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Ost-Kanada

© Text und Photos: Silke Wolff Ich weiß nicht mehr, wann ich das erste Mal mit den Gedanken gespielt habe, Ost-Kanada zu bereisen. Das muss in den 1990er-Jahren gewesen sein. Als ich im Reisekatalog meines derzeitigen Lieblingsreiseveranstalters das Angebot entdeckte und ich im Herbst nicht so genau wusste, wohin ich reisen sollte, entschied ich mir kurzfristig für die Tour. Zur besten Zeit, zum Indian Summer, wollte ich also nach Ost- Kanada. Am 25.09.2012 ging es los. Toronto, die Niagara Fälle, Ottawa, Quebec, Montreal und die 1.000 Islands warteten in den nächsten 10 Tagen auf mich. Toronto Panorama

1.Tag: Anreise Toronto

Der Tag begann normal. Wie immer stand ich um 5:45 auf und fuhr anschließend mit dem ICE von Bielefeld über Köln zum Frankfurter

Flughafen. Für mein Rail & Fly-Ticket hatte ich mir für € 40,-- ein Upgrade in die 1. Klasse gegönnt.  Beim Umsteigen in Köln sorgte die

Deutsche Bahn wieder einmal für Verwirrung. Die Gleisangabe auf meiner Sitzplatzreservierung stimmte nicht. Auf dem richtigen Gleis

stimmte dann die Wagenstandsanzeige nicht. Pünktlich am Frankfurter Fernbahnhof angekommen, machte ich mich auf den Weg zum

Terminal 2. Das dauerte genau eine ½ Stunde. Die Check-in-Schalter von Air Transat waren schon 2 ½ Stunden vor Abflug geöffnet. So

konnte ich direkt meinen Koffer aufgeben und bekam noch einen Sitzplatz am Gang. Es blieb mir noch Zeit für ein HappyMeal. Am Flughafen

schien man dazugelernt zu haben. Die Sicherheitskontrolle fand erst kurz vor dem Gate statt. Daher bildete sich keine lange Schlange. In der

stand ich erst vor dem Gateeingang, wo noch einmal die Bordkarten kontrolliert wurden.

Um 14:30 Uhr begann das Einsteigen. Die Sitze waren sehr schmal und eng. Ich hatte Glück. Mit mir saß eine Familie mit Kleinkind, das

keinen eigenen Sitz hatte. Die Stewardess bat mich deshalb, mich eine Reihe weiter nach hinten zu setzen und so landete ich mit einem

Asiaten in der letzten 3er-Reihe, super! Der Flug war nämlich so gut wie ausgebucht. Die Flugzeit nach Toronto wurde mit 8 Stunden 40

Minuten und 6.350 km angegeben. Kurz nach dem Start steckte mir die Stewardess auch noch einen Kopfhörer zu. Der kostete

normalerweise CAN$ 2,--. Nach 2 ½ Stunden wurde ein warmes Essen serviert. Ich konnte zwischen Huhn, Fleisch und Pasta wählen. Die

Pasta schwamm in Soße und war einfach ekelig. Zusätzlich war es in der Maschine eiskalt. Eine Decke gab es nur gegen Dollar.

Ausschließliches Zahlungsmittel an Bord für alle zusätzlichen Getränke/Snack, DutyFree Einkäufe etc. waren Kreditkarten. 2 Stunden vor der

Ankunft wurde ein leckerer Snack, ein Stück Pizza, serviert. 30 Minuten vor Toronto meldete der Kapitän 20 °C. Während des Landeanfluges

war die Skyline mit dem CN Tower gut zu sehen.

Um 18:10 Uhr (minus 6 Stunden) landete die Maschine im Abendlicht. Die Einreiseformalitäten wurden zügig abgewickelt. Dann stand ich am

Gepäckband und stand und stand. Ich war mir schon ganz sicher, dass mein Koffer nicht mehr kommen würde. Fast als Letzter bekam er

dann doch noch. Hinter dem Ausgang wartete eine ältere Reiseleiterin, die kaum deutsch sprach. Zu meiner Überraschung war ich die einzige

Ankommende. Sie setzte mich in eine schwarze Limousine. Der Chauffeur brachte mich zum Hotel in Zentrum. Super! Ich wurde noch nie in

einer Limousine chauffiert! In der Hotelhalle wartete die eigentliche Reiseleiterin. Die gab mir schnell noch ein paar Tipps und Informationen

für den nächsten Tag. Schnell zog ich mich zurück und schlief erschöpft ein.

