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Kenia & Tansania

Teil I: Kenia © Text und Photos: Silke Wolff Inspiriert von den Filmen “Jenseits von Afrika”, “Hatari” und “Die Serengeti darf nicht sterben“ beschloss ich, nach 10 Jahren wieder nach Afrika zu reisen.  Die Reise war schnell ausgesucht, eine Safari-Rundreise durch Kenia und Tansania mit ein paar Tagen Badeaufenthalt am Strand in der Nähe von Mombasa. Auch diesmal gab es kurz vor der Abreise Anlass zur inneren Unruhe. Diesmal veranlasst durch einen Streik der Vorfeldmitarbeiter am Frankfurter Flughafen.

1.und 2. Tag: Anreise nach Nairobi

Dank Internet hatte ich schon frühzeitig den Flugplan der KLM nach Nairobi abgefragt. Der Flug sollte bereits um 6:55 h in Frankfurt starten. Um nicht die ganze vorherige Nacht im Zug zu verbringen, hatte ich mich für eine Übernachtung in Nähe des Flughafens entschieden. So reiste ich schon am 04.03.2012 nachmittags mit meinem Rail & Fly-Ticket zum Frankfurter Flughafen. Zum nahe gelegenen Hotel gönnte ich mir ein Taxi. Im Hotel-Pub aß ich einen teureren und schlechten Snack, bevor der Tag früh endet. Mitten in der Nacht klingelte schließlich schon wieder der Wecker. Als ich im Hotel ausscheckte, wartete das von der Rezeption bestellte Taxi bereits auf mich. Für den Flug konnte ich nicht online einchecken, so wollte ich frühzeitig am Schalter sein, um meinen bevorzugten Gangplatz zu bekommen. Ich war viel zu früh, die empfohlenen ca. 3 Stunden zu großzügig. So hatte ich Ruhe den Self-Check-In am Automaten durchzuführen. Ein Gangplatz war schon für mich vorgesehen. Der Schalter für die Gepäckannahme öffnete genau 2 Stunden vor Abflug. Bei der Sicherheitskontrolle war ein kleines Fernrohr in meinem Rucksack Anlass für eine Drogenkontrolle mit negativem Ergebnis.  Die Flugzeit nach Amsterdam betrug 55 Minuten. Die Wege im Flughafen Schiphol sind lang. Von Gate zu Gate musste ich eine ½ Stunde laufen.  Direkt vor dem Gate fand die letzte Sicherheitskontrolle statt. Das Einsteigen in die große Boeing 747-400 ging durch drei Türen sehr zügig. Ich hatte einen Platz in der vorletzten Reihe. Die Maschine war nicht voll besetzt. Nach dem Start verteilten die Flugbegleiter die Passagiere. So saß ich zu zweit in einer Viererreihe, sehr angenehm. Bis Nairobi waren es 6.784 km mit einer Flugzeit von 7 ½ Stunden. Es gab leckere Pasta zu essen, im Entertainmentprogramm „ Schlaflos in Seattle“ und „Solitäre“ zum Spielen. So verging die Zeit ruck zuck. Zwei Stunden vor der Landung wurde Pizza serviert und zwischendurch gab es ein Eis, insgesamt ein guter Service bei der KLM. Nach der Ankunft stand ich im Flughafengebäude in der langsamsten Schlange für das Visum an. Es kostete mich US $ 50,-- (oder  € 40,--), zu zahlen nur in bar. Travellerschecks wurden nicht akzeptiert, auch nicht in der Wechselstube im Flughafen. Später sollte ich feststellen, dass Travellerschecks in Kenia und Tansania selbst in einer Bank nicht eingelöst werden. Jemanden ist etwas klebriges Grünes ausgelaufen. Mein ganzer Koffer war beschmiert, ekelhaft. Ich versuchte das Gröbste abzuwischen, leider erfolglos. In der Ankunftshalle wartete eine Gruppe von Guides. Sie teilten die große Gruppe auf 6 Safaribusse auf. Ich kam mit zwei Ehepaaren zusammen und wir wurden zum Hotel gebracht. Am Hoteleingang stand Sicherheitspersonal und kontrollierte uns und unsere Taschen. Das Einschecken lief etwas chaotisch ab, aber wir waren schließlich in Afrika. Es dauerte eine kleine Ewigkeit, bis alle Reisepässe kopiert waren, warum weiß ich nicht. Mittlerweile war es 23:00 Uhr Ortszeit (+ 2 Stunden). Im Zimmer angekommen, stellte ich zuerst meinen Koffer unter die Dusche. Er wurde fast komplett sauber. Anschließend duschte ich selbst ausgiebig und fiel müde ins Bett.

