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Leipzig

© Text und Photos: Silke Wolff Ich konnte die Pflicht mit einem Wochenende in Leipzig verbinden. Lange freute ich mich darauf. Was ich nicht ahnen konnte, ich hatte den Besuch an dem heißesten Wochenende des Jahres geplant. Altes Rathaus

1. Tag:

Am späten Vormittag des 24.07.2013 fuhr ich dem durchgehenden IC von Bielefeld nach Leipzig. Nach 4 Stunden Fahrt kam ich am Hauptbahnhof an. Mein Hotel lag zentral am Augustusplatz, nur 800 m vom Hauptbahnhof entfernt. Der Taxifahrer fuhr mich allerdings auf dem sog. Ring einmal um die Innenstadt. Schnell ging ich auf Stadtbesichtigung. Ich begann direkt am Hotel. Der Augustusplatz wird von namhaften Gebäuden gesäumt. Das neue Gewandhaus wurde 1981 eröffnet. Das Konzerthaus ist die Heimat des berühmten Gewandhausorchesters. Sehenswert ist u.a. das riesige Gemälde im Foyer. Direkt vor dem Gebäude steht der neobarocke Mendebrunnen. Gewandhaus mit Mendebrunnen Der Neubau des ehemaligen Universitäts-Hochhauses, heute u.a. Sitz des MDR ist nicht zu übersehen. Im 29. Stock befindet sich ein Panorama-Restaurant mit einem einmaligen Blick über Leipzig und Umgebung. Die Universität wurde bereits 1409 gegründet und war Wirkungsstätte u.a. von Lessing und Goethe. Bei der Neugestaltung des Campus soll an die gesprengte Paulinerkirche erinnert werden. Die neue Aula nimmt die Form der alten Kirche an. City-Hochhaus   Universität Das Opernhaus, gegründet 1693, ist die Zweitälteste in Deutschland. Das heutige Gebäude wurde 1960 eröffnet. Oper Unweit in der Goethestraße steht das Krock-Hochhaus. Der Uhrenturm auf dem Bürogebäude wurde dem Uhrenturm auf dem Markusplatz von Venedig nachgebaut. Von zwei Glockenmännern wird die Stunde geschlagen. Ich ging durch die Grimmaische Straße, heute Fußgängerzone zur Nikolaikirche. Wahrscheinlich ist sie bereits 1150 gegründet und damit die älteste Kirche der Stadt. Unumstritten ist sie die größte Kirche der Stadt. Sie war eine der beiden Wirkungsstätten von J.S. Bach. Einige seiner bedeutenden Kompositionen wurden hier uraufgeführt. In einem Flyer beschreibt der Pfarrer die Rolle der Kirche mit den montäglichen Friedensgebeten und den Montagsdemonstrationen sowie die Erlebnisse der Wende sehr beeindruckend. Im renovierten Inneren gefielen mir die Palmbaumsäulen gesondert gut. Nikolaikirche Unmittelbar neben der Kirche am Nikolaiplatz lädt das Kultur-Café „Alte Nikolaischule“ ein. Sie wurde ursprünglich als höhere städtische Schule gegründet. Berühmtheiten wie Thomasius, Leibniz und Wagner besuchten die Schule. Nikolaischule

2. Tag:

Nach einer Pflicht-Hitzeschlacht und Erholungspause wollte ich auf Shopping-Tour in den Hauptbahnhof. Flächenmäßig ist er der größte Kopfbahnhof Europas. Ein Parkhaus ist direkt in das historische Gebäude integriert. Auf Gleis 24 sind historische Loks und Eisenbahnwagen zu bestaunen. Ein Gedenkstein erinnert an die Deportationen im Dritten Reich. Die Geschäfte auf der 3-stöckigen Promenade haben täglich bis 22 Uhr geöffnet. Von den Geschäften und dessen Angebot war ich allerdings enttäuscht. Hauptbahnhof Auf dem Rückweg entdeckte ich, dass die „Höfe am Brühl“ ein neues riesengroßes klimatisiertes Shoppingcenter ist. Es war aber bereits 20:00 Uhr und die Geschäfte schlossen. Also plante ich, wiederzukommen. Durch die Katharinenstraße ging ich zum Marktplatz. Das Alte Rathaus, eines der schönsten deutschen Renaissancebauten, strahlte in der Abendsonne, ebenso das Königshaus. Das Alte Rathaus hat eine bewegte Geschichte. Bereits 115 Jahre nach der Erbauung musste es umfassend saniert werden. So entstand nach dem Namen des Erbauers der Begriff Lotterwirtschaft. Anschließend diente es als Oberhofgericht und Gefängnis. Der Marktplatz wurde gleich als Hinrichtungsstätte genutzt. Das heutige Geschäftshaus, das Königshaus beherbergt zahlreiche gekrönte Häupter. Darunter Peter der Große und Napoleon. Im Erdgeschoss der Alten Waage ist inzwischen Burger King eingezogen. Einst diente es Messezwecken und beherbergte das Waageamt. Königshaus Rathaus Alte Waage