2.Tag: Toronto – Niagara on the Lake – Niagara Falls

Als um 6:00 Uhr der Wecker klingelte, fühlte ich mich ausgeschlafen. Das Frühstücksbuffet im Courtyard by Marriott Downtown Hotel war gut. Es gab Rührei und viel Obst. Um 8:30 Uhr begann die Stadtrundfahrt bei Sonne. Im Brookfield Place, direkt an der Hockey Hall of Fame, sahen wir uns ein Stück von der Untergrund-Mall Torontos und die gelungene Verbindung von historischer und moderner Architektur an. Brookfield Place Gegensätzlicher können sie nicht sein, das neoromanische Gebäude der Old City Hall von 1891 und die zweckmäßigen halbrunden Betontürme der New City Hall aus den 1960er Jahren. Der Nathan Philipps Square war leider eine einzige Baustelle. City Halls Unsere Stadtrundfahrt führte vorbei am Ontario Parlamentsgebäude, an den Fakultäten der Universität, durch China Town zum 553 m hohen Wahrzeichen Torontos, dem CN  Tower. Der zweithöchste Fernsehturm der Welt wurde 1976 fertiggestellt. Leider standen wir eine ½ Stunde vor dem Fahrstuhl an. Als wir mit dem Fahrstuhl mit Glasboden auf 346 m im Look Out ankamen, hatte es sich total zugezogen und es war nichts mehr zu sehen. Schade! CN Tower Als Entschädigung fuhren wir dafür nach Niagara-on-the-Lake, einer schönen kleinen Stadt mit alten Häusern und ausgefallenen Geschäften. Besonders sehenswert fand ich das Prince of Wales Hotel sowie das Shaw Café & Grill. Niagara-on-the-Lake Auf einem Parkway fuhren wir durch das Weinbaugebiet Kanadas den Niagarafällen entgegen. Die weltberühmten Niagara Falls bestehen aus zwei Wasserfällen, den US-amerikanischen American Falls und den kanadischen Horseshoe Falls. In dem Hufeisen fließen auf einer Breite von 670 m bis zu 170 Mio. Liter pro Minute 54 m in die Tiefe.  Nur 10 % der Menge sind es bei einer Breite von 320 m und 56 m Tiefe bei den American Falls. Neben den American Falls befindet sich noch ein kleiner Wasserfall, der Bridal Veil (Brautschleier). Als wir dort am frühen Nachmittag ankamen, regnete es. Meinen Regenschirm hatte ich im Koffer vergessen. Zum Glück besserte sich das Wetter im Laufe des Nachmittags. Ich konnte in aller Ruhe von der Anlegestelle der „Maid of the Mist“ zum „Table Rock“ schlendern. Niagara Falls Am späten Nachmittag holte uns unser Bus am Table Rock ab. Da waren unsere Koffer schon auf dem Hotelzimmer und im Bus wurden die Zimmerschlüssel verteilt. Ein super Service! Am Abend wollte ich die bunt angestrahlten Fälle sehen. Ich ging vom Hotel den Clifton Hill hinunter. Die gesamte Straße und die Umgebung waren ein Touristenparadies oder –falle, ein Souvenirladen, Restaurant, Attraktion neben der Nächsten. Niagara Falls An den Fällen kam ich zu früh an. Die Show begann erst um 20:00 Uhr. Alle paar Minuten wechselten die Farben, erst weiß, dann rot, gelb, bunt usw. Nach gut einer ½ Stunde und viel zu vielen Fotos ging ich zum Hotel zurück. Der Abend hat für den CN Tower und das Regenschauer entschädigt. Niagara Falls by night