3. Tag: Massai Mara

Um 7:15 Uhr sollte Abfahrt sein, kenianischer Zeit. So wurde es dann doch 7:45 Uhr. Es folgten 6 Stunden Fahrt. Bei der Ausfahrt aus Nairobi war ich erstaunt, alles war etwas chaotisch, halt Afrika. Ein erster Fotostopp eröffnete den atemberaubenden Blick ins Great Riff Valley, den großen afrikanischen Grabenbruch, der sich von der Türkei bis Mosambik erstreckt. Er ist das Ergebnis gewaltiger geologischer Prozesse in den letzten 18 Millionen Jahren. Great Riff Valley Durch das Farmland der Kikuyu gelangten wir ins Weideland der Massai. Die hüten mit ihren traditionellen roten Tüchern ihre Rinder- und Ziegenherden. Nach einer Weile war die Straße nicht mehr asphaltiert. Es rumpelte und schüttelte ganz schön. Dafür entschädigten uns die ersten Springböcke, Gnus und Giraffen. Nach genau 6 Stunden waren wir in der Sentrim Massai Mara Lodge. Mich erwartete dort ein festes Safarizelt mit angebautem Bad, Strom, Moskitonetz und einer nicht einsehbaren Veranda. Nach dem Mittagessen war erst einmal Pause, bevor es am Nachmittag auf die erste Pirschfahrt ging. Zuerst zeigte sich eine Herde Impalas. Dazu hatten sich große Tapi-Antilopen gesellt. Weit entfernt ragten Giraffenhälse aus den Bäumen. Eine Herde Zebras war auch nicht weit entfernt. Zebras Gemütlich zogen Elefanten des Weges durch die Menge von Zebras. Auf der anderen Wegseite fraßen zwei Büffel. Nach einiger Zeit nährte sich ein Warzenschein. Dann kam der Höhepunkt des Tages, eine Gruppe Löwen, 10-14 Tiere, einige waren im hohen Gras gut getarnt. Löwen Das Männchen schlief im Abstand gut getarnt und kaum zu erkennen in einem Busch. Ein Blaubauchvogel saß fotogen auf einem Ast. Perlhühner wollten sich nicht fotografieren lassen und versteckten sich im hohen Gras. Auf dem Rückweg zur Lodge entdeckten wir vier Büffel. Auf ihnen saßen zahlreiche Putzervögel. Büffel mit Putzervogel Den Tagesabschluss bilden einige Gnus zusammen mit Thomsongazellen, Topi- und Grantantilopen. Die Elefantenherde und die beiden Büffel waren auch noch nicht weit gekommen. Es war schließlich auch Abendessenzeit. Ich lag gerade im Bett, als ein heftiges Gewitter aufzog. Es zischte und donnerte heftig. Ich hatte das Gefühl, dass der Donner länger zu hören war als Zuhause. Nach ungefähr einer Stunde wurde es draußen wieder ruhig.

