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Malta

© Text und Photos: Silke Wolff Mir hatte man erzählt, dass die Insel ein einziges Museum sei. Geprägt von den Johanniterrittern reicht die Geschichte bis weit vor unsere Zeitrechnung zurück. Vieles der Vergangenheit ist noch heute zu sehen. Da Malta nicht einmal zwei Flugstunden entfernt ist, dachte ich, sie wäre für einen Wochentrip in Frühling genau das Richtige, um in die 7.000 jährige Geschichte einzutauchen. Gebucht hatte ich einen Lufthansa-Linienflug von Paderborn via München nach Malta, ein Low- Cost-Zimmer im San Antonio Hotel in der St. Pauls Bay/Qawra sowie ein Ausflugspaket mit fast allen Sehenswürdigkeiten. Den Reiseführer gelesen, gut vorbereitet wie schon lange nicht mehr, freute ich mich auf die Insel. Valetta 1. Tag: Anreise – St. Pauls Bay Der 28.02.2015 begann, wie viele Reisetage, ziemlich früh, bereits um 2:40 Uhr. Ich fühlte mich trotzdem ausgeschlafen. 90 Minuten vor Abflug um 6:30 Uhr war ich am Flughafen Paderborn-Lippstadt. So früh am Samstagmorgen war das Gebäude wie ausgestorben. Die Flugzeit für die 428 Kilometer bis München betrug 50 Minuten. Am Horizont ging, über einer dicken Wolkenschicht, die Sonne rot auf. In München erwarteten mich Schneeregen und – 3°C. In Terminal 2 werden in München alle Flüge der Star Alliance abgefertigt, das Anschlussgate bereits im Flieger bekannt gegeben. So war alles ganz einfach. Mit dem Sitzplatz hatte ich mal wieder Glück. Ich saß allein in einer 3er-Reihe. Nach dem Enteisen rollte die Maschine mit einer 25-minütigen Verspätung zur Startbahn. Bis Malta waren es 1.823 Kilometer. Die Flugzeit betrug noch einmal 1 Stunde 55 Minuten. Der Blick auf die schneebedeckten Gipfel der Alpen war bei nur leichter Bewölkung fantastisch. die Alpen von oben Vorbei an Venedig und Rom erreichten wir Sizilien und schließlich Malta. Im Landeanflug waren die Steilküste und die Dingli Cliffs gut zu erkennen. Widererwartend war die Insel grün. Es hatte in den letzten Tagen viel geregnet. Maltas Steilküste Der Flughafen war sehr überschaubar. Am Gepäckband schlug mein Puls dann wieder etwas schneller. Kommt mein Koffer? Ja, und dieses Mal nicht als Letzter. In der Halle war die Reiseleiterin gut zu erkennen. Sie sammelte insgesamt 6 Gäste. Dann ging es mit dem Kleinbus zum Hotel. Der Transfer dauerte nur 30 Minuten. Ich erhaschte schon einen Blick auf Mdina und die Kuppel der Rotunda in Mosta. Es war erst 12:00 Uhr mittags. Im Hotel war mein Zimmer aber schon bezugsbereit. Gespannt ging ich in mein Low-Cost-Zimmer. Es lag in einer Ecke des Gebäudes und bekam so leider keine Sonne. Dafür hatte ich Blick auf den Pool. Einen richtigen Kleiderschrank gab es nicht, nur eine Kleiderstange und Schubladen. Zum Haare föhnen fehlte mir die Steckdose im Bad oder in der Nähe eines Spiegels. Nach ein paar Versuchen funktionierte auch der kostenfreie Zimmersafe. Den WLAN-Zugangs-Code gab es kostenfrei an der Rezeption. Als einziger deutscher Sender war im TV ZDF zu empfangen. Die Poolanlage machte einen guten Eindruck, obwohl jetzt, Ende Februar, nicht die richtige Jahreszeit dafür war. Ein paar unerschrockene Briten sonnten sich aber schon. Ich machte mich auf die Umgebung zu erkunden. Ich bummelte langsam die Strandpromenade hinunter. Mit einem Eis setze ich mich auf eine Bank auf dem Square und beobachtete die Leute. Telefonierende Einheimische, ein britisches Paar, das ausführlich die Tageszeitung las. Er in kurzer Hose, T-Shirt und Sandalen. Italiener in dicken Daunenjacken, Strickmütze und Handschuhen etc. St. Pauls Bay, the Square Auf dem Rückweg zum Hotel entdeckte ich den Busbahnhof. Er war nur durch das Dolmen Hotel von St. Antonio Hotel getrennt. An meinem freien Tag wollte ich selbstständige Erkundungen machen. Es schien unkompliziert zu sein. Die Tickets waren sogar an einem Schalter erhältlich. In dem Supermarkt gegenüber versorgte ich mich noch mit Getränken. Dann ging es zum Abendessen zurück ins Hotel. Im Hotelrestaurant wurde mir ein Tisch am Fenster, etwas abseits in dem riesigen Saal zugewiesen. Ich war zufrieden. Das Restaurant glich eher einem Speisesaal, etwas schmucklos. Alle Tische standen in Reihe und Glied. Die Speisen waren schlicht angerichtet. Das Auge aß hier nicht mit. Die Getränkepreise waren dafür moderat. Ein Pint Bier gab es für € 3,40, eine Karaffe Hauswein ab  € 4,--. Da der Tag früh begonnen hatte, endete er auch früh.