3.Tag: Niagara Falls – Ottawa

Frühstück gab es in dem Restaurant neben dem Hotel, Rührei, 2 Scheiben Toast, 2 Scheiben Speck und eine Art Bratkartoffeln. Der Kaffee war sehr dünn. Naja, eben nordamerikanisches Frühstück. Dafür ging die Sonne heute am blauen Himmel auf. Vor uns lag eine lange Strecke, ca. 580 km, bis Ottawa.  Im Welland Kanal, der den Lake Erie für Schiffe mit dem Lake Ontario verbindet, wurde gerade ein Schiff geschleust. Welland Kanal Nach dem Stau um Toronto pausieren wir auf einem neuen kanadischen Rasthof. Dort entdeckte ich auf Empfehlung unserer Reiseleiterin „Tim Hortons“, eine Art Starbucks, aber normaler und zivilen Preisen. Das aktuelle Angebot „kleiner Kaffee mit Strudel“ für CAN$ 1,49 war echt lecker. Zum Mittag kaufte ich mir gleich ein Sandwich mit „Ham and Swiss“, sehr gut! Nach einer langen Fahrt durch den kanadischen Indian Summer waren wir um 15:00 Uhr die kanadische Hauptstadt. Wir fuhren durch das Botschaftsviertel, direkt am Rideau Canal entlang in die Innenstadt, am Château Laurier, dem Parlamentsgebäude und dem Supreme Court vorbei, auf die andere Seite des Ottawa Rivers. Von der Terrasse des Museums of Civilization war der Panoramablick fantastisch. Panorama Ottawa Nachdem der Bus uns am Byward Market abgesetzt hatte, reichte die Zeit leider nur für einen schnellen Rundgang. Den Shuttle für die Abgeordneten durfte ich ja nicht benutzen. Am Zugang zum Parliament Hill brennt eine ewige Flamme. Sehr beeindruckend fand ich die Parlamentsbibliothek direkt hinter dem Centre Block. Die Gebäude sind umgeben von Staturen von allen Präsidenten. Natürlich fehlen Queen Victoria und Queen Elisabeth II. nicht. Eine Kopie des Denkmals der Frauenrechtlerinnen steht ebenfalls auf dem Gelände. Centre Block   Parliamentsbibliothek Meine Zeit reichte noch um die Glasfassade der National Gallery of Canada zu bestaunen. In der Basilica Notre Dame wurde gerade eine Messe gelesen. Deshalb war fotografieren untersagt. National Gallery of Canada Basilica Notre Dame Um 18:00 Uhr checkten wir in unserem superzentralen, aber superschlechten Hotel ein. In meinem Zimmer ließ sich kein Fenster öffnen und das Bad hatte keinen Abzug.

4.Tag: Ottawa –Quebec

Auch heute lief alles schon fast wie gewohnt ab, 6:00 Uhr wecken. Um 7:00 Uhr stellte ich den Koffer vor die Zimmertür und ging zum Frühstück. Es gab wieder Kaffe, Orangensaft, Rührei und Toast. Nur die beiden Fahrstühle waren total überlastet. Das Gepäck von mehreren Reisegruppen musste auch in ihnen transportiert werden. Trotzdem ging es pünktlich um 8:00 Uhr weiter nach Quebec. Zur Mittagspause erfuhren wir, dass das heutige Hotel doch nicht so zentral liegt. Zu Mittag gab deshalb eine leckere Nudelsuppe und ein Panini mit swiss and ham bei Tim Hortons. Die Verpflegung aus dem Supermarkt gab es dann am Abend. Indian Summer Zeitig am Nachmittag erreichten wir Quebec. Bis zur Stadtführung war noch Zeit für einen Stopp am Parlamentsgebäude und einen Bummel über die Grand Allée mit seinen viktorianischen Häusern, in denen sich zahlreiche Restaurants und Cafés befinden. Grand Allée Mit Nadja, einer Moskauerin, die sehr gut deutsch sprach, ging es durch Quebec. Von der Zitadelle hatten wir einen weiten Blick auf den St.- Lorenz-Strom. Etwas außerhalb lag die Queen Mary II vor Anker. Zusätzlich lagen mindestens drei weitere Kreuzfahrtschiffe an den Piers. Durch den Stadtpark fuhren wir die Grand Allée hinunter, in die die Altstadt hinein. Direkt vor dem Chateau Frontenac stiegen wir aus und gingen in die untere Altstadt (Basse-Ville). Auf dem Place Royale bewunderten wir die alten Kaufmannshäuser und die Notre-Dame-des- Victories. Die Rue du Petit-Champlain mit den Boutiquen waren sehr sehr schön. Altstadt Quebec Mit dem Funiculare fuhr ich für CAN$ 2,-- zurück in die obere Altstadt (Haute-Ville), direkt vor das Chateau Frontenac. Von der Terrasse Dufferin lagen die Kreuzfahrtschiffe im St. Lorenz Strom im Abendlicht. Natürlich wollte ich das Chateau auch von Innen sehen. So ging ich durch den Haupteingang hinein. Nachdem wir in Hotel gebracht wurden, kaufte ich mir in dem Drug-Store gegenüber noch etwas zu trinken und ziehe mich müde auf mein schönes Zimmer zurück.