4. Tag: Massai Mara

Der Tag ging langsam an. Außer diversen Antilopen und Zebras sahen wir nicht viel. Unser Safarikonvoi machte sich auf die Suche nach dem Löwenrudel von gestern. Nach einigen Suchen fanden wir sie versteckt in Büschen und träge wie gestern. Lange Zeit folgte nichts. Nur Perlhühner sorgten für Abwechslung. Auf einer Anhöhe grasen ein paar Elefanten. Elefanten Wir fuhren tiefer in den Nationalpark hinein. Die Piste war von dem heftigen Gewitter gestern Abend aufgeweicht. Die Guides hatten Mühe voran zu kommen. Nach einer großen Herde Topi-Antilopen lag eine Hyäne auf dem Weg. Die verzog sich dann doch lieber ins hohe Gras. Nur ein paar Meter weiter blieb ein Bus mit einem platten Reifen liegen der gewechselt werden musste. So hatten wir Gelegenheit uns die Beine zu vertreten. Massai Mara Die Piste wurde immer weicher und immer öfter musste über die Grasfläche ausgewichen werden. Ein Fahrzeug blieb stecken und musste herausgeschoben werden. Die Guides versuchten trotzdem, weiterzukommen. Störche und Antilopen schauten interessiert zu, wenn sie die nächste Schwierigkeit erst einmal zu Fuß erkundeten. Ein Bus fehlte inzwischen. Auch er war, unbemerkt von den anderen, stecken geblieben. Ziel war der Hippo-Pool, den wir gut durchgeschaukelt erreichten. Das Erlebnis war die Anstrengung wert. Flusspferde Auf dem Rückweg blieb das gleiche Fahrzeug wieder stecken. Diesmal dauert es eine ganze Weile, bis es mithilfe eines Jeeps freikam. Der letzte Bus war noch auf dem Weg zum Hippo-Pool. Das einzige Allrad-Fahrzeug unseres Konvois musste auf ihn warten. So wurden die Gäste auf die anderen Busse verteilt. Eine riesige Büffelherde weidete direkt am Weg. Büffelherde Unser Pechbus des Tages hatte erneut eine Reifenpanne. Gut, dass die anderen uns wieder eingeholt hatten. So konnten diese Gäste auch umverteilt werden. Das Ganze unter wachsamer Beobachtung von zwei Büffeln. Kurz vor der Lodge nähern sich zwei Sängervögel neugierig. Sängervögel Zurück in der Lodge gab es Mittagessen und eine Stunde Pause. Am Nachmittag fuhren wir in ein echtes Massai-Dorf. Vor dem Dorf empfing uns ein junger Massai in traditioneller Kleidung. Im exzellenten Englisch verlangte er erst einmal US $ 20,-- Eintrittsgeld. Warum die Paare nur KES 3.000,-- (ca. € 26,--) zahlten, ist mir ein Rätsel. Die Krieger begrüßten uns mit traditionellen Tänzen. Massais In dem Dorf leben etwa 25 Familien mit ca. 350 Personen in Lehmhütten. Im Mittelpunkt werden nachts die Tiere zum Schutz zusammengetrieben. Wir gingen in ein Lehmhaus hinein, das in 3 bis 4 Monaten gebaut wird und ca. 6 Jahre hält. Innen war es stockdunkel und bestand aus zwei Schlafstellen, eine für die Eltern, die andere für max. vier Kinder. In der Mitte war die Feuerstelle. Eine Ecke war als Stall für die Kälber abgeteilt. Für uns unbewohnbar. Massai-Dorf Junge Krieger versuchten, traditionell Feuer zu machen. Es gelang nicht richtig. Wie überall führte auch hier der Weg hinaus durch die Souvenirverkaufsstände. Ich hatte ein traditionelles Massai-Dorf noch nicht gesehen, verstand aber anschließend die Gäste, die so etwas schon gesehen hatten und ein zweites Mal verzichteten. Die anschließende Pirschfahrt war dafür umso erfolgreicher. Die ersehnten Giraffen standen direkt am Weg. Giraffen Plötzlich brach Eile aus und wir rasten Kilometer durch die Steppe zu einem Spitzmaulnashorn. Das zeigte sich fotogen von allen Seiten. Nashorn Die riesige Büffelherde sahen wir wieder. Eine weitere Herde Giraffen fraß an der Straße. Kurz vor der Lodge drehte unser Guide und hatte es äußerst eilig. Auf einem Baum hatten zwei Leoparden Nachtquartier bezogen. Leoparden Damit hatten wir in den 1 ½ Tagen in der Massai Mara alle legendären „Big Five“, Löwen, Nashörner, Büffel, Elefanten und Leoparden plus Flusspferde gesehen. Wie konnten wir da noch toppen? Es sollte möglich sein.