2.Tag: The Three Cities

Es war gestern Abend nicht gerade ruhig im Hotel. Laute Stimmen auf dem Flur, rennende Kinder, knallende Türen, Möbel, die verrückt wurden. Das Hotel war hellhörig, die Türen mehr Sicht- als Schallschutz. Müde, wie ich nach dem langen Tag war, schlief ich trotzdem schnell ein. Um 7:15 Uhr war es noch leer im Restaurant. Der Kaffee war gut und stark, wie ich ihn mag. Die Auswahl auf dem Frühstücksbuffet war ausreichend. Nur sollte sich in den nächsten Tagen keinerlei Abwechslung einstellen. Für mich war das Angebot aber durchaus ausreichend. Eine Stunde später erwartete ich an der Rezeption auf die Reiseleiterin zu einem ersten Infogespräch. Sie erschien „nur“ 10 Minuten verspätet und konnte oder wollte mir nicht viel erzählen. Für meinen freien Tag empfahl sie eine Hafenrundfahrt ab Sliema. Nach gerade einmal 5 Minuten verabschiedete sie sich schon wieder. Kurze Zeit später brachte mich und vier weitere Gäste einem Kleinbus nach L-Isla/Senglea zur Vedette. Vedette Dort trafen wir weitere Gäste und unsere heutige Stadtführerin, um die „drei Städte“ zu besuchen. Die maltesische Geschichte nahm hier ihren Anfang. Fast alle Völker errichteten Siedlungen. Leider hingen dunkle Wolken am Himmel und es tropfte leicht. Trotzdem war der Ausblick auf Valetta und den Grand Harbour grandios. Kaum vorstellbar, dass die riesigen Kreuzfahrtschiffe hier einlaufen können. Gegenüber thront in Birgu / Vittoriosa das Fort St. Angelo. Zu besichtigen ist es nicht. Es ist für 99 Jahre an den Malteser Orden verpachtet und ist die Residenz des Großmeisters auf Malta. Da es inzwischen angefangen hatte zu regnen, nahm uns der Bus auf und brachte uns nach Birgu / Vittoriosa hinüber. The Three Cities Durch die drei Stadttore, die aus Verteidigungsgründen im Zik-Zak angelegt sind, betraten wir Birgu. Die Stadt ist von einem trockenen Graben umgeben. Trocken, um Malaria zu vermeiden. In den mächtigen Stadtmauern befinden sich noch die Luftschutzbunker aus dem II. Weltkrieg. In der Stadt wurde und wird viel restauriert. Einige Straßen sind sehr ansehnlich geworden. Im Inneren der Häuser befindet sich oft ein kleiner Garten. Von der Straße ist das gar nicht zu ahnen. Wir gingen durch die engen verwinkelten Gassen der Collachio, den Teil der Stadt, der nur den Ordensleuten vorbehalten war. Die Johanniterritter siedelten hier nach der Vertreibung von Rhodos. Es sollte bis zur Rückkehr nach Rhodos nur vorübergehend sein. Von den Truppen Napoleons und während der schweren Luftangriffe im II. Weltkrieg sind viele Gebäude zerstört worden. So auch die Herberge der deutschen Zunge der Johanniterritter. Erhalten geblieben sind aber das ehemalige Ordenshospital, in dem heute Benediktinerinnen in Klausur leben sowie der einzige Inquisitor Palast Europas. An den Mauern ist deutlich zu erkennen, wie die salzhaltige Luft den maltesischen Kalkstein zerfrisst. Birgu / Vittoriosa In der Kirche St. Lawrenz fand, es war Sonntagmorgen, eine Messe statt. So konnte ich nur einen ganz kurzen Blick hineinwerfen. Stattdessen schlenderte ich am Dockyard Kai entlang. Die Häfen wurden bereits von den Phöniziern genutzt. Heute befinden sich hier das Maritime Museum, der Scamp Palace, der Palast der Flottenkommandanten und der Palast der Galeerenkapitäne. Zur Mittagszeit brachte uns der Kleinbus zurück zu den Hotels. Inzwischen hatte die Sonne gesiegt. Der Himmel war blau. der Wind wehte kalt vom Meer. Windgeschützt war es aber durchaus angenehm. Für mein geplantes Nachmittagsprogramm reichte entweder die Zeit nicht oder die Sehenswürdigkeiten waren geschlossen. So verbrachte ich den Nachmittag noch einmal auf der Strandpromenade von  St. Pauls Bay/Qawra. Zum Mittagsessen wähle ich das Bayview Restaurant aus. Es war sowohl von Touristen als Einheimischen gut gefüllt. Windgeschützt saß ich dort sehr angenehm in der Sonne. Von der Terrasse waren die Schiffe als die Strandpromenade gut zu beobachten. Die Zeit verging wie im Flug.