5.Tag: Ilé de Orléan - Quebec

Das Frühstück in dem Best Western Plus Hotel war besonders gut. Es gab neben Brötchen, Philadelphia Creme Cheese und süße Weintrauben. Anschließend starteten wir zu unserem optionalen Ausflug östlich der Stadt. Leider spielte das Wetter nicht so mit wie an den Tagen zuvor. Der Himmel war stark verhangen und es sah sehr nach Regen aus. Trotzdem ist die Laubfärbung einmalig. Zuerst möchte uns Al, unser Busfahrer, das Skigebiet außerhalb von Quebec City zeigen. Wie überall in Nordamerika sind die Skipisten in die Hänge geschlagen, sodass sie auch ohne Schnee deutlich zu sehen sind. Sie reichen bis direkt an die Skihotels, hinter denen gleich die Talstation der Lifte ist. Skigebiet Quebec Die Walfahrtskirche Saint-Anne-de-Beaupré war absolut sehenswert. Leider gab uns Christ nur eine ½ Stunde Zeit. Die reichte nur für die Basilika. Basilka Saint-Anne-de-Beaupré Wichtiger war ihr die morgendliche Kaffeepause bei Chez Maria. In einem typischen Quebec-Haus mit dem lang gezogenen Dach gab es u.a. selbst gebackenes Brot. Zu sehen war außerdem der für die Gegend typische Erdkeller. Chez Maria Leider hatte es nun endgültig angefangen zu regnen. So hatten wir an den Montmorency- Wasserfällen ebenfalls nur eine ½ Stunde Zeit. Die Wasserfälle sind mit 83 m höher als die Niagara Falls. Schnellen Schrittes ging ich vom Manoir Montmorency zu den Fällen und ein Stück auf die Hängebrücke, die ziemlich stabil ist und nicht schwankt. Leider war die Aussicht von hier oben auf die Fälle nicht besonders. Für den Abstieg zum Besucherzentrum reichte aber die Zeit nicht aus. Nur einer aus unserer Gruppe hatte es geschafft. Er hatte sich zwar völlig verausgabt, aber seine Fotos waren dafür toll. Montmorency Falls Auf der Ilé de Orléan stehen schöne kleine Quebec-Häuser mit Aussicht auf den St. Lorenz Strom. Die Meisten könnten auch mir gefallen. In Ville de Petronillé hielten wir an einer Chocolaterie. Die Queen Mary II lief gerade aus. So bekam ich sie ganz nah zu sehen. Das Zitroneneis aus der Chocolaterie konnte mit dem aus unserer italienischen Eisdiele nicht mithalten. Queen Mary II Ville de Petronillé Die Ilé de Orléan ist für ihre Apfelplantagen und Erdbeerfelder berühmt. Al hielt, um eine Kiste Äpfel zu kaufen. Christa spendierte uns ein Körbchen Erdbeeren. Die waren süß und lecker. Auf dem Rückweg am Nachmittag in die Stadt stiegen die Meisten an einem Shopping- Center aus. Ich fuhr weiter mit bis zum Chateau Frontenac. Es war noch reichlich Zeit um mich durch die Gassen von Alt-Quebec treiben zu lassen. Das nasse Wetter störte nicht weiter. Die Rue du Tresor, die sog. Malergasse hatte superschöne Bilder im Angebot. Es fiel mir echt schwer, zu widerstehen. In der Basilique Cathedral Notre-Dame begann gerade eine Trauung und war daher nicht zugänglich. So gehe ich in die Basse-Ville hinunter, über den Place Royal in die Rue du Petit-Champlain. Unterwegs entdeckte ich in den zahlreichen Geschäften tolle kleine Sachen. Die Notre-Dame-des Victories war wegen einer Trauung ebenfalls geschlossen. Inzwischen bekam ich Hunger. So tat ich etwas für mich Außergewöhnliches. Mitten auf der Rue du Petit Champlain ging ich ins La Lapin Saute und aß ein Filet Mignon Steak zu einem stolzen Preis. Die Qualität des Steaks und die Atmosphäre in dem kleinen französischen Restaurant waren es wert. Ich hatte schon lange nicht mehr so gut gegessen. La Lapin Saute Als ich aus dem Restaurant kam, waren die Lichter angegangen. Dadurch war die Atmosphäre noch schöner geworden. Es war nun aber auch sehr kalt geworden. Deshalb fuhr ich wieder mit dem Funicular zum Chateau Frontenac und gönnte mir ein Taxi zum Hotel.