5. Tag: Lake Naivasha

Das heutige Ziel war der Lake Naivasha. Von der Massai Mara waren es ca. 220 Kilometer in Richtung Nairobi. Unterwegs stoppten wir an einem riesigen Souvenirshop. Hier gab es Holzarbeiten aller Art. Während der Reise sollten wir noch oft an solchen Souvenirshops halten. Dort gab es nämlich gute Toiletten, die für Touristen geeignet waren. Zur Mittagszeit erreichten wir den Lake Naivasha Country Club. Das koloniale Anwesen liegt zwischen Blumenfarmen, deren Erzeugnisse in deutschen Supermärkten verkauft werden, direkt am See. Der Country Club war in den 1930er-Jahren Station der Flugboote auf dem Weg von Durban nach London. Während die anderen eine Bootstour auf die Cresnut Island machten, blieb ich lieber in dem wunderschönen großen Garten und verarbeitete die Erlebnisse der letzten Tage. Lake Naivasha Country Club Lake Naivasha Zur Dämmerung kamen die Affen von den Bäumen. Nun verstand ich die Warnschilder.

6. Tag: Tvaso East NP

Heute lag einer der langen Fahrstrecken vor uns, 430 km bis zum Tvaso East NP. Die Fahrt führte quer durch die Hauptstadt Nairobi. Der dichte Verkehr war nur etwas für ganz ganz starke Nerven und dauerte eine lange Zeit. Wir kamen nur im Stopp and Go-Tempo voran. Zur späten Mittagspause hielten wir auf einem kenianischen Rastplatz. Dort bezahlte ich als Touristin KES 80,-- für eine Sprite. Der Kenianer vor mir hatte nur KES 50,-- bezahlt. Einige aus unserer Gruppe kauften sich an dem dazugehörigen Imbiss etwas zu Mittag. Zum Glück vertrugen alle das Essen. Ich griff lieber wieder auf meine Reiswaffeln und Wasa-Sandwiches zurück. Wie geplant, standen wir um 16:00 Uhr vor dem Gate in den Tvaso East NP. Die beiden Pirschfahrten, eine am Nachmittag und eine am nächsten Morgen, waren leider nicht inklusive. Auch hatte der Reiseveranstalter dieses Mal nicht auf diese Extrakosten hingewiesen. Aber wenn ich schon mal da war, so zahlte ich auch die € 80,-- extra. Gate Tsavo East NP Die Landschaft hier war ganz anders als in der Massai Mara. Sie bestand aus roter Erde und Büschen. Gleich hinter dem Eingang beäugte uns eine neugierige Giraffe und wir sie. Nur ein paar Meter weiter knackte es im Dornengebüsch, ein roter Tvaso-Elefant. Dem gefiel unsere Anwesenheit überhaupt nicht. Er stellte bedrohlich seine Ohren auf, trompetete, um nach zwei kurzen Anläufen über den Weg zu brechen. Der zweite Elefant ließ sich beim Fressen weniger stören. Ab und zu äugte auch er neugierig zu uns rüber. Tsavo-Elefant Wir kamen an den Galana-River. Am anderen Ufer hatten sich Giraffen majestätisch platziert. Wir stoppten an den Lugards Falls. Jetzt, zu Beginn der Regenzeit führte der Fluss noch wenig Wasser. So konnten wir die uralten versteinerten Lavaströme deutlich erkennen. Erstaunlich war, wie sich der Fluss durch das Gestein gegraben hat. Lugards Falls Um am Crocodiles Point Krokodile zu sehen, musste ich beide Uferseiten mit dem Fernglas intensiv absuchen. Ich entdeckte dann doch ein mächtiges Exemplar auf der gegenüberliegenden Seite im Sand. Unsere Guides wollten weiter. So blieb keine Zeit um weitere ausfindig zu machen. Zum Abschluss des Tages stand noch einmal ein roter Elefant fressend am Weg, ein gigantisch großer Elefant mit mächtigen Stoßzähnen. roter Elefant Müde und mit einer roten Staubschicht überzogen erreichten wir unsere heutige Zeltlodge. Mein Zelt hatte eine wunderschöne große Veranda mit zwei Liegen und Aussicht auf den Fluss. Hier hätte ich gut ein paar Stunden relaxen können. Leider war es aber schon dunkel und vor dem Abendessen musste ich unbedingt noch duschen. Als ich in der Dusche das Licht einschaltete, huschte dort etwas umher, ein kleiner Gecko. Der war so schnell und vielleicht auch verängstigt, dass ich ihn weder hinausscheuchen noch fangen konnte. Ich informierte die Rezeption. Ein „Krieger“ kam mir zur Hilfe. Die Dusche hatte nicht viel genutzt. Mir war immer noch unerträglich heiß. Heute war die Temperatur erstmalig über 30 °C gestiegen und die Luft feucht. Nach dem Abendessen brachte mich ein Security-Mitarbeiter zu meinem Zelt zurück. Schon nach ein paar Schritten sagte er: „Oh, we have a problem!“. Ein Zebra hatte vor meinem Eingang sein Nachtquartier bezogen. Nur durch gutes Zureden gab es den Eingang nicht frei. Es bedurfte schon ein paar Klapse auf sein Hinterteil. Man Eaters Lodge

7. Tag: Tvaso East NP – Mombasa

Da ich nach dem Frühstück und bis zur Abfahrt noch etwas Zeit hatte, schaute ich mir die Informationstafeln über den Bau der Uganda- Eisenbahn Ende des 19. Jahrhunderts an. Aus dieser Zeit hat unsere Lodge ihren Namen „Man Eaters“. Löwen hatten nachts Bauarbeiter aus ihren Zelten geholt und das Camp terrorisiert. Nur ein paar Meter von der Lodge gab es einen kleinen alten Bahnhof. Auf der Strecke werden noch heute Güter transportiert. Kurz hinter dem Gate begrüßte uns heute eine Pavianherde. Die Kleinen wurden von ihren Müttern liebevoll umarmt und geknuddelt. Einer rutschte die Stromleitung herunter. Wir fuhren am Madanda Rock vorbei. Ein Büffel schaute uns aus dem Gebüsch an, zeigte ansonsten kein Interesse. Rechts und links vergnügten sich Strauße und Zebras. Es machte Spaß den Straußen zuzuschauen. Strauße Die Landschaft hatte sich im Süden des Parks verändert. Die Dornenbüsche waren fast komplett verschwunden und wir schauten auf einer weiten Grasebene einigen Elefanten zu, die ihres Weges zogen. Ein Einzelner stört sich nicht an unseren Bussen. Er wechselte zwischen ihnen die Straßenseite. Eine Herde Antilopen versperrten wir den Weg zum Wasserloch. Nachdem sie uns ein paar Minuten beobachtet hatten, setzten sie ihren Weg mit einem Bogen um uns fort. Eine kleine Schildkröte hatte anscheinend in einer Pfütze gebadet. Nun war sie in einem bemerkenswerten schnellen Tempo auf dem Weg zurück ins Gras. Schildkröte Ein letzter roter Tsavo-Elefant verabschiedete uns kurz vor dem Voi-Gate aus dem Park. Alles war mit rotem Staub überzogen, einfach alles. Ich versuchte mich notdürftig zu reinigen, mit wenig Erfolg. Wir setzten unsere Fahrt nach Mombasa fort. Es sollte eine Hitzeschlacht werden. Je näher wir der Küste kamen umso heißer und feuchter wurde es. Im Bereich des Flughafens und des Hafens vom Mombasa herrschte ein unbeschreibliches Chaos. Nicht nur das zahlreiche LKWs in einem für uns fragwürdigen Zustand, unterwegs waren. Sie wurden auch auf der Straße repariert und be- und entladen. Das Zentrum von Mombasa war nicht viel besser. Die Straßen waren total verstopft. Mühevoll und durch zahlreichen Einsatz der Hupen erkämpften sich unsere Guides den Weg, am Hindutempel und an der katholischen Kathedrale vorbei und natürlich durch das Wahrzeichen der Stadt. Den Stoßzähnen, die über der Straße aufgestellt sind. Mombasa An der Uferpromenade beobachteten wir, wie eine unbeschreiblich große Menschenmenge auf eine Fähre drängte. Das Regierungsgebäude war natürlich hinter einer hohen Mauer und noch höheren Bäumen kaum zu sehen. In der sog. Altstadt waren das Rathaus und einige andere koloniale Gebäude zu sehen. Wirklich gut erhalten waren sie nicht. Am Fort Jesus stiegen wir kurz aus und schauten es uns von außen an. Rathaus etc. Mombasa Sofort gesellte sich ein Betrüger zu uns. Technisch gut ausgestattet mit Headset und Lautsprecher versuchte er, gegen Dollar natürlich, uns zu führen. Angeblich kannte er unsere Guides, die ihn aber nicht. Ursprünglich stand für Mombasa Freizeit in unserem Programm. Gut, das die Guides dies geändert hatten. Ich hätte mich nicht allein in der Stadt bewegen können. Die Mittagshitze war fast unerträglich geworden. Alle waren wie gelähmt. Wir fuhren weiter nach Norden zum Bamburi Beach in unser Badehotel. Dreckig und erschöpft trafen wir dort am Nachmittag ein. Ich erholte mich erst einmal in dem durch die Klimaanlage gekühlten Zimmer.