3. Tag: Valetta

Für die Tour in die maltesische Hauptstadt hätte ich laut Information um 8:45 Uhr vom Hotel abgeholt werden sollen. Ich wartete und wartete in der Hotelhalle. Nach 20 Minuten notiere ich mir die Telefonnummer der örtlichen Vertretung des Reiseveranstalters und wendete mich an die Hotelrezeption. Die konnten mir aber nicht helfen. Mit 30 Minuten Verspätung betrat eine Reiseleiterin die Hotelhalle, um genau mich abzuholen. Angeblich war der dichte Verkehr schuld an der Verspätung. Bis Valetta benötigt der Bus dann aber doch nur 30 Minuten und wir standen vor dem gerade renovierten City Gate von Valetta. Durch das Tor betrat in einer großen Gruppe von 42 Teilnehmern die Hauptstadt. Direkt hinter dem City Gate wird das neue Parlamentsgebäude gebaut, natürlich aus maltesischem Kalkstein. Die moderne Architektur passt gut zwischen die alten Mauern. Neues Parlamentsgebäude Die Treppe zwischen Stadtmauer und neuem Parlamentsgebäude führt zur Auberge de Castille. Der schönste Ritterpalast Maltas ist der Amtssitz des Ministerpräsidenten (Prime Minister). Auberge de Castille Nur ein paar Schritte weiter, direkt neben der alten Börse gingen wir in die Upper Baccara Gardens, ein ehemaliger Exerzierplatz. Unterhalb der Gardens liegt der Saluting Battery. Von hier wird täglich um 12:00 Uhr und um 16:00 Uhr die Noon Day Gun abgefeuert. Von der Terrasse der Upper Baccara Gardens konnte ich den kompletten Grand Harbour, von St. Elmo, St. Angelo bis zu den Dockyards überblicken. The Grand Harbour Von dort gingen wir zum National Museum of Archeology. Auf dem Weg passierten wir die Statue des Stadtgründers, Großmeister Jean Parisot de Valette. Sie steht direkt am Freilufttheater Teatru Rjal. Jean Parisot de Valette Das Archelogische Museum ist in der Auberge de Provonce untergebracht. Im Erdgeschoss besichtigten wir die Exponate aus der neolithischen Zeit (ca. 5.200 – 2.500 v. Chr.). Bedeutendste Stücke sind der Opferaltar von Taxien, die „Venus von Hagar Qim“ und die „schafenden Priesterinnen“. Von dort ging es direkt weiter in die St. Johns Co-Kathedrale. Die doch etwas schlichte Außenfassade lässt die innere Pracht nicht einmal erahnen.  Die Pracht wurde mit dem kirchlichen Pflichtteil an den Beutezügen der Kreuzritter finanziert. Fast alle Großmeister sind in der Kathedrale beigesetzt. Die Grabplatten sind alle aus Marmor mit Intarsien. Die acht Seitenkapellen sind den Zungen zugeordnet. Die Marmorfiguren auf dem Altar stellen die Taufe Jesus dar. Das letzte Abendmahl ist in Gold dargestellt. Im Oratorium sind zwei Werke von Caraveggio zu bestaunen. Fotografieren strengstens untersagt. St. Johns Co-Kathedrale Anschließend war erst einmal Mittagspause. Unsere Führerin leitete uns zum Republic Square, an dem auch der Palast der Bibliotheca steht. Vor der Bibliothek thront die ehrwürdige Queen Victoria. In einem kleinen Café in einer Seitenstraße besorgte ich mir eine echt leckere Sausage Roll und etwas zu trinken. Auf einer Bank auf dem Palace Square genoss ich die warme Mittagssonne mit Blick auf den Großmeisterpalast. Großmeisterpalast Der Großmeisterpalast ist heute Amtssitz des Präsidenten und zurzeit noch Sitz des Parlaments. Nach der Mittagspause besichtigten wir die offiziellen Räume. In der Gobelins Tapestry mussten sich meine Augen erst an die Dunkelheit gewöhnen. Mit Hilfe unserer Führerin entdeckten wir dann zahlreiche interessante Details in den wertvollen Gobelins. Weitere öffentliche Räume, die vom Präsidenten für Empfänge und offizielle Dinner genutzt werden, schlossen sich an. im Großmeisterpalast Weiter ging es in Richtung Fort St. Elmo um in der Nähe „The Malta Experience“ anzuschauen. Es wird dort die 7.000-jährige Geschichte sehr kurzweilig und verständlich dargestellt. Ein absolut lohnenswerter Besuch. Die Informationen sind zu Beginn eines Maltabesuches sehr sinnvoll. Anschließend ging es für uns zurück zu den Hotels.

4. Tag: Gozo

Auf Gozo, die kleine Schwester Maltas, geht es viel ruhiger und gemütlicher zu. Trotzdem gibt es auch hier viel zu erkunden. Die Tempel von Ggantija, die älter sind als die ägyptischen Pyramiden, die Zitadelle von Rabat/Victoria. Zur angegebenen Abholzeit fand ich mich wieder in der Hotelhalle ein. Heute wartete ich geschlagene 35 Minuten. Nachdem ich mit einigen anderen Gästen im Kleinbus saß, begann die halsbrecherische Fahrt zum Fähranleger. Der Fahrer musste wohl Zeit herausfahren. Unsere Reiseleiterin wartete schon ungeduldig am Fährterminal. Sofort ging es weiter auf die Fähre, die kurze Zeit später ablegt. Die Überfahrt dauerte nur 20 Minuten bis Mgarr auf Gozo. Mgarr - Gozo Am Hafen wartet ein etwas klappriger Bus auf uns. Sofort ging es los zum Ggantija-Tempel. In dem neuen Museum sind viele kleine Figuren ausgestellt, die in der Anlage gefunden wurden. In dem eigentlichen Tempel gab es dafür nur mit Fantasie etwas zu sehen. Dafür handelt es sich um die ältesten frei stehenden Monumente der Welt.  Ggantija-Tempel Am blauen Fenster war nur ein Fotostopp möglich. Die Wellen waren zu hoch, um mit den kleinen Booten hindurch zufahren. Das blaue Fenster Nur ein kleines Stück entfernt steht die Wahlfahrtskirche Ta Pinu.  Im Inneren sind alte Bilder aus kleinen Mosaiken gefertigt. Dies war nur aus der Nähe zu erkennen. Von Weitem wirkten sie wie Gemälde. Ta Pinu Es war inzwischen schon wieder Zeit für eine Mittagspause. Die verbrachten wir in einem kleinen Lokal direkt am Meer in der malerischen Bucht von Xlendi. Es dauerte eine Weile, bis sich der Bus durch die sehr engen Gassen von Rabat/Victoria und den dichten Verkehr gewühlt hatte. Das letzte Stück liefen wir zur St. Georgs Basilika in Rabat. Rabat selbst gefiel mir nicht besonders gut. Das lag vielleicht daran, dass überall gebaut wurde, es laut war und sehr staubte. Durch die Baustellen bahnten wir uns unseren Weg hinauf zur Zitadelle. Die wurde ebenfalls aufwendig restauriert. Eine große Freitreppe führt zur Kathedrale hinauf. Kathedrale Rabat Wir gingen nicht hinein, sondern bogen auf die Ringmauer ab. Von dort ließen wir die Blicke über Rabat und die Insel schweifen. Durch das ehemalige Gefängnis gingen wir zurück. An den Wänden haben Gefangene Ritzungen mit ihren Daten und Bildern an den Wänden hinterlassen. Etwas unheimlich. Vom zentralen Busbahnhof in Rabat fuhren wir direkt zurück zum Fähranleger. Nach ein paar Minuten suchte ich mir einen sonnigen Platz an Deck und schon ging es zurück. Über dem Wachturm auf Comino stand bereits der Vollmond.