6.Tag: Quebec - Montreal

Noch einmal konnte ich das gute Frühstück genießen. Danach ging es weiter nach Montreal. Am Himmel hingen dunkle Wolken. Es sah sehr stark nach Regen aus. Während unserer Kaffeepause stellte ich fest, dass in kanadischen Raststätten sogar Pelzmäntel verkauft werden. Das hätte ich nicht erwartet. Am späten Vormittag erreichten wir Montreal. Über die Pont Jaques Cartier fuhren wir in die Stadt. Auf den Spitzen der Brückenpfeiler stehen jeweils kleine Eifeltürme. Ein Geschenk der Stadt Paris. Die Brücke führt über die Ile Saint-Helene, der Insel, auf der 1967 die Weltausstellung stattfand. Gut sichtbar war die Biosphäre, der ehemalige Pavillon der USA. Ein großer Vergnügungspark befindet sich heute auf der Insel. Ein Fotostopp am Olympiastadion mit seinem markanten schiefen Turm musste natürlich sein. Olympia Stadion Hinter dem Stadion waren die zwei großen Blocks des Olympischen Dorfes zu sehen. Bereits mittags erreichten wir unser Hotel, direkt neben dem Campus der englischsprachigen McGill-Universität mit seinen alten ehrwürdigen englischen Gebäuden. Vor der Musikhochschule thront Queen Victoria. Als unsere Stadtführung begann, hatte es nun doch angefangen zu regnen. Deshalb gingen wir an der Cathedrale Christ Church erst einmal in den Untergrund. Genau wie Toronto befindet sich unter der Stadt eine riesige 32 km lange Shopping Mall. Berühmt ist das Ritz Carlton Hotel. Hier heirateten Liz Taylor und Richard Burton. Das feudale Anwesen von Tommy Hilfiger liegt auf einem Hügel am Stadtrand. Inzwischen hingen die Wolken hingen so tief, dass wir von Mont Royal absolut keine Sicht auf die Stadt hatten. So fuhren wir direkt weiter. Typisch für Montreal sind die teilweise metallenen Außentreppen an den Wohnhäusern. Wie machen die das nur im Winter? Ohne dass ich es merkte, waren wir plötzlich auf der Ile Notre-Dame. Hier befindet sich die Formel 1 Strecke Circuit Gilles Villeneuve. In der Haarnadelkurve fuhren wir auf die Strecke. Circuit Gilles Villeneuve Die Boxengasse war verlassen. Die Tore geschlossen. Werbung wird nach jeder Veranstaltung sofort überstrichen. Von der Poolposition starteten wir mit 30 km/h. Mehr war laut Verkehrsschild nicht erlaubt. Da haben sie wohl eine Null vergessen. Über die Rue Notre-Dame fuhren wir in die Altstadt. Auf dem Balkon des Rathauses / Hôtel de Ville hielt Charles de Gaulle seine Rede „Vivre le Quebec Libre“. Wir hielten vor dem Justizgebäude. Im Bus gab es Diskussionen, wie lange wir in der Altstadt bleiben wollten. Einige wollten wegen des schlechten Wetters direkt ins Hotel. Die Zimmer standen aber noch nicht zur Verfügung. Schließlich einigten wir uns doch. Ich ging direkt zur Basilique Notre Dame. Sie soll die schönste Kirche Nordamerikas sein und ich wollte sich unbedingt sehen. Als ich meine CAN$ 5,-- Eintritt zahlte, gab mir die Kassiererin den Hinweis, gleich in die Kapelle Notre Dame du Sacré Coeur zu gehen, da sie in wenigen Minuten geschlossen würde. Ich ließ gerade meinen Blick in die Runde schweifen, als ich die Aufforderung zu gehen hörte. Notre Dame du Sacré Coeur Der Altarraum der Basilika beeindruckte mich durch seine Farben. Getragen wird der Innenraum durch einen vergoldeten Sternenhimmel. Über den Eingang thront eine große Kirchenorgel. Sie ist tatsächliche eine der schönsten Kirchen, die ich gesehen habe und ich würde es bereuen, sie nicht gesehen zu haben. Basilique Notre Dame Als ich die Kirche verließ, gießt es in Strömen. Die Schaufenster und Ateliers in der Rue St. Paul konnte ich unterm Regenschirm kaum sehen. Total nass entschloss ich mich, bei McDonalds auf unseren Bus zu warten. Bei dem Wetter bekam mich nichts mehr aus dem Hotel.

7.Tag: Montreal – Toronto

Wir hatten unsere letzte lange Fahrstrecke vor uns. Der Himmel war noch stark bewölkt und manchmal regnete es. Aber wir saßen sowieso im Bus. Kurz nach unserer Kaffeepause, bei Tim Hortons natürlich, rissen die Wolken auf und die Sonne ließ sich sehen. Am Bootsanleger für unsere Thousend Islands Tour angekommen, strahlte der Himmel blau. Auf dem Sonnendeck des Bootes zeigte das Thermometer 20°C. Fantastisch! Eine Stunde schipperten wir durch die einmalige Inselwelt bis in US-amerikanische Gewässer zum Boldt Castle. Da wir aber aus Kanada kamen, durften wir am Boldt Castle nicht anlegen. Eine kleine Brücke, die zwei Privatinseln verbindet, ist auch die Grenze zwischen Kanada und der USA. Thousend Islands Direkt nach der Bootstour ging es weiter. Gut, dass ich mir schon bei Tim Hortons ein Sandwich gekauft hatte. Bei „The Big Apple“, einer Bäckerei, war Kaffeepause. Das war aber alles nicht mein Geschmack. Die Skyline von Toronto sahen wir am späten Nachmittag zum ersten Mal wieder. Es sollte über noch 1 ½ Stunden dauern, bis wir in Downtown im Hotel ankamen. Dort schien mich mit Christa, unserer Reiseleiterin, ein wenig das Glück zu verlassen. Bei meiner Schlüsselkarte steckte nur ein Frühstückscoupon. Ich blieb aber 2 Nächte. Ein Late-Check-out sollte CAN$ 99,-- extra kosten. Zu teuer! Das war der normale Zimmerpreis, keine Extrarate. Mein Zimmer lag dann auch noch neben dem Fahrstuhl. Im Business-Center des Hotels buchte ich ein Ticket für den Sightseeing-Bus und ging los, mir ein Restaurant für das Abendessen zu suchen. Im Untergeschoss des ManuLife-Buildings in der Bloor Street entdeckte ich einen sehr leckeren und günstigen Italiener. Anschließend nahm ich den Lift in den 51. Stock. Von der Bar hat man einen atemberaubenden Blick auf die Skyline von Toronto. Die Bar ist ein kleiner Geheimtipp. Ich wollte wiederkommen und dort meinen letzten Abend verbringen.

8.Tag: Toronto

Es war mein freier Tag in Toronto. So konnte ich erst einmal ausschlafen und ganz in Ruhe frühstücken. An der Rezeption hatte Christa mir eine Nachricht hinterlassen, dass ich am nächsten Tag doch kein Frühstück bekam. Sie hatte es noch einmal bei ihrer Agentur checken lassen. Um 10:00 Uhr stand ich an der Haltestelle des Sightseeing-Busses. Alles klappte super. Meine Buchungsbestätigung wurde problemlos in ein Ticket für die nächsten drei Tage umgetauscht. Ich fuhr erst mal ein langes Stück mit, die Yonge Street hinauf, an den privaten Residenzen des Four Seasons vorbei. Das Penthouse soll sogar einen extra klimatisierten Raum für Pelze haben. Was man für viel Geld alles bekommen kann! In der Yorkville Avenue hieß es sehen und gesehen werden. Ehrlich, ich wünschte, ich würde auch vor dem noblen Hazelton Hotel sitzen und Kaffee trinken. Am Royal Ontario und Bata Schuhmuseum vorbei ging es zur Casa Loma. Hier stiegen erstaunlich viele aus. Ich aber fuhr weiter mit, am Parlamentsgebäude vorbei, durch Chinatown und dem Theaterdistrikt bis zum CN Tower. Ich stieg aus und ging zum Fairmont Royal York Hotel direkt gegenüber der Union Station. Fairmont Royal York Hotel Im Untergeschoss sind ein Barber Shop und eine Schuhputzstation. Es herrschte Hochbetrieb, von Herren in dunklen Anzügen, perfektem Haarschnitt und blanken Schuhen. Zwischen dem Rogers Center und CN Tower ging ich zur Harbourfront hinunter. Eine Bootstour war in meinem Busticket enthalten. Bis das nächste Boot ablegte, hatte ich noch etwas Zeit. Spontan entschied ich mich, zu warten. Als das Boot ablegte, war der Himmel blau und nach wenigen Minuten war der Panoramablick auf die Skyline Torontos traumhaft. Toronto Skyline Die 45-minutige Fahrt ging hinüber nach Toronto Island, am Jachtclub vorbei und zurück. Die Bootstour hat mir besser gefallen als die Auffahrt auf den CN Tower. Es hat sich wirklich gelohnt. Anschließend fuhr ich wieder eine Runde mit dem Sightseeing-Bus. Diesmal am St. Lawrence Market vorbei zum Distillery District. Durch den Financial District ging es zum Dundas Square / Eaton Center. Hier hat Toronto etwas vom Times Square. Ich stieg erst am Hyatt Park Hotel aus und schlenderte durch die Yorkville Avenue. Es war echt nobel. Zu Fuß ging ich am ROM vorbei durch das Universitätsgelände, durch den Queens Park zurück zum Hotel. Yorkville Avenue                  Royal Ontario Museum (ROM) Dort war erst einmal Pause angesagt. Zum Dinner landete ich in einem Family Restaurant in der College Street. Fish & Chips waren lecker. Natürlich ging ich auf ein Abschiedsbier in die Bar im 51. Stock des ManuLife-Buildings. Die Türsteherin erkannte mich tatsächlich wieder und ich bekam einen Terrassenplatz mit Blick auf die nächtliche Skyline. Toronto by night Das Bier war auch für kanadische Verhältnisse nicht gerade günstig. Dafür war der Blick, die Atmosphäre etc. einmalig.

9.Tag: Toronto – Heimreise

Vor dem Frühstück erledigte ich erst einmal meinen Online-Check-in. Anschließende gönnte ich mir doch das teure Frühstücksbuffet. Bevor ich um 13:00 Uhr mein Zimmer verlassen musste, mache ich mich noch einmal lang. Schließlich musste ich die nächste Nacht in den unbequemen Sitzen des Fliegers verbringen. Beim Check-out hieß es dann: „No charge!“. Mein Frühstück war nicht auf das Zimmer gebucht worden. Glück gehabt! Mein Gepäck gab ich beim Porter ab. Der organisierte auch gleich den Transfer zum Flughafen für 19:30 Uhr. Ich wollte noch etwas in die Stadt, vielleicht shoppen. Es war aber total neblig. Die Spitzen der Hochhäuser u. der CN Tower waren nicht zu sehen. Am Dundas Square setzte ich mich spontan in den Sightseeing-Bus und fuhr eine volle Runde. Im Bus saß auch ein alter Chinese mit seinem Enkel. Der Kleine schmierte sich einschl. Hose und Jacke total mit Schokolade ein. Opa wischte ihn so gut es ging sauber und entsorgte das Klienexpapier dafür unter dem Sitz. Vom CN Tower und der Skyline war wirklich nichts zu sehen. Die Bootstouren waren eingestellt. Ich hatte gestern also alles richtig gemacht. Zurück am Dundas Sqaure ging ich ins Eaton Center, eine der größten Shopping Malls. Es gab auch Ecco- und Geox-Schuhe, nur wesentlich teurer als in Deutschland. Früh aß ich im Swiss Chalet in der Yonge Street mein letztes Dinner. Es gab Hähnchen mit Pommes und Softdrinks mit free refill. Zum Nachtisch gönnte ich mir einen Donat bei Tim Hortons. Ich saß dort eine Weile im Fenster und beobachtete Leute in der College Street, interessant. In der Hotelhalle überbrückte ich noch etwas Zeit, bis mich die bestellte Limousine pünktlich um 19:30 Uhr um Pearson Airport brachte. Die Fahrt dauert nur eine ½ Stunde. Die Schalter von Air Transat waren aber schon geöffnet. So wurde ich schon mal meinen Koffer los. Bis zum Abflug musste ich noch lange warten, zu lange für meinen Geschmack. Ich war todmüde, hatte Halsschmerzen und mir war übel, keine guten Voraussetzungen für einen 7-stündigen Nachtflug zurück nach Frankfurt. Um 23:20 Uhr startete die Maschine endlich.

10.Tag: Heimreise

Aufgrund von Turbulenzen konnte das Abendessen erst 2 Stunden nach Abflug serviert werden. Bis dahin hatte ich schon tief und fest geschlafen. Nach den Erfahrungen während des Hinflugs verzichtete ich gleich auf das warme Essen. 2 Stunden vor Frankfurt gab es noch ein mageres kontinentales Frühstück und wenig zu trinken. Um 13:00 Uhr Ortszeit landeten wir in Frankfurt. Alles ging ziemlich schnell. Auf dem Weg zum Fernbahnhof merkte ich, dass mir vor Hunger schon ganz schwindelig war. Als ich an einem Bockwurststand vorbei kam, stieg mir der Duft in die Nase und griff spontan zu. Das tat gut! Mein geplanter Zug hatte mal wieder Verspätung. Trotzdem kam ich zügig und schnell nach Hause. Es war eine sehr schöne, wenn auch etwas anstrengende Reise. Vielleicht lag das aber auch an der leichten Erkältung, die ich mir eingefangen hatte. Die Reisezeit hatte ich mit Anfang Oktober zum Indian Summer genau richtig gewählt. Quebec und Ottawa haben mir am besten gefallen. Die Städte sind nicht so groß, hektisch und laut. Kleine Geheimtipps im Osten Kanadas. Montreal ist leider dem schlechten Wetter zum Opfer gefallen. zur Ost-Kanada-Foto-Galerie:
www.bergeundmeer.de

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Die Vorstellung ist wundervoll, aber noch wundervoller ist das Erlebnis! (Oskar Wilde)
Silke Wolff
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