3. Tag:

Der ganze Tag stand für Entdeckungen zur Verfügung. Nach einem ausgiebigen Frühstück bestaunte ich zuerst, da die Sonne für Fotos günstig stand, die unterschiedlichsten Baustile um den Augustinerplatz. Ich begann in der Nähe des Wilhelm-Leuschner-Platzes mit den Wohnpalästen aus der Stalin-Ära. Es schließt sich das 13-stöckige Europa-Hochhaus an. Wohnpaläste  Europa-Hochhaus Weiter bummelte ich zur Thomaskirche.  Vorbei ging es am Naschmarkt. In der Alten Handelsbörse schlossen früher zu Messezeiten Kaufleute ihre Verträge. Davor steht Goethe auf seinem Sockel. Naschmarkt mit Alter Börse In dem kleinen Park vor der Thomaskirche musste ich mich schon wieder von der Hitze erholen. Das Thermometer zeigt schon wieder 30 °C. Mit der 1212 gegründeten Thomaskirche verbinden sich zwei berühmte Namen. Johann Sebastian Bach war hier 27 Jahre Kantor und Martin Luther hielt zur Einführung der Reformation 1539 eine Pfingstpredigt. Die Kirche ist noch heute Heimat des berühmten Thomanerchores. Im Hof steht das Bach-Denkmal. Bach selbst ist im Altarraum beigesetzt. Für mich sind die Rosetten unter der Decke besonders schön. Als ich mir so die Kirche anschaute, hallte plötzlich die Bachorgel durch die Kirche. Mir lief ein Schauer über den Rücken.  Leider sang der Thomanerchor während der Schulferien nicht. Bachdenkmal  Thomaskirche Gegenüber der Kirche ist im Eckhaus das Apothekenmuseum untergebracht. Ein paar Häuser die Straße hinunter befindet sich im Bosehaus das Bachmuseum. Auf der anderen Seite glänzt die goldene Verzierung des Commerzbankgebäudes. Ich ging durch die Klostergasse hindurch in die Kleine Fleischergasse. Im Arabischen Caffe Baum gönnte ich mir eine Pause. 1711 wurde hier erstmalig Kaffee ausgeschenkt. Über 3 Jahrhunderte trafen sich berühmte Größen wie Wagner, Goethe, Lessing, Bach, Grieg und Schumann, Liebknecht und Bebel sowie Helmut Kohl und Lothar de Maiziére. Die Plastik über dem Portal symbolisiert die Begegnung des christlichen Abendlandes mit dem islamischen Orient. Gestiftet wurde sie von August dem Starken. Das im Haus untergebrachte Museum beeindruckte mich nicht so sehr. Coffe Baum Durch den Barthels Hof, das einzige erhaltene Durchhaus aus der Zeit der Warenmesse, ging ich auf die Hainstraße. Am Ende der Katharinenstraße steht das Romanushaus. Gemütliche bummelte ich durch die klimatisierten Geschäfte in den Höfen am Brühl. Ich musste mich unbedingt abkühlen. Auf dem Weg zum Abendessen ging ich durch den Specks Hof, die älteste erhaltene Passage Leipzigs. Es ist der erste Messebau mit einem Zwangsrundgang für die Besucher. Unweit ist auch das alte Kaffeehaus Riquet, dessen Außenfassade sehenswert beeindruckt. Specks Hof  Riquet Haus Zum Abendessen landete ich im Brauhaus an der Thomaskirche. Das selbst gebraute Bier war süffig. Das Essen war dafür nicht gut. Bis die Geschäfte schlossen, ließ ich mich noch durch die Petersstraße und diverse Passagen treiben.