5. Tag: Hafenrundfahrt – Valetta

Heute war mein ausflugsfreier Tag. Kein vorgegebenes Programm. Das war ein gutes Gefühl. Trotzdem verließ ich fast zur gleichen Zeit wie die Tage zuvor das Hotel und ging die wenigen Schritte zum Busbahnhof. Dort kaufte ich mir ein Tagesticket für nur € 1,50. Bus fahren ist auf Malta echt preisgünstig. Ich konnte mich nicht so richtig entscheiden, wohin ich zuerst fahren sollte, nach Attard zur Villa Bologna oder nach Sliema zur Hafenrundfahrt. Es kam als Erstes ein Bus der Linie 12 nach Sliema. Spontan stieg ich ein. Der Bus fuhr die Küste entlang nach Sliema. Nach einer ½ Stunde stieg ich an der Haltestelle Ferries 4 aus. Es war schon warm wie die Tage zuvor nie, der Himmel war blau und die Sonne strahlte. Sliema Spontan entschloss ich mich zu einer Hafenrundfahrt mit Luzzu Cruise. Erst um 10:30 Uhr startete die erste Tour des Tages. Frühzeitig an Bord genoss ich die Sonne. Dann startete die 90-minütige Tour vom Sliema Creek. Auch auf Manoel Island haben die Johanniterritter eine Festung errichtet. Stufen führen vom Wasser hinauf. Die Stufen sind, wie fast überall in Valetta, extra flach gehalten, damit die Ritter in ihren schweren Rüstungen einfacher hinaufkamen. Ich fand das Treppensteigen so ebenfalls sehr angenehm. Manoel Island Vorbei ging es an den mächtigen Mauern Valettas. Dominierend ragen der Glockenturm der St. Paul’s Anglican Church Cathedral und die Kuppel von Our Lady of Mount Carmel empor. Um das Fort St. Elmo herum, fuhren wir in den Grand Harbour hinein. Mich beeindruckte die Länge des ehemaligen Hospitals des Ritterordens. Der längste Krankensaal hatte immerhin eine Länge von 165 m und konnte 600 Betten aufnehmen. Ohnehin war das Hospital für damalige Verhältnisse fortschrittlich. Jeder Kranke hatte ein eigenes Bett. Gegessen wurde aus Hygienegründen von Silbertellern. Silber hat eine antibakterielle Wirkung, auch wenn das damals noch nicht bekannt war. Johanniterhospitel - Fort St. Elmo Vom Wasser wurden die Massivität und die Höhe der Befestigungsanlagen und Valettas erst sichtbar. Im hinteren Teil des Grand Harbours befindet sich der Industriehafen inkl. Anleger für die Sizilienfähren sowie ein Kraftwerk und die Meerwasserentsalzungsanlage. Der French Creek wird ebenfalls kommerziell genutzt. Unser Boot fuhr weiter in den Creek der Three Cities hinein. Vom Wasser eröffnete sich eine tolle Perspektive. Über dem Kalkara Creek beeindruckt noch immer das Bighi Hospital. Ein Lift konnte schon damals die Kranken vom Anleger direkt ins Hospital bringen. Der Rinella Creek ist Standort der Malta Film Studios. Hier wurden hier Szenen erfolgreicher Hollywoodproduktionen gedreht. Den Abschluss bildet die Rinella Festung. Die schien aber eine Ruine zu sein. Bighi Hospital Es ging zurück nach Sliema. Die Küstenlinie besteht aus einer Promenade, eine vierspurige Durchgangsstraße. Dahinter ragen Apartmenthäuser empor. Sliema ist eine große Stadt. Gut, dass ich hier kein Hotel gebucht hatte. Die Hafenrundfahrt endet dort. Sie war absolut lohnenswert, ein guter Tipp der Reiseleitung. Das Erlebnis sollte man sich nicht entgehen lassen, schon gar nicht bei Traumwetter. Direkt vom Boot stieg ich in einen Bus, der mich zum City Gate nach Valetta bringen sollte. In dem dichten Verkehr dauerte die Fahrt tatsächlich 30 Minuten. In Valetta machte ich erst einmal Mittagspause. Anschließend bummelte ich die Republic Street hinunter. Betrachtete noch einmal die Fassaden der alten Paläste und bemerkte, dass wie schon von der Stadtführerin erwähnt, Valetta die Eigenschaften von zwei Weltstädten vereint. Die Stadt ist schachbrettartig wie New York angelegt und es geht rauf und runter wie in San Francisco. In meinem Reiseführer las ich, dass Führungen im Teatru Manoel, eines der ältesten bespielten Theater Europas, angeboten würden. Ich ging hin. Aber leider war alles geschlossen. So ging ich weiter zur Casa Rocca Piccola. Cassa Rocca Piccola Die Besichtigungen hatte ich mir als Ersatz für die Villa Bologna vorgenommen. Der Palast aus dem 16. Jahrhundert ist der Familiensitz einer alten maltesischen Adelsfamilie. Das Palais ist das Einzige in Privatbesitz, das besichtigt werden kann. Im Garten wurde die kleine Gruppe von nur 4 Gästen vom Hausherrn, dem 9. Baron of Budach 9. Marquis de Piro. Persönlich führte er uns durch die Räumlichkeiten. Zu sehen bekamen wir viele Exponate der 400-jährigen Familiengeschichte. Die Silbersammlung der Großmutter, Geschenke von Päpsten in der Hauskapelle, den transportablen Hausaltar, die alte Familiensänfte, wertvolles Porzellan, Marmorstatuen, Gemälde, medizinische Silberinstrumente aus dem ehemaligen Johanniterhospital und die Einladung zu den Krönungsfeierlichkeiten Queen Elisabeth II. In den Luftschutzbunker ging ich nur kurz. Dort war mir unheimlich. Insgesamt hat die Führung durch zwölf Räume eine Stunde gedauert. Leider blieb bei mir auch der Eindruck zurück, dass das Haus und die Familie die Einnahmen der Besucher wohl nötig haben. in der Casa Rocca Piccola Auf dem Weg zu dem Lower Baccara Garden entdeckte ich, dass Valetta in den Nebengassen manchmal nicht sehr schön ist. Ich nahm unbeabsichtigt nicht den direkten Weg und landete an der Siege Bell. Die Glocke erinnert an die „zweite große Belagerung“ während des Zweiten Weltkrieges. Siege Bell Am späten Nachmittag war das Licht weich und schön. Der Blick über den Grand Harbour noch schöner. Über die Republic Street ging ich zurück über den Platz de Valetta an der Church of Our Lady of Victory und der Auberge d’Italie und dem Palazzo Parisio vorbei in die Upper Baccara Gardens. Ich genoss noch einmal den Blick über den Grand Harbour. Upper Baccara Gardens Um 17:00 Uhr stieg in einen Bus, der mich zum Hotel zurückbringen sollte. Im Feierabendverkehr dauert das, statt der angegebenen 30 Minuten geschlagene 1 ½ Stunden.

6. Tag: Rabat – Mdina – Mosta

Über Nacht hatte das Wetter umgeschlagen. Die Sonne war hinter dicken Wolken verschwunden, es hatte mal wieder geregnet und es stürmte heftig. Kaum habe ich mich an die Rezeption gesetzt, kam auch schon ein Fahrer hinein um mich abzuholen. Er brachte die heutigen Gäste nach Msida. Dort warteten die Guides. Alle Gäste wurden neu verteilt. Als Erstes stoppen wir heute an den San Anton Gardens. Die öffentlichen Gärten sind ein Teil eines Parks indem sich der San Anton Palace befindet. Der ehemalige Ritterpalast und die ehemalige Sommerresidenz der britischen Gouverneure ist heute eine Residenz der maltesischen Präsidenten. Jetzt, im Winter, ohne blühende Blumen wirkte der Garten etwas trostlos. San Anton Palace Das nächste Ziel ist Rabat. Vom Wignacourt Collegium stiegen wir in die St. Pauls Grotta hinunter. Der heilige Paulus soll 60 n Chr. vor der Insel Schiffbruch erlitten haben. In dieser Höhle soll er während seines anschließenden dreimonatigen Aufenthalt auf Malta gewohnt haben und erste Malteser zum Christentum bekehrt haben. Eine unterirdische Kirche, die Erste und damit Älteste Maltas schloss sich an. St. Pauls Grotta Von dort waren es nur ein paar Schritte bis zur Stadtmauer von Mdina. Auch hier beeindruckte mich die gewaltige Festungsmauer. Mdina ist Heimat vieler vornehmer Familien Maltas. Einige Familien gehen auf normannische, sizilianische und spanische Herren zurück, die hier ab dem 12. Jahrhundert siedelten. Durch das Haupttor betraten wir die alte Hauptstadt, die ursprünglich von Arabern gegründet wurde. Im Vilhena Palace ist heute ein Naturkundemuseum untergebracht. Der Palast der Adelsfamilie Moscati-Parisio ist ein Luxushotel. In den Straßen ist der arabische Ursprung zu erkennen. Keine Straße ist weiter einzusehen, als ein Pfeil fliegen kann. Die zum Benediktiner- Nonnenkloster gehörende Kirche ist St. Agata, der Schutzheiligen von Mdina und Rabat geweiht. Der Zentralplatz wird von der Kathedrale St. Peter und St. Paul dominiert. An den Seiten wird er von weiteren Adelspalästen gesäumt. An einigen Palästen sind die normannischen Elemente zu entdecken, wie z.B. am Palazzo Santa Sophia und Palazzo Falson. Mdina Mdina, die ruhige Stadt, machte ihrem Namen alle Ehre. Es waren nur sehr wenige Menschen unterwegs. Teilweise wirkte die Stadt ziemlich verlassen, die Gassen leer. Entsprechend gering ist das Angebot an Restaurants und Geschäften. Vielleicht lag das am eiskalten Wind und der Kälte. Nach der frühen Mittagspause verließen wir die Stadt durch das griechische Tor. Am Busbahnhof wartete bereits unser Minibus. Weiter ging es zu den Dingli Cliffs. Wir stoppten an der kleinen Maria Magdalenen Kapelle. Von den Klippen war aber nicht viel zu sehen. Gefühlt wurde es immer kälter. Gut, dass wir schnell weiterfuhren. Plötzlich hielt unser Fahrer am Straßenrand. Er wollte uns eine Gelegenheit geben, Mdina zu fotografieren, wie die Stadt oben auf dem Hügel thront. Eine gute Idee. Mdina Wir kamen an den Buskett Gardens vorbei. In der Parkanlage überragt der Verdala Palast das Gelände. Auch dieser Palast wird heute für offizielle Regierungsempfänge genutzt. Der nächste Stopp ist im Ta’Quadi Craft Village auf dem Gelände des ehemaligen britischen Militärflughafens. In den ehemaligen Flugzeughangarn befinden sich heute Handwerks- und Souvenirläden. Ta’Quadi Craft Village Nur 500 m entfernt ist Mdina Glas. Hier wurden wir zu einer Demonstration der Glasbläser erwartet. In Windeseile entstanden aus einer glühenden Masse ein Vogel und ein Schwan. Im hinteren Teil des Verkaufsraumes waren einmalig schöne aber auch teure Stücke im Angebot. Gut, dass der Transport nicht möglich war. Kurze Zeit später standen wir vor der prachtvollen Fassade der Rotunda Sta. Marija Assunta in Mosta. Die Kirchenkuppel ist die viertgrößte Europas. Sie misst einen Durchmesser von 40 Meter und eine Höhe von 60 Meter. Die Pracht im Inneren ist umwerfend. Die hatte ich einer Dorfkirche nicht erwartet. Rotunda Mosta Vor der Kirche wartete der Fahrer von heute Morgen, um mich direkt ins Hotel zurückzubringen. Zurück im Zimmer, entdeckte ich, dass man mir einen Brief unter der Tür durchgeschoben hatte. Er enthielt die Abreiseinformationen für den übernächsten Tag.

7. Tag: Maltas Tempel

Heute brachte der Minibus eine internationale Gruppe mit Briten, Österreichern, Schweizern und Deutschen zum Sammelpunkt nach Msida. Dort wartete der große Reisebus bereits. Die Tour wurde zweisprachig, englisch und deutsch, durchgeführt. Die erste Besichtigung fand im Limestone Heritage statt. Der stillgelegte Steinbruch wird der Abbau des für Malta typischen Kalksteins im Verlauf der Zeit dargestellt. Aus meiner Sicht eine verlorene Stunde. An der blauen Grotte hielten wir nur für einen Fotostopp. Die See war heute zu rau, um mit den Booten hineinzufahren. So blieb nur ein Blick von den Klippen. an der blauen Grotte Nach kurzer Zeit fuhren wir weiter nach Hagar Qim. Zuerst schauten wir einen 3D-Film über den Tempel im Laufe der Zeit im Zeitraffer. Der war aber nicht besonders gut gemacht. Anschließend gingen wir zum Tempel. Er ist von einem Zelt gegen die Umwelteinflüsse (Wind und Regen) geschützt. Durch den rekonstruierten Eingang betrat ich den Tempel. Links vom Eingang stehen noch die hohen Originalblöcke. Unten sind die Einkerbungen von den Hebeln der Aufstellung zu sehen. Der größte Block ist immerhin über 6 m lang, 3 m hoch, 60 cm breit und ca. 10 t schwer. Hagar Oim Im ersten Hof steht eine Nachbildung des Hagar Qim Altars. Das Original befindet sich im Archeologischen Museum in Valetta. Dahinter wurden die kleinen Figuren der Magna Mater und die Venus von Malta gefunden. Im Hauptkorridor ist ein Orakelloch deutlich zu sehen. Gegenüber stehen zwei hohe Pilzaltäre. Leider war er der einzige neolithische Tempel, den ich auf Malta zu sehen bekommen sollte. Für den nur 500 m entfernten Mnajdra Tempel reichte unsere Zeit nicht. Vom Tempel fuhren wir noch einmal zu dem Anleger an der blauen Grotte zurück. Die Gäste, die die Tour nur halbtags gebucht hatten, stiegen in Minibusse um. Ich musste die Zeit mit Blick auf die Steilküste überbrücken. Direkt an der Straße dafür einer der zahlreichen Wachtürme, von den Rittern erbaut um Piratenangriffe frühzeitig zu entdecken. Wachturm Im 25 Minuten entfernten Marsascala erhielten wir in einem Restaurant unser inkludiertes Mittagessen. Es gab Pasta, Fish and Chips und Eis zum Nachtisch. Nach über einer Stunde fuhren wir endlich weiter nach Marsaxlokk. Dort blieben mir nur 35 Minuten um die berühmten Luzzu-Boote zu bestaunen. Viele Boote haben noch das Auge von Horus oder das Auge des Osiris um die Fischer vor Gefahren zu schützen. Gern hätte ich etwas mehr Zeit dort verbracht. Luzzu-Boote in Marsaxlokk In der Ferne ragten die Kräne des Containerhafens von Birzebbuga hoch. Malta ist im Mittelmeerraum auch ein Umschlagplatz im Warenverkehr. Letzter Programmpunkte war die paläontologische Höhle Ghar Dalam. In ihr wurden Skeletteile ab 60.000 v. Chr. entdeckt. Den Teil des Museums mit den Skelett- und Knochenteilen ersparte ich mir. Im Eingang der Höhle war der Wespenschwarm bereits aktiv. Unangenehm, dass die ausführlichen Erläuterungen genau in den Flugbahnen der Wespen stattfanden. Ghar Dalam Von dem heutigen Tag war ich enttäuscht. Wir hatten zu viel Zeit an uninteressanten Orten, wie dem Anleger an der blauen Grotte und beim Mittagessen verschwendet. Dafür hätte ich mir lieber den im Programm aufgeführten Tarxien-Tempel angeschaut. Außerdem nahmen die zweisprachigen Erläuterungen unnötig viel Zeit in Anspruch.

8. Tag: Heimreise

Ein letztes Mal frühstückte ich im Hotelrestaurant. Dort war es voll wie die Tage zuvor nie. Entsprechend waren das Chaos am Buffet und die Lautstärke im Saal. Ich suchte mir einen möglichst ruhigen Platz. Ich packte meine restlichen Sachen. Drehte eine letzte Runde durch Zimmer und Bad, ob auch wirklich alles eingepackt war, und machte mich auf in die Hotelhalle. Dort wartete tatsächlich schon der Fahrer auf mich, eine ¼ Stunde vor der angegeben Zeit. Ich war überrascht. Sonst musste ich immer warten. Der Transfer dauerte 45 Minuten. Im übersichtlichen kleinen Abflugbereich ging alles zügig voran. Die Sicherheitskontrolle dauerte, da alle Kontrollpunkte besetzt waren, nicht einmal 5 Minuten. Der Weg zu Gates führt auch auf Malta durch den Duty Free Shop. Der A319 von Air Malta hatte innen schon bessere Zeiten gesehen. Die Sitze waren ziemlich abgewetzt. Das Kabinenpersonal unhöflich und arrogant. Bis zur Zwischenlandung in Catania auf Sizilien sind es nur 187 km und 30 Minuten Flugzeit. Aus der Luft war der Fähranleger nach Gozo gut zu sehen. Gozo Im Landeanflug auf Catania erkannte ich den schneebedeckten Etna. Es stiegen aus der bisher voll besetzten Maschine bis auf 12 Passagiere alle aus. Nach nicht einmal 30 Minuten kamen die neuen Passagiere an Bord. Es waren nicht sehr viele. So hatte ich wieder eine 3er-Reihe allein. Nach 55 Minuten Aufenthalt ging es weiter in Richtung München. Das Käsebrötchen schmeckte nicht schlecht. Dazu gab es allerdings nur eine Flasche stilles Wasser. Außer Kaffee und Tee müssen Getränke extra bezahlt werden. Die Wolken haben noch einmal den Blick auf die schneebedeckten Alpen freigegeben. Nach 2 Stunden und 1.238 km landeten wir pünktlich in München. Sofort besorgte ich mir meine Bordkarte für den Weiterflug nach Paderborn. An Bord kam schnell die Durchsage „Boarding complited“. Während der 50 Minuten bis Paderborn wurden von der Lufthansa wieder ordentliche Getränke serviert. Die Flugbegleiterinnen sind sehr nett und zuvorkommend. Das war richtig angenehm. In Paderborn sind die Wege kurz. Schnell stand ich am Kofferband. Ich konnte es kaum glauben, mein Koffer kam tatsächlich als Erstes. Nichts wie ab nach Hause. Es war ein langer und anstrengender Tag. Malta war eine sehr interessante Reise. Ich hätte nicht geglaubt, dass die Geschichte der Insel so weit zurückgeht. Viele Kulturen, die Phönizier, die Araber und die Römer haben ihre Spuren hinterlassen. Keine hat die Insel aber so geprägt wie die Johanniterritter. Durch ihre Bauten sind sie noch heute allgegenwärtig. Die Ausflugstage waren vollgepackt. Manchmal hätte ich mir mehr Zeit gewünscht. Ich glaube, die wichtigsten Orte gesehen zu haben. Ein paar Wünsche sind aber noch offen geblieben.
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Die Vorstellung ist wundervoll, aber noch wundervoller ist das Erlebnis! (Oskar Wilde)
Silke Wolff
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