8. bis 10. Tag: Bamburi Beach

Einen ganzen Tag verbrachte ich auf einer Liege zwischen Pool und meiner Terrasse, mit einem guten Afrikabuch über eine Wanderung vom Kilimanjaro durch den Tsavo-Park zum Indischen Ozean. Viel mehr konnte ich bei der Hitze und hohen Luftfeuchtigkeit sowieso nicht unternehmen. Am Montagmorgen machte ich mich nach dem Frühstück auf den Weg zur Bank. Die liegt, wie unser Guide gesagt hatte, wirklich nur 100 m vom Hotel entfernt. Ich brauchte immer noch dringend Bargeld, entweder in US $ oder Euro. Meine Traveller Cheques wurden bisher nicht akzeptiert und mir drohte das Bargeld auszugehen.  Aber selbst die Filiale der Barclays Bank nahm meine Reiseschecks nicht an. Das bekräftigte mich in meinem Entschluss, sie in Deutschland umgehend einzutauschen. In der Bank sollte ich aber doch noch zu meinen US $ in bar kommen. Der Kassierer schlug vor, über meine MasterCard US $ abzuheben. Ich musste nur ein entsprechendes Formular ausfüllen. Zurück am Schalter, war das Bankensystem zusammengebrochen und der Kassierer konnte mir nichts auszahlen. Sein neuer Vorschlag war, am Geldautomaten kenianische Schilling abzugeben. Die würde er mir dann in US $ tauschen. Nach gut einer Stunde hielt ich meine US $ in den Händen und war erleichtert. Den Rest unserer Badetage verbrachte ich mit guten Büchern wieder auf meiner Liege. Der Strand eignete sich nur bedingt. Bei Ebbe zog sich das Meer ca. 500 m zurück. Bei Flut war der Strand zu schmal. Dazu kamen noch die lästigen Strandverkäufer. Bamburi Beach Hotel

11. Tag: Amboseli NP

Heute lag wieder eine lange Fahrstrecke vor uns und es schien heiß zu werden. Schon im Mombasavorort Nyali standen wir über eine Stunde im Stau. Anschließend kamen wir aber gut vorwärts. Selbst im Industriegebiet um den Hafen und Flughafen herrschte nicht das Chaos wie auf der Hinfahrt. Auf der sog. Autobahn von Mombasa nach Nairobi, die weiter nach Uganda führt, kamen wir zügig voran. Nur zwei Mal machten wir eine relativ kurze Pause. Das letzte Stück fuhren wir auf einer sehr guten neuen Straße mit sehr wenig Verkehr. Schon gute eine ½ Stunde vor der Parkeinfahrt hatten wir den ersten Blick auf den Kilimanjaro. In der Nachtmittagshitze war der Berg leider nicht ganz klar zu sehen. Seine Kuppe war deutlich mit Schnee bedeckt. Es gibt also doch noch „Schnee auf dem Kilimanjaro“. Elefant vor dem Kilimanjaro Eine große Gnu-Herde graste friedlich in der Savanne. Kronenkraniche tanzten an einem Wasserloch. Kronenkraniche Zwei Giraffen zogen anmutig durch die Savanne. Wir brachen die Beobachtungen allerdings ab, es wurden zwei Geparden gesichtet. Im hohen Gras sah ich durchs Fernglas nur einen Kopf und ab und zu einen Schwanz. Da wir zwischen den Safaribussen feststeckten, mussten wir warten. Es lohnte sich. Die Zwei liefen ein Stück und saßen dann aufrecht im Gras. Hinter den Schirmakazien ging schon die Sonne unter und wir fuhren zur Sentrim Amboseli Lodge, einer riesigen Zeltlodge. Mir gefiel sie nicht so gut. Die Reisverschlüsse meines Zeltes funktionierten nicht richtig. Die Vorhängeschlösser waren sehr klein und im Dunkeln schlecht zu öffnen. Ein Moskitonetz gab es auch nicht und aus der Dusche kam nur kaltes Wasser. Das Restaurant war überfüllt. Jens, der Lodge-Manager, angeblich ein Adoptivsohn von Prof. Grzimek, lud uns als Entschädigung zu einem Drink an die Bar ein. Nach dem Essen nahmen wir noch einen Abschiedsdrink an der Bar. Zwei aus unserem Safaribus flogen am nächsten Tag bereits nach Hause. Wir anderen drei wurden auf 2 Busse für die Fahrt zur tansanischen Grenze aufgeteilt.

12. Tag: Amboseli NP – Arusha

Ich wechselte heute den Bus und stieg zu einer untereinander befreundeten 5er-Gruppe in den Bus. Dort wurden täglich die Plätze getauscht. Dadurch bekam ich den Platz direkt hinter dem Fahrer und saß nicht so eingeengt wie in den letzten Tagen. Auch wurden hier bei viel Staub die Fenster geschlossen. Im Amboseli trafen wir erst auf eine Gruppe Marabou-Vögel. Marabous Ein Adler thronte majestätisch auf einem Bau. Ich war von der Savanne mit den saftigen grünen Schirmakazien begeistert. Es dauerte nicht lange, bis wir auf eine gigantische Herde Elefanten trafen. Mehrere hundert Tiere, darunter zahlreiche Babys, zogen zum Fluss. Wir schauten den Tieren eine ganze Weile zu und nach. Elefanten-Herde Unsere Route führte entlang des Aboseli-Sees. Der war um diese Jahreszeit ausgetrocknet. Nur zwei einsame Giraffen zogen durch den See. Der Kilimanjaro war heute ganz im Dunst verschwunden. Vom Gate des Amboseli bis Namanga, der Grenzstadt zu Tansania waren es ca. 70 km. Die Ausreise aus Kenia war problemlos. Ausreisekarte ausfüllen und zum Schalter. Der Bedienstete schaute mich nicht einmal an, drückte nur den Ausreisestempel in Pass – und der nächste bitte. Teil II: Tansania zur Kenia-Foto-Galerie:      Eine Reise von:
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Die Vorstellung ist wundervoll, aber noch wundervoller ist das Erlebnis! (Oskar Wilde)
Silke Wolff
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