4.Tag:

Ab dem Augustusplatz fuhr ich mit der Linie 15 zum Völkerschlachtdenkmal. Es war schon unerträglich heiß. Eine schattige Allee führt um das Bauwerk herum, das 100 Jahre nach der Schlacht bei Leipzig, wo die europäischen Verbündeten Napoleon in die Flucht schlugen, erbaut wurde. Aufgrund einer Baustelle musste ich aber bis zum Eingang den halben Weg wieder zurückgehen. Über der Eingangstür thront das erste riesenhafte Monument. Ein Fahrstuhl brachte mich in die Krypta. Gigantische Totenwächter halten dort Wache. Oberhalb thronen Reisen. In der Kuppel ein riesiges Reiterheer. Die Figuren wirken winzig, sind aber immerhin 1,45 m hoch. Mit einem weiteren Fahrstuhl fuhr ich zu dem äußeren Umlauf hinauf. Der Blick auf Leipzig war klar und gut. Wieder in der Krypta wollte ich zu den Riesen hinauf, erwischte aber den falschen Treppenaufstieg und landete wieder auf dem äußeren Umlauf. Die Wendeltreppe war steil und schmal. Ich bekam weiche Knie. Irgendwie kam ich aber oben an. Nach unten nahm ich den Fahrstuhl und fragte jetzt lieber das Personal. So funktionierte es. Völkerschlachtsdenkmal Die Pause zur Abkühlung im Hotel fiel heute etwas länger aus. Früh möchte ich essen. Der ausgesuchte Italiener neben der Nikolaikirche hatte noch geschlossen. Im Barfußgässchen befindet sich aber Restaurant neben Kneipe usw.. Dort gibt es immer etwas. Während des Essens überlegte ich, noch eine Stadtrundfahrt im offenen Doppeldeckerbus zu machen. Am Abfahrtsort der Stadtrundfahrten angekommen, hatte ich die letzte Abfahrt des Tages gerade verpasst. So ging ich zur Mädler Passage. Sie soll die prächtigste Passage der Stadt sein. Bekannt ist sie durch den Auerbachs Keller. Goethe soll hier Stammgast gewesen sein und Ideen für seinen „Faust“ gesammelt haben. Mädler Passage   Auerbachs Keller Ein Weingeschäft in der Passage bietet Wein von Schloss Poschwitz, Prinz zur Lippe an. Davon hatte ich noch nichts gehört. Nach Recherchen soll es ein entfernter Verwandter der Detmolder zur Lippe sein. Mehr durch Zufall kam ich zum neuen Rathaus. Der imposante Bau hat riesige Ausmaße. Die Kuppel ist nur von einigen Positionen überhaupt zu sehen. Neues Rathaus Von der Straßenkreuzung am Ring ist das ebenfalls monumentale Gebäude des Bundesverwaltungsgerichts zu sehen. Auf dem Rückweg zum Hotel kam ich am Städtischen Kaufhaus vorbei. Gerade zurück im Hotel zog ein heftiges Gewitter über die Stadt weg. Leider brachte es nicht die erhoffte Abkühlung. Bundesverwaltungsgericht

5. Tag

Schon früh um 6:00 Uhr war es wieder unerträglich heiß. Es sollte der bisher heißeste Tag des Jahres werden. Ich war unentschlossen, was ich den Tag über tun sollte. Während ich frühstückte, fing es an zu regnen. Die Stadt war wie ein Treibhaus und eine Fahrt im offenen Doppeldeckerbus bei Regen machte ebenfalls keinen Sinn. So beschloss ich, direkt nach Hause zu fahren. Zum Glück funktionierte die Klimaanlage im Zug, auch wenn sie es erst ab Braunschweig schaffte, gegen die Hitze anzukühlen. Zu Hause war es 10 bis 15 Grad kühler und viel angenehmer. Es war eine gute Zeit in Leipzig, nur ein Bisschen zu heiß. Sicherlich hat Leipzig noch mehr zu bieten und zu erkunden, gerade in den Außenbezirken. Vielleicht ergibt sich dafür noch einmal die Möglichkeit. zur Leipzig-Foto-Galerie:
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Silke Wolff
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