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Peru

© Text und Photos: Silke Wolff Peru, nicht nur das „Land der Inkas“. Anziehende Namen wie Machu Picchu, Cusco und der Titicaca-See lockten mich an. Bereits im Februar ging ich ins Reisebüro. Die ausgesuchten Touren waren zum Teil schon ausgebucht oder nicht bezahlbar. So musste ich leider auf die Linien von Nasca verzichten. Schade! Ich fand dann doch noch eine Tour, allerdings ohne die Linien von Nasca. Am 02.10.2013 flog ich endlich los.

1. Tag:   nach Madrid

Mit dem ICE fuhr ich zum Flughafen nach Frankfurt. Leider bot der Reiseveranstalter kein Upgrade des Rail & Fly-Tickets auf die 1. Klasse mehr an. Es war sehr voll. Mit großem Gepäck machte das nicht wirklich Spaß. Nur 15 Minuten verspätet war ich am Flughafen. Die Mitarbeiterin am Check-in wortkarg und unhöflich. Machte nichts. Als ich die lange Schlange vor der Sicherheitskontrolle entdeckte, stellte ich mich sofort an. Nach 1 Stunde war es geschafft. Auf dem Weg zum Gate entdeckte ich in der 1. Etage McDonalds. So gab es doch noch das obligatorische HappyMeal. An Bord neben hat die junge Dame ihre Musik laut aufgedreht. Trotz des Triebwerklärms musste ich mithören. Ich mag so etwas gar nicht! Die Flugzeit bis Madrid betrug 2:10 Stunden. Madrid ist ein Flughafen der langen Wege und ich musste noch einmal durch eine Sicherheitskontrolle. Am Gate angekommen, musste ich noch 2 Stunden abhängen. Ich machte es mir gemütlich. Bis jemand neben mir anfing, mit seinem Computer Schach zu spielen. Das Geplapper der Computerstimme konnte ich nun wirklich nicht ertragen. Also nichts wie weg. Um 23:45 Uhr begann das Einsteigen. Ich hatte einen Gangplatz hinten in der Maschine. Leider hatten die Flugbegleiter die Ablagefächer über mir schon in Beschlag genommen. Parque del Amor

2. Tag: Lima

Die Maschine war voll bis auf den letzten Platz, als sie um 0:35 Uhr startete. Die Flugzeit betrug 11:45 Stunden für 9.625 Kilometer. Zum Glück war ich satt und konnte so auf das Flugzeugessen verzichten. In meiner Decke machte ich es mir gemütlich und versuchte zu schlafen. Es war kühl an Bord. So habe ich die fast 12 Stunden verschlummert und gut überstanden. Um 5:25 Uhr Ortszeit (-7 Stunden) landete die Maschine in Lima. Die Einreise ging recht zügig. Als ich zum Gepäckband kam, fuhr mir mein Koffer schon entgegen. Danach musste ich noch durch die Agrarkontrolle. Der Spürhund war gerade mit jemand anderen beschäftigt. Hinter dem Ausgang sah ich sofort meinen Reiseleiter. Ich war die Einzige, die er abholen musste. Lima lag im Nebel. Der garúa hängt einige Monate im Jahr über der Stadt. Die Küstenstraße eine einzige lange Baustelle. Beeindruckt hat mich das nicht unbedingt. Nach 30 Minuten Fahrt waren wir im Hotel im Stadtteil Miraflores. Im Hotel bekam ich erst einmal Frühstück. Danach hatte ich ein paar Stunden Zeit mich auszuruhen. Kurz vor der Stadtrundfahrt erkundete ich noch kurz die unmittelbare Umgebung des Hotels. Zwischen dem Óvalo José Pardo und dem Parque Kennedy liegen zahlreiche Restaurants und Geschäfte. Das Gebäude der Municipalidad beeindruckte mich. Um 14:00 Uhr begann die Stadtführung und ich lernte meinen einzigen Mitreisenden kennen. Vom dem mosaikgeschmückten Parque del Amor blickte ich die Steilküste hinunter auf eine lange Seebrücke. Im Diplomatenviertel San Isidoro stehen die Botschaften zwischen hunderten alter Olivenbäume. Mitten in der Stadt liegt die Ausgrabungsstätte Huaca Pucllana, eine alte Opferstelle. Die aus senkrecht aufgestellten Lehmziegeln erbaute Pyramide stammt aus der Zeit 200 und 700 n. Chr. Huaca Pucllana Wir fuhren in die Altstadt. Auf dem Plaza San Martin wurde 1821 die Unabhängigkeit Perus ausgerufen. An dem Platz steht das etwas heruntergekommene Hotel Bolivar. Ich fand den Platz mit seinen umliegenden Kolonialhäusern sehr schön. Leider hielten wir aber nicht an. Der Rio Rimac, der die Stadt zeitweise mit Wasser aus den Bergen versorgt, wird zurzeit untertunnelt. Der Straßenverkehr soll unter dem Fluss durchgeleitet werden. Ein ehrgeiziges Bauprojekt. Ab dem Convento de Santo Domingo gingen wir zu Fuß weiter. In der Passage am Postamt wird alles Mögliche verkauft. Der Plaza Mayor, das historische Zentrum, war wegen Demonstrationen gesperrt. Als Touristen durften wir die Absperrungen passieren.  Ins Auge stechen der Municipalidad de Lima, das Rathaus der Stadt und der Club de la Unión, in dem sich Geschäftsleute und Politiker treffen. Club de la Unión und Municipalidad Direkt gegenüber thront die Catedral. Zwischen Kathedrale und dem Palacio Arzobispal mit seinen auffälligen geschnitzten Balkonen, steht die kleine Iglesia del Sagrario, die wahrscheinlich älteste Kirche der Stadt. Das Innere der kleinen Kirche ist besonders sehenswert. Die Wände sind mit blauen Kacheln verziert. Die erste Seitenkapelle in der Kathedrale ist die letzte Ruhestätte des Stadtgründers Pizarro. Blickfang sind der silberne Hauptaltar und das Chorgestühl. Palacio Arzobispal / Catedral Hauptaltar Beherrscht wird der Plaza Mayor von dem Palacio de Gabierno, dem Präsidentenpalast. Die Uniformen der Wachen haben sich deutlich von der grauen Fassade ab. Palacio de Gabierno Der ehemalige Hauptbahnhof ist heute Museum für peruanische Literatur. Personenzüge fahren von hier nur noch einmal monatlich für Touristen.  Von dort waren es nur ein paar Schritte bis zur Iglesia y Convento de San Francisco. Das Museum und die Katakomben, die fast 300 Jahre lang als Friedhof dienten, hätte ich nicht gebraucht. Dafür sparten wir die Kirche aus. Iglesia San Francisco Auf der Rückfahrt zum Hotel kamen wir an den beeindruckenden Gebäuden des Congresso und des Palacio de Justicia vorbei. Congresso  Palacio de Justicia In 3 Stunden hatte ich wirklich nur das Wichtigste der Stadt gesehen. Für den ersten Tag nach dem langen Nachtflug war ich aber müde. Sofort ging ich in der Nähe des Hotels etwas essen. Die Berliner Straße wird rechts und links von Restaurants gesäumt. Dort fand auch ich etwas.

3. Tag: Arequipa

Der Weckruf des Hotels kam auf die Minute pünktlich um 4:00 Uhr. Eine ½ Stunde später wurde mir das Frühstück aufs Zimmer gebracht. In der Halle wartete bereits der Reiseleiter, der uns wieder zum Flughafen brachte. Um 7:30 Uhr begann das Einsteigen für den Inlandsflug nach Arequipa. Als ich so ziemlich als Letztes in die Maschine kam, war mein Platz bereits besetzt. Auf beiden Bordkarten war tatsächlich der gleiche Sitzplatz ausgewiesen. Der Peruaner erstarrte allerdings in abwartendes Nichtstun. Ich sollte noch mitbekommen, dass das in ähnlichen Situationen in Peru normal ist. Also wendete ich mich an die Flugbegleiter und bekam einen anderen Platz zugewiesen. Um 8:00 Uhr ging es Richtung Arequipa, Flugzeit 1:15 Stunden.  Serviert wurden Getränke und eine Snackbox mit Crackern, Nüssen und einem Schokoriegel. Es dauerte etwas, bis mein Koffer kam. Die Reiseleiterin wartete schon. Sie schlug vor, sofort einen Teil der Stadtführung zu beginnen. Die Oasenstadt Arequipa liegt in einer Halbwüste auf 2.380 m Höhe. Aufgrund der vielen Gebäude aus weißem Tuffstein wird sie auch die „weiße Stadt“ genannt. Umgeben ist sie von 3 hohen Vulkanen, dem klassischen Vulkankegel des El Misti (5.822 m), dem schneebedeckten Chachani (6.075 m) und den vielen kleinen Spitzen des Pichu Pichu (5.669 m). Wir fuhren zu einem Aussichtspunkt, von wo die 3 Vulkane gut zu sehen waren. Chachani  El Misti   Pichu Pichu Dort probierte ich frischen Papayasaft und Likör. Gegen die Höhenkrankheit waren auch Coca-Tee und –Bonbons im Angebot. Im Stadtteil Yana Huara wurde Arequipa ihrem Beinamen als weiße Stadt gerecht. Mich beeindruckte die Fassade der Kirche San Juan Baptista. Anschließend hatte ich Zeit für eine Pause im Hotel, das etwas außerhalb des Zentrums lag. Am Nachmittag begann die Stadtführung. Das Monasterio de Santa Catalina beherbergte im 17. Jahrhundert bis zu 450 Nonnen mit ihren 500 Bediensteten. Reiche Familien kauften ihre Töchter für eine hohe Mitgift von etwa US $ 50.000,-- und einem eigenen Haus ein. Nach einer Reform endete das eigenständige Leben allerdings. Eine Kirche wurde zur Gemeinschaftsküche umfunktioniert und geschlafen wurde in einem großen Schlafsaal. Berühmteste Bewohnerin war sicherlich die Oberin Schwester Ana de los Ángeles Monteagudo, die 1985 von Papst Johannes Paul selig gesprochen wurde. Fast eine Stunde ging ich mit einer Führerin durch die Gassen, kleinen Plätze und Häuser der Klosterstadt. Monasterio de Santa Catalina An dem Plaza de Armas thront die riesige Kathedrale. Im Museum befinden sich Gegenstände von unschätzbarem Wert. Der Altar ist aus Carrara-Marmor gefertigt. Die aus Belgien importierte Orgel soll die größte des Kontinents sein. Catedral Vom Dach der Kathedrale hatte ich einen wundervollen Panoramablick auf den Chachani und den El Misti.  Ganz in der Nähe steht die Jesuiten-Kirche Iglesia de la Compania, die älteste Kirche der Stadt. Im Inneren sind vergoldete Barockaltäre zu bestaunen. Absolut beeindruckend ist die Capilla de San Ignacio Loyola. Die ehemalige Sakristei ist vollständig mit farbigen Fresken geschmückt. Capilla de San Ignacio Loyola Im Jesuitenkloster ist der einmalige Kreuzgang erhalten geblieben. Kreuzgang Jesuitenkloster Abendessen gab es im Restaurant „Zig Zag“, als Aperitif Pisco Sour und als Hauptgang ein Alpakafiletsteak, gegrillt auf einem heißen Stein. Absolut empfehlenswert! Am Abend entdeckte ich kleine rote Punkte auf meinem Arm. Hier, auf einer Höhe von 2.380 m gibt es doch tatsächlich Mücken. Plaza de Armas

4. Tag: Puno

Der Tag beginnt wieder früh. Frühstück gab es wieder aus einer Breakfast-Box. Bereits um 6:15 Uhr ging es zum Flughafen. Der Flug nach Juliaca startete um 8:00 Uhr. Von meinem Fensterplatz waren die 3 Vulkane gut zu sehen. Service gab es auf dem kurzen Flug von einer ¾ Stunde nicht. Der Flughafen von Juliaca liegt auf 3.825 m Höhe, mitten in der Wüste des Altiplanos. Aeorpuerto Juliaca Die Koffer waren schnell ausgeladen und der Guide gefunden. Sofort begann die ca. 40 km lange Fahrt nach Puno. Hier oben beeindruckte mich die Landschaft. So hatte ich mir Peru vorgestellt. Ich hatte das Gefühl, nach den vielen Klöstern und Kirchen, angekommen zu sein. Von der Panamericano in Richtung Bolivien bogen wir ab noch Sillustani. Bei dem 150 m hohen Aufstieg zu den Chullpas (Grabtürmen) merkte ich, dass ich auf etwa 4.000m Höhe war. Mir fehlte Sauerstoff beim Laufen und die Erde unter mir schwankte ein ganz klein wenig. Aber selbst der Guide hörte auf zu sprechen und rang nach Luft. Die Chullpas sind Grabtürme der Collas. Die Größten stehen hier am Lago Umayo. Der größte hat eine Höhe von 12 m und am oberen Ende einen Durchmesser von 5 m. Chullpas von Sillustani Mit gefielen auch die Bauernhöfe am Wegesrand. Bauernhof Gegen Mittag erreichten wir Puno und checkten direkt im Hotel ein. Das lag sehr zentral, nur einen Block von der kleinen Fußgängerzone entfernt. Auffällig war, dass es fast ausschließlich italienische Restaurants mit einem großen Steinofen gab. Die Kathedrale am Plaza de Armas erinnert an die alten Zeiten, als eine nahegelegene Silbermine die Stadt reich machte. Catedral  Plaza de Armas Über den täglichen Mercado auf der Avenida del Puerto laufe ich zum Titicaca-See. Am Ende der Avenida gibt es eine kleine Promenade mit zahlreichen Lokalen, einem Tretbootverleih. Von hier legen auch die Ausflugsboote zu den schwimmenden Inseln ab. Überrascht entdeckte ich einen riesigen Kunsthandwerks- und Souvenirmarkt, der in keinem Reiseführer erwähnt wird. Zurück in die Stadt hätte bergauf gehen müssen. Das wäre in der Höhe anstrengend geworden. Darum entschied ich mich spontan, mich von einem Tuk-tuk-Taxi fahren zu lassen. Ein knatterndes Erlebnis durch die lebhafte Stadt. Vorbei am Stadion erzählte der Fahrer stolz, dass die einheimische Mannschaft dort fast immer gewinnen würde. Den Gegnern aus dem Tiefland ginge zu schnell die Puste aus. Am Abend konnte ich nicht einschlafen. Meine Nase war total zu und ich bekam keine Luft. Ich wusste nicht, dass in der trocknen Höhenluft die Schleimhäute austrocknen und anschwellen. Ich konnte die Tage in der für mich extremen Höhe nur mit Nasencreme und –tropfen überstehen.

5. Tag: Titicaca See

Heute reichte die Zeit tatsächlich für ein richtiges Frühstück, und das, obwohl schon um 6:45 Uhr eine Sammelbustour durch Puno zum Bootsanleger begann.  1 Stunde später legte das Boot zu einer Tagestour auf dem See ab. Der Titicaca-See ist mit 195 km Länge, 65 km Breite und 300 m Tiefe der größte See Südamerikas. Nach genau 30 Minuten waren die schwimmenden Inseln der Uros in der Puno-Bucht erreicht. An der Einfahrt war erst einmal das Eintrittsgeld zu zahlen. Anschließend bekam jedes Boot eine Insel zugewiesen. Als ich vom Boot hüpfte, landete ich auf weichem, etwas schwankenden Boden. Nach ein paar Schritten hatte ich mich daran gewöhnt. Der Inselchef demonstrierte, wie die Inseln gebaut werden. Sie bestehen aus meterdicken Binsenschichten, die immer wieder erneuert werden müssen. Die unteren Schichten faulen im kalten Wasser langsam weg. Islas Flotantes Alle Inselbewohner stellten sich vor. Danach waren wir Gäste dran. Eine etwas peinliche Vorstellung. Natürlich mussten wir auch die Binsenhäuser von innen besichtigen. Die Bewohner waren stolz auf ihre kleine Solaranlage. Damit hatten sie Licht und Storm für ein Radio mit kleinem Fernseher. Die Frauen wollten ihre Handarbeiten als Souvenirs verkaufen. Verabschiedet wurden die Besucher mit Liedern aus den Ländern ihrer Gäste. Für Deutschland war „Hänschen klein“ dabei. Inselbewohner Hütten Für gerade einmal NS 10,-- wurden Freiwillige eine Runde in den balsas (Binsenbooten) über den See gerudert. balsas Wie aus dem Nichts legten zwei kleine Mädchen mit ihrem Ruderboot an, sangen ein paar Lieder, kassierten ihr Trinkgeld und schwanden so schnell, wie sie gekommen waren. Nach 1 ½ Stunden verließen wir die schwimmenden Inseln. Das Ganze machte auf mich den Eindruck eines gut organisierten Freilichtmuseums. Dass hier tatsächlich noch jemand fest wohnt, kann ich mir nur schwer vorstellen. Weiter ging es 2 ½ Stunden auf den See hinaus zur Isla Taquile. Die UNESCO ernannte das Kunsthandwerk der Taquileños zum Weltkulturerbe. Es sind vor allem die Männer, die die Wolle spinnen und die langen Mützen stricken. Vom Bootsanleger folgte ein langer steiler Aufstieg von 3.800 m auf über 4.100 m. Der Weg war in einigen Abschnitten uneben. Mir blieb ein paar Mal der Atem weg. Meine Lungen rasselten. Irgendwie kam ich dann doch oben an. Für dem Plaza de Armas und die schönen Trachten hatte ich nicht wirklich ein Auge. Ich musste mich von dem Aufstieg erholen. Isla Taquile Das gelang mir beim Mittagessen ganz gut. Es gab Forelle aus dem See. Leider mussten wir nach nicht mal 30 Minuten wieder zurück zum Boot. Der Weg hinunter war zwar länger, aber besser zu bewältigen. Ich war froh wieder unten zu sein und sank erschöpft in meinen Sitz. Es folgte noch die lange Rückfahrt über den See. Wir hatten wohl das langsamste Boot erwischt. Die Anderen überholten uns alle. Titicaca See Während des Abendessens wurde mir gegenüber ein Meerschweinchen verspeist. Das soll eine Delikatesse sein? Als der Kopf gedreht wird und die Zähne zu sehen waren, fing ich fast an zu würgen.

6. Tag: nach Cusco

Um 7:00 Uhr wurden wir von Rosalie im Hotel abgeholt. Zu meiner Überraschung begleitete sie uns nach Cusco. Der Touristenbus fuhr von einem etwas unscheinbaren Hinterhof ab. Es gab Ungereimtheiten. Wir standen nicht auf der Passagierliste. Dafür handelte Rosalie Platz 1 und 2 hinter dem Fahrer aus. Für mich die besten Plätze im Bus. Mit an Bord waren außer dem Fahrer eine Hostess und eine spanisch- und englischsprachige Reiseleiterin mit viel Temperament. Sie sprach sogar ein paar Worte deutsch und erzählte, dass sie statt Englisch gern Deutsch gelernt hätte. Leider kam der Sprachkurs mangels Teilnehmer nicht zustande. Die Gäste kamen aus der ganzen Welt. Zur Erkennung hing sich jeder seinen VIP-Ausweis um und pünktlich um 7:30 Uhr ging es los. Touristenbus nach Cusco In Juliaca erwachte gerade der Tag. Viel Menschen waren unterwegs. Besonders interessant fand ich das Frühstücksrestaurant. Juliaca Nach 1:40 Stunde erreichten wir das Museum Pukara. Es gab Fundstücke und Keramiken von 200 v. Chr. bis 400 n. Chr. aus der pre-inka Pucara-Kultur zu sehen. Mit den vielen Menschen war es sehr eng in den kleinen Räumen. Die Tempelanlage von Pukara ist noch nicht ausgegraben und daher nicht zu besichtigen. Nach weiteren 1 ½ Stunden stoppte der Bus auf dem 4.335 m hohen Le Roya Pass. Souvenirverkäufer waren natürlich zahlreich vertreten. Schnell mussten wir aber weiter. Le Roya Pass Es ging nun 1.000 Höhenmeter hinunter zu einem Buffetrestaurant. Am Buffet gab es Alpakafleisch mit Spaghetti. Das Atmen viel auf 3.600 m Höhe tatsächlich schon wieder leichter. Der nächste Stopp war an der Tempelanlage von Raqchi. Die Inkas weiten diesen Tempel dem Gott Wiracocha. Dominiert wird die Anlage von den Resten der 96 m langen und 12 m hohen mittleren Tempelwand, die das 25 m breite Satteldach trug. Zu der weitläufigen Anlage gehörten Doppelhäuser, zu Vorratszwecken dienende Rundhäuser, ein Opferplatz sowie ein Säuberungsbecken. Ich war froh, dass wir uns mit Rosalie von der großen Gruppe absetzen konnten. So reichte die knappe Zeit zum Rundgang durch die gesamte Anlage. Raqchi Der letzte offizielle Halt des Tages war an der Barockkirche der Jesuiten in Andahuaylillas. Die Dorfkirche wird auch die Sixtienische Kappelle Amerikas genannt. Innen ist die Pracht überwältigend. Zu bestaunen sind große Wandmalereien, goldgerahmte Gemälde und 3 riesige goldene Altäre. Damit hatte ich nicht gerechnet. Leider ist, wie in so vielen Kirchen, fotografieren innen nicht erlaubt. Kirche in Andahuaylillas Von dort war es noch 1 Stunde bis Cusco. Am sog. Busterminal wurden die Koffer auf der Straße ausgeladen. Eine neue örtliche Reiseleiterin wartet schon. Ich verabschiedete mich von Rosalie. Sie war bisher die beste Reiseleiterin der Tour. Zum Hotel ging es durch sehr sehr enge Gassen, die nicht einmal Einbahnstraßen waren. Nur ein paar Meter vor dem Hotel steckten wir dann tatsächlich fest. Die Diskussion zweier Autofahrer endete erst nach einem Machtwort eines Sicherheitsbeamten des Viertels. Das Hotel lag sehr schön oberhalb der Stadt. Trotzdem musste ich mich erst daran gewöhnen und mich in dem recht kleinen Zimmer einrichten, indem ich die nächsten 5 Nächte verbringen würde. Auf der Suche nach einem Restaurant wurden wir auf dem Plaza Mayor von einer jungen Deutschen angesprochen. Sie warb für ein Restaurant des Sozialprojektes Aldea Yanapay. Sie hatte Erfolg. Das Restaurant liegt gegenüber dem Marriott Hotel. Steil führte die Treppe in den 1. Stock. Es sieht aus wie in einem Kinderzimmer mit Spielen und Plüschtieren. Ins Weinlager führt eine steile Leiter. Die Flaschen werden in einem Korb heruntergelassen. Ich fühlte mich wohl und unterstütze das Projekt gern. Aldea Yanapay Restaurant Zurück im Hotel entdeckte ich, dass unter dem Federbett doch tatsächliche eine Wärmflasche lag. Die musste heute Abend noch raus. In den nächsten Tagen lernte ich diese Nettigkeit schätzen.

7. Tag: Urubamba-Tal

Es war die erste Nacht, die ich aufgrund der Zeitverschiebung unter dem kuscheligen Bett durchgeschlafen hatte. Vor dem Aufstehen stellte ich den elektrischen Heizkörper an. In der Nacht war es ganz schön kalt geworden. Die Frühstücksbrötchen mit Schinken waren lecker. Dazu gab es löslichen Nestle-Kaffee. So konnte der Tag in Ruhe beginnen. Schließlich begann der Ausflug ins Urubamba-Tal erst um 8:30 Uhr. Über eine der schrecklichen Treppenstraßen gingen wir zu unserem Fahrzeug und fuhren aus der Stadt hinaus. Oberhalb der Stadt hatte ich einen guten Blick ins Tal. Die Stadt nimmt das Tal komplett ein, teilweise reicht die Bebauung bis auf die Hänge hinauf. Der Flughafen lag einmal außerhalb der Stadt. Nun ist er von der Stadt umzingelt. Panorama Cusco   Die Genossenschaft der Weberinnen ist zwar touristisch aufgezogen, aber trotzdem interessant. Es gibt dort alle Arten von südamerikanischen Kamelen, Lamas, Alpakas, Guanakos und Virguñas zu sehen. Frauen weben die traditionellen feinen Muster aus dem Kopf. Es wird erklärt und gezeigt, wie die Wolle aufwendig mit der Hand mehrfach gesponnen und mit Naturfarben gefärbt wird. Ich erfuhr, dass Peru das Ursprungsland der Kartoffel ist. Es gibt hier mehr als 4.000 verschiedene Sorten. Francis Drake hat sie nach Europa gebracht. In Peru wachsen außerdem ca. 70 Sorten Mais. Genossenschaft der Weberinnen Das Urubamba-Tal war den Inkas durch seine enorme Fruchtbarkeit heilig. In nur 95 Jahren legten sie Terrassen bis auf eine Höhe von 4.000 m an. Urubamba Tal mit Inka Terassen Auf einer Schotterpiste fuhren wir nach Cuya Grande hinauf. Neben mir ging es steil bergab. Mir war nicht ganz wohl dabei. Kurz hinter dem Ort hielten wir am Straßenrand um zu den Wandmalereien von Chahuaytiri zu gehen. Wandmalereien von Chahuaytiri Die in unserem Programm mit 3 Stunden angegebene Wanderung war nach 20 Minuten beendet. Nun ging es nach Pisac. In einer Bäckerei aßen wir zu Mittag Empanadas, eine typische peruanische Spezialität. Die Teigtaschen werden in einem Lehmofen gebacken. Mir schmeckte die Füllung mit Schinken und Käse am Besten. Empanada Bäckerei Von der Bäckerei schlenderten wir gemütlich über den Mercado, der an vier Tagen der Woche stattfindet. Angeboten wurde dort alles von Lebensmittel über Wollpullover, Kunsthandwerk und Touristenkitsch. Ich widerstand und kaufte nichts. Nach einer Stunde hatten wir genug und fuhren zurück nach Cusco. Auf dem Rückweg fing es an zu regnen. Normal für die Jahreszeit. Es begann die Regenzeit. So machte ich Siesta im Hotel. Zum Abendessen waren wir mit unserer Reiseführerin verabredet. Wir gingen ins Pacha Papa Restaurant, einem teuren Restaurant, dessen Essen nicht gerade gut ist. Nicht empfehlenswert! Auf dem Rückweg regnete es stark. Ich hatte den Regenschirm im Hotel gelassen. So wurde ich nass.

8.Tag: Cusco

Heute ging es auf Erkundungstour in Cusco und Umgebung. Die Stadt liegt auf einer Höhe von ca. 3.300 bis 3.800 m und war 300 Jahre lang das Zentrum des Inka-Reiches mit den wichtigsten Tempeln und Palästen. Auf den Fundamenten der erdbebensicheren Inka-Bauten errichteten die Spanier zahlreichen Kirchen und koloniale Paläste. Die Ruinen des Inka-Tempel Sacsayhumán liegen etwa eine ½ Stunde außerhalb der Stadt. Ruinen des Inka-Tempel Sacsayhumán Die Spanier verbauten das Material in ihren Kirchen und Palästen. So wurde der „Kopf des Pumas“ mit seinen 22 Zähnen zerstört, dessen Kopf die Stadt Cusco bildete. Die Felsblöcke wurden millimetergenau bearbeitet und ohne Mörtel verbaut. Besonders beindruckend sind die abgerundeten Kanten. Die inneren Ecken sind teilweise aus einem Stein geformt worden. Die größten Felsblöcke sind ca. 98 t und ca. 120 t schwer. Die Durchgänge sind bei den Inkas trapezförmig und dadurch erdbebensicher. Ruinen des Inka-Tempel Sacsayhumán Die rote Festung Puca Pucara fungierte als Eingangskontrolle nach Cusco und zu den Quellen von Tampa Machay. Diente wahrscheinlich aber auch als Warenlager und Herberge. Puca Pucara Das Wasser der Quelle von Tampa Machay („Bad der Inkas“) nutzen diese als Weihwasser. Es gilt als „Milch der Pachamama, der Muttererde“. Tampa Machay Der Kultort Kenko ist ein Heiligtum der Pachamama. Ein Labyrinth führt in die Höhle mit Opfertisch. Auf dem „Tempel“ ist eine Sonnenuhr nicht zugänglich. Die ursprüngliche Bedeutung des Monolithen sowie der gesamten Anlage ist nicht bekannt. In den Nischen der Seitenmauer wurden aber wahrscheinlich während der Ahnenrituale die Mumien der Inkas platziert. Kenko Zurück im Zentrum besichtigten wir die Iglesia de Santo Domingo / Corichancha, den Sonnen- und Mondtempel. Der Tempel muss prachtvoll mit Gold und Silber sowie Edelsteinen ausgeschmückt gewesen sein. Gleichzeitig wurde die Anlage als Observatorium genutzt, bis die Spanier die Anlage plünderten und eine Kirche darauf errichteten. Die Inkamauern verschwanden für lange Zeit hinter den neuen Klostermauern. Ein Erdbeben legte sie 1950 wieder frei. Iglesia de Santo Domingo - Corichancha Durch die Loret Alley, eine enge Gasse, die auf beiden Seiten von Inkamauern gesäumt ist, ging es auf den Plaza de Armas. Die Kathedrale betrat ich durch die Iglesia de Jesús Maria y José. In der Kathedrale, in der fotografieren streng untersagt ist, sind die Hauptsehenswürdigkeiten der silberne Hauptaltar, das geschnitzte Chorgestühl mit barbusigen Indigeñas. Verehrte werden La Linda und die Virgen de los Remedios. Die schwarze Christusdarstellung El Señor de los Temblores (Der Herr der Erdbeben) rettet Cusco während eines Erdbebens vor der Zerstörung. Zwischen Hochaltar und Sakristei hängt das Marco Zapata Gemälde „Das letzte Abendmahl“. Bei genauem Hinsehen entdeckte ich, dass die Apostel indianische Gesichtszüge haben und es guy (Meerschweinchen) zu essen gibt. Ich verließ die Kathedrale durch die Iglesia El Triunfo, der ältesten Kirche Cuscos. In ihr befindet sich auch das Grab des berühmten Inka-Historikas de la Vega. Kathedrale von Cusco Nach Ende der Führung gingen wir alle gemeinsam in der Nähe des Plaza de Armas zum Mittagessen. Anschließend drehte ich eine gemütliche Runde um den Platz. Ihn säumen koloniale Arkaden. Koloniale Arkaden

9. Tag: Machu Picchu

Für heute stand der Höhepunkt der Reise, der Besuch des Machu Picchu auf dem Programm. Deshalb klingelte der Wecker schon wieder um 4:00 Uhr. Leider klappte es im Hotel nicht mit dem frühen kontinentalen Frühstück. So musste ich auf meine eigene Notverpflegung zurückgreifen.  Die Fahrt zum Bahnhof nach Poroy dauerte 30 Minuten. In dem schönen neuen Gebäude waren wir nicht die einzigen Frühaufsteher. Um 6:10 Uhr begann das Einsteigen, genau wie im Flugzeug. Jeder hatte seinen reservierten Platz. Ticket und Pass wurden kontrolliert. Eine ½ Stunde später tuckerte der Zug los. Pro Wagen gab es 3 Servicemitarbeiter. Der Snack wurde wie First Class serviert, mit Tischdecke und Blumendeckoration. Als alle essen wollten, durchfuhr der Zug gerade ein Zickzack um Höhe abzubauen. Durch das Anrucken beim Richtungswechsel landete auch etwas auf meiner Hose. An der Strecke befindet sich ein sehr außergewöhnliches Hotel. Die Unterkünfte sind an einer steilen Felswand angebracht. Der Zug fuhr in Schrittgeschwindigkeit entlang des Flusses durch das heilige Tal der Inkas. Häufig waren Terrassen, Brückenelemente und Festungsanlagen zu sehen. Schneebedeckte Berggipfel kamen ins Bild. Steil hat sich der Rio Urubamba seinen Weg durch die Felswände gesucht. Straßen gibt es dort nicht mehr. Nur noch der berühmte Inka-Trail führt durch das Tal zum Machu Picchu. Die Wanderung dauert bis zu 4 Tagen. heilige Tal der Inkas Je näher wir Machu Picchu kamen, desto mehr veränderte sich die Landschaft und wurde zum tropischen Regenwald. Nach 92 km und 3 ½ Stunden erreichte der Zug den Bahnhof von Aguas Calientes / Machu Picchu Pueblo. Dort stiegen wir in einen Bus um, der uns in 20 Minuten auf einer 10 km langen serpentinenreichen Schotterpiste 400 m höher zum Eingang der „verlorenen Stadt der Inkas“ auf nur 2.360 m Höhe brachte. Ich saß am Fenster und konnte teilweise steil ins Tal hinab blicken. Am Haupteingang ließ ich mir einen Sonderstempel in meinem Reisepass machen. Gleich hinter dem Eingang kletterten wir eine Treppe hinauf, um den Postkartenpanoramablick zu bekommen. Machu Picchu Aus dem weiteren Aufstieg zum Haus des Wächters verzichtete ich. Ich bin nicht schwindelfrei und es gab keine Geländer und keine Absperrung. Lieber benutzte ich den gestern noch schnell in einer Apotheke gekauften Mückenschutz. Ich hatte schon viele total zerstochene Besucher gesehen. Ich betrat den eigentlichen Stadtbereich durch das gut erhaltene Tor Huaca Punku. Die Treppe führt hinunter in den Steinbruch mit den unvollendeten Steinblöcken. Am Weg stehen Häuser im einfachen Baustil. Nach rechts schaut man von oben in den El Torréon, einem runden Turm, der auch als Tempel der Sonne bezeichnet wird. Zur Wintersonnenwende scheint die aufgehende Sonne genau auf eine Linie in der Mitte. El Torréon Weiter ging es auf den Heiligen Platz mit dem Tempel der 3 Fenster.  Der Haupttempel auf dem Platz leidet unter den Folgen von Erdbeben. Ein Raum dahinter wird als Sakristei bezeichnet. Auch der Aufstieg zum Sonnenstein, das wichtigste religiöse Heiligtum, war mir zu steil und  voller Menschen. Der 1,80 m hohe Sonnenstein ist der Einzige, der nicht von den Spaniern entweiht und zerstört wurde. Tempel der drei Fenster  Haupttempel Entlang des Zentralplatzes ging es zum Heiligen Felsen. Gegenüber dem Zentralplatz wurden auf dem Versunkenden Platz wahrscheinlich landwirtschaftliche Experimente durchgeführt. Vom Heiligen Felsen sahen wir Leute den Huayna Picchu (junger Gipfel) erklimmen. Das sah halsbrecherisch aus. Es soll aber für schwindelfrei, gut Trainierte in einer Stunde möglich sein. Zentralplatz   Versunkener Platz Durch das Viertel der Drei Türme und durch das Handwerkerviertel gingen wir zum Platz des Kondors. Ein flacher Stein auf dem Boden stellt den Kondor dar. Aufrechte Felsblöcke symbolisieren die Flügel. Platz des Kondors Etwas versteht befindet sich oberhalb des Platzes des Kondors Intimachay. Vermutlich war sie ein Observatorium. Die Straße der Brunnen führte zum Königlichen Palast. Vorbei an dem Palast der Prinzessin und über Terrassen, die wahrscheinlich landwirtschaftlich genutzt wurden, verließen wir nach gut 2 ½ Stunden die Anlage von Machu Picchu. Intimachay    Straße der Brunnen  Königlicher Palast Ein letzter Blick und ich verließ die legendäre Anlage. Womit ich nicht gerechnet hatte, wir mussten 1 Stunde anstehen, um einen Bus hinunter ins Pueblo zu bekommen. Dabei soll die Besucherzahl auf 2.000 täglich begrenzt sein. Angesichts der Menschenmassen kann ich das kaum glauben. Warteschlange Wieder unten angekommen reichte die Zeit gerade noch für einen Imbiss und einen kurzen Bummel über den Markt direkt vor dem Bahnhof. Um 15:20 Uhr fuhr der Zug zurück. Es gab wieder einen leckeren Snack. Dieses Mal ohne Probleme. Ich ließ die Landschaft an mir vorbeiziehen. Als es dunkel war, führten die Zugbegleiter eine Alpaka-Modenschau vor, mit anschließendem Verkauf. Um 18:50 Uhr waren wir endlich wieder in Poroy. Der Fahrer wartete schon und brachte uns ins Hotel. Der lange Tag endete spät.

10. Tag: Cusco

Der letzte Tag der Reise war auch gleichzeitig ein freier Tag. Auf den optional angebotenen Ausflug nach Maras und Moray hatte ich verzichtet. Auf den Weg ins Zentrum stoppte ich am Erzbischöflichen Palast. Der ist auf alten Inkamauern aufgebaut. In der Mauer ist der berühmte Zwölfeckige Stein eingelassen.  Berühren darf man ihn nicht. Zwölfeckiger Stein Am Plaza de Armas besichtigte ich die Iglesia de Compañia de Jesus. Innen strahlen goldene Altare. Nach einem Erdbeben wollten die Jesuiten die prächtigste Kirche der Stadt errichten. Der Bauwettstreit wurde vom Papst zugunsten der Kathedrale entschieden. Das fand ich ebenfalls. Iglesia de Compañia de Jesus Wieder draußen wurde ich, wie noch oft an diesem Tag, zu einer Stadtrundfahrt im Doppeldeckerbus aufgefordert. Das stand sowieso auf meinem Programm, also stieg ich ein. Der Bus fuhr 1 ½ Stunden durch die Stadt, vorbei am Arco Santa Clara und dem Colegio de Ciencias. Hier standen wir das erste Mal im Stau. Durch den Bogen marschierte gerade eine Kinderparade mit viel Begleitung. Arco Santa Clara In der Neustadt war es nicht besser. Um das relativ neue Denkmal des letzten Inkakönigs Pachacutec war eine Baustelle und dadurch Stau. Die Peruaner glaubten, durch permanentes Hupen würde es schneller gehen. Inkakönig Pachacutec Bei dem Cristo Blanco, einer weißen Christusstatue, angekommen, hatte ich noch einmal einen tollen Panoramablick auf die Inka- Tempelanlage von Sacsayhuamán. Die Christusstatue war leider plötzlich eingerüstet und wurde renoviert. Zurück auf dem Plaza de Armas entschied ich mir für einen Besuch im Inka-Museum. Dort ist auch ein Model von Moray und Machu Picchu ausgestellt. Es werden die Regionen und Fertigkeiten der einzelnen Pre-Inka-Stämme erläutert. Den Mumiensaal ließ ich aus. Es war kühl in dem alten spanischen Palast. Nach 1 Stunde wärme ich mich auf einer Bank auf dem Plaza de Armas wieder auf und beobachtete das bunte Treiben. Wie immer sprachen mich zahlreiche Straßenhändler und Schuhputzer an. Meine Schuhe, in denen ich am nächsten Tag nach Hause fliegen wollte, hatten tatsächlich eine Grundreinigung nötig. Warum sollte ich also nicht das Angebot annehmen? Der junge Schuhputzer gab sich viel Mühe. Beachtete das Glatt- und Rauleder sowie die weißen Nähte. Mit jedem Schuh beschäftigte er sich ganze 10 Minuten. Anschließend sahen meine Schuhe wie neu aus. Dafür zahlte ich dann auch einen stolzen Preis, NS 25,--. Bestimmt war das viel zu viel. Ok, dann war das eben der touristische Reinfall der Tour. Nach der Mittagspause ließ ich mich einfach durch die Straßen treiben. Die Sonne brannte vom Himmel, besonders unangenehm auf meine während der Stadtrundfahrt verbrannten Oberarme. Auf dem Plaza Regocijo fand ich direkt vor dem Rathaus ein schattiges Plätzchen. An diesem Platz steht das Geburtshaus des Chronisten de la Vega und das Schokoladenmuseum. Plaza Regocijo Zurück im Hotel sortierte und packte ich schon meine Sachen für den Rückflug am nächsten Tag. Wir trafen uns noch einmal mit unserer Reiseleiterin zum Abschiedsessen. Es gab noch einmal einen Pisco Sour und ein Alpakasteak. Zurück im Hotel dachte ich, dass ich die atemraubenden Treppenstraßen bestimmt nicht vermissen werden.

11.Tag: nach Madrid

Nachdem ich mein Zimmer geräumt hatte, verbrachte ich die restlichen Stunden auf der Dachterrasse unseres Hotels, schieb Reisetagebuch und genoss den Ausblick. Um 12.30 Uhr werden wir zum Flughafen gebracht. Die Fahrt dauerte nur 30 Minuten. Die Reiseleiterin erzählte mir, dass in Peru ein Online-Check-In für internationale Flüge nicht möglich ist. Deshalb hatte es also am Vortag nicht funