zu sehen. Mondlandschaft auf dem Hochplateau Nach zwei Stunden Fahrt stiegen wir am Dettifoss aus. Es regnete und die Wolken hingen tief. Dabei hatte heute Nacht doch die Sonne geschienen. Das trübe Wetter dämpfte den Eindruck des wasserreichsten Falls Islands. Auf einer Breite von 100 m stürzen sich gewaltige Wassermassen 45 m in die Tiefe. Welche gewaltige Wasserkraft am Werk war und ist, kann man an dem Canyon erkennen. Der Jökulsá hat sich im Laufe der Zeit bis zu 120 tief eingegraben. Dettifoss Weiter ging es zu den Schwefelquellen von Hvrir. In dem Thermalgebiet blubberte an vielen Stellen der heiße Schlamm in Löchern. Es dampfte aus der Erde und roch nach Schwefel. Die Landschaft wirkte nicht von dieser Welt. Schwefelquellen Vom Námaskarð Pass konnten wir einen ersten Blick auf den Myvatn, den Mückensee werfen. Dimmuborgir sind die Überreste eines Lavasees. Nach dem Abfluss der flüssigen Lava blieben bizarre Lavapfeiler zurück. In der Mythologie wohnen hier die Elfen und Trolle. Verschiedene Wander-/Rundwege standen zur Auswahl. Wir unternahmen ein ca. 1-stündige Tour zum Kirkjhringur. Dimmuborgir In der Nähe von Skútustaðir bilden zahlreiche kleine Pseudokrater die Hügellandschaft um den Myvatn. Da diese Krater keinen Förderkanal bis in die Tiefe der Erde haben, werden sie als Pseudokrater bezeichnet. Inzwischen hatte sich die Sonne wieder durchgesetzt. So kam das Grün im Nachmittagslicht gut zur Geltung. Myvatn Abschluss des Tages bildet der Besuch beim Wasserfall Godafoss. Für mich war dies der schönste Wasserfall Islands. Der Legende nach hat der letzte Gode nach dem Übertritt zum Christentum die letzten heidnischen Götterbilder hineingeworfen. Daher der Name Godafoss, Götterwasserfall. Godafoss Direkt am Eyjafjördur in der Nähe von Akureyri bezogen wir Zimmer in einem Hofhotel. Die Gästezimmer befanden sich in einer umgebauten Scheune. Der ehemalige Silo war aus Leuchtturm mit Aussichtsplattform umfunktioniert. Während des Abendessens lief ein Kreuzfahrtschiff aus. Schöner hätte der Tag nicht enden können.

6. Tag: Akureyi – Blaue Lagune

Der morgendliche Dunst lag über dem Fjord. Die Wolken hingen tief vor den Bergen. Während des Frühstücks genoss ich die Aussicht. Ich wäre gern noch geblieben. Es ging aber weiter nach Akureyi. Die Stadt liegt traumhaft, besonders bei Sonne. Akureyi Vom botanischen Garten liefen wir durch die Stadt. Im botanischen Garten findet man die isländische Flora sowie grönländische Pflanzen. Zwischen dem alten Gymnasium, ein fast hundert Jahre altes Holzgebäude und der kleinen katholischen Kirche steht die Skulptur des Geächteten.  Höhepunkt von Akureyi ist sicherlich die Akureyrarkirkja. Sehenswert sind die Fenster. Jedes stellt eine Station aus dem Leben Christi und ein Ereignis aus dem isländischen Christentum dar. Ursprünglich befanden sich über dem Altar Fenster aus der Kathedrale von Coventry. Inzwischen befinden sie sich aber wieder in England. Akureyrarkirkja Ich wäre gern noch etwas durch die Fußgängerzone, die im Winter beheizt wird und dadurch eisfrei gehalten wird, gebummelt. Leider drängte aber die Zeit. Der Aufstieg zum Vulkankrater Grábók am Nachmittag viel meiner Höhenangst zum Opfer. Dafür entschädigte mich der Besuch am Wasserfall Gianni. Der liegt idyllisch in der Landschaft. Durch den Walfjördtunnel erreichten wir wieder Reykjavik. Gleich nach dem Zimmerbezug in Hafnarfjöður ging es zu einem Abendbesuch in die Blauen Lagune. Das Thermalfreibad lag ca. 30 Minuten Fahrzeit von Hotel entfernt. Der See ist ein Nebenprodukt eines Geothermalkraftwerks. Das heiße Wasser, das aus der Erde gepumpt wird, wird zur Stromerzeugung genutzt und fließt anschließend in das Lavafeld. Die blaue Farbe kommt von den Kieselalgen. Nach einer kurzen Einweisung am Eingang und der Hektik in der Umkleide konnte ich endlich Entspannung im warmen Wasser suchen, Gesichtspeeling und -maske inklusive. Das tat so richtig gut. Die blaue Lagune

7. Tag: Reykjavik

Ein freier Tag stand heute auf dem Programm. Auf einen zusätzlichen Ausflug auf die Halbinsel Snæfellnes hatte ich verzichtet. Lieber wollte ich den Tag in Reykjavik verbringen. Da in isländischen Bussen immer passend in bar bezahlt werden muss, Wechselgeld wird nicht ausgegeben, kaufte ich an der Hotelrezeption zwei Tickets. Die Bushaltestelle befand sich nur ein paar Meter vom Hotel entfernt. Bis zur Endstation Hlemmur dauerte es ca. 30 Minuten. Sie war die beste Stadtrundfahrt. An der Sæbraut entlang ging ich zum Höfði. Das Haus hat eine bewegte Geschichte. Bekannt wurde es in den Medien durch das Treffen von Ronald Reagan und Mikhail Gorbatschow 1986. Höfði Haus Wieder hingen dunkle Wolken am Himmel und ein kräftiger kalter Wind wehte, als ich an der Sæbraut entlanglief. Etwa auf halbem Weg zwischen Höfði und Harpa steht die Skulptur „Sólfar“ in Form eines alten Wikingerschiffes. Auch ohne Sonne verfehlt das wohl meistfotografierte Wahrzeichen seine Wirkung nicht. Skulptur „Sólfar“ Am Harpa angekommen, brauche ich erst einmal eine Kaffeepause, auch um mich aufzuwärmen. Dort plante ich meine weiteren Besichtigungen. Ich entschloss, zur Hallgrimskirkja hinaufzugehen. So schlenderte ich erst einmal die Ingolstræti hinauf. Automatisch kam ich am Kulturhaus und am Nationaltheater vorbei. Die Skolavörðustigur führt zu Kirche hinaus. In den anliegenden Geschäften gab es einiges zu entdecken, Outdoorkleidung, Wollsachen, Einrichtungsgegenstände usw.. Auf dem Hügel wehte es noch stärker. Außerdem fing es an zu regnen. In der Hallgrimskirkja fand ich Schutz und konnte den Innenraum genau erkunden. Hallgrimskirkja Die Frakkastigur lief ich bei eisigem Wind bis auf die Laugavegur hinunter. Die Laugavegur ist die Shoppingmeile Reykjaviks. Die Preise sind aber enorm hoch. So blieb es beim Schauen. Inzwischen meldete sich mein Magen. Ich hatte Hunger und ging in ein italienisches Restaurant. Für eine sehr leckere Lasagne und eine Cola zahlte ich stolze € 30,--. Als ich hinauskam, schien die Sonne wieder. Ich ließ mich weiter durch die Laugavegur, Bankastræti und Austurstræti treiben. Direkt am Lækjartorg steht auf einer grünen Wiese ein historisches Gebäuse. Es ist der Amtssitz des isländischen Präsidenten. Die Residenz ist, verglichen mit anderen Präsidentensitzen, eher klein und schlicht. Amtssitz des isländischen Präsidenten In der Aðalstræti entdeckte ich, wie durch Zufall, das älteste Haus der Stadt. In der Dómkirkjan musste ich wieder Schutz vor einem Regenschauer suchen. Gleich gegenüber dem Dom steht das Alƥingishús. In dem schwarzen historischen Gebäude mit modernem Anbau ist das Parlament untergebracht. Dom Alƥingishús Nur ein paar Schritte weiter ist das moderne Rathaus in den See Tjörnin hineingebaut. Rathaus Inzwischen war es Abend geworden. Ich war jetzt endgültig durchgefroren und beschloss zum Hotel zurückzufahren. Ich hätte nicht gedacht, dass die Zeit so schnell vergehen würde. Ein langer entspannter Tag in Reykjavik ging zu Ende.

8. Tag: Heimflug

Nach dem Frühstück musste der Koffer gepackt werden. Pünktlich um 12:00 Uhr fuhr der Bus für den Transfer zum Flughafen vor. Die Sonne schien und es war warm. Konnte es nicht gestern so sein? Eine Stunde später erreichten wir den Flughafen. Am Bag-dropp-off stand ich hinter einer riesigen Horde amerikanischer Schüler und wartete geduldig. Der gestrige Online-Check-in und der Kofferanhänger aus dem Automaten hatten nichts gebracht. Nach der Sicherheitskontrolle kaufte ich mir von den letzten isländischen Kronen ein superleckeres Lachsbrot. Leider gibt es an den Gates so gut wie keine Sitzplätze. Ich hatte Glück und ergatterte sogar einen Fensterplatz und beobachtete die zahlreichen Starts und Landungen. Es war ganz schön viel Betrieb. Die Flugzeit nach Frankfurt war nur mit 2:55 Stunden angegeben. Pünktlich um 16:30 Uhr startete der Flug. Die Zeit vertrieb ich mir, indem ich noch einmal die Dokumentationen über Island schaute. Frankfurt empfing uns um 21:30 Uhr Ortszeit bei schwülen 30°C. Nach einer Woche in der klaren kühlen Luft Islands eine Herausforderung. Gut, das ich in meinem klimatisierten Hotelzimmer direkt über dem Fernbahnhof einchecken konnte. Einen Zug nach Hause gab es so spät nicht mehr.

9. Tag: Heimreise

Nach einem ausgiebigen Frühstück am Hotelbuffet checkte ich aus und ging auf den Bahnsteig hinunter. Mit einem ICE Sprinter fuhr ich direkt zum Kölner Hauptbahnhof. Mit 15 Minuten Umsteigezeit bekam ich den Anschluss nach Bielefeld. Es war Samstag und die 1. Klasse war schön leer. Knapp erreichte ich in Bielefeld die Eurobahn nach Detmold. Ich war froh, am Nachmittag wieder zuhause zu sein. Die schwülen 28°C und der Wetterwechsel kosteten Kraft. Leider hatte ich die zusätzliche Nacht in Frankfurt nicht als zusätzlichen Urlaubstag, sondern als notwendiges Übel empfunden. Ich hätte im Vorfeld nicht gedacht, dass die Landschaft und die Natur auf Island so abwechslungsreich sind. Täglich reisten wir durch unterschiedliche Landschaften: die Geschichte und die Wasserfälle sowie die Geysire des Goldenen Rings; die Vulkane, die Gletscher und die schwarzen Strände des Südosten; die Fjorde des Ostens; die Mondlandschaft im Nordosten; die malerische Stadt im Norden: Akureyi und natürlich die Blaue Lagune sowie die Hauptstadt Reykjavik. Der absolute Höhepunkt war die Tour auf der blauen Gletscherlagune Jökulsarlón. zur Island-Foto-Galerie:

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Die Vorstellung ist wundervoll, aber noch wundervoller ist das Erlebnis! (Oskar Wilde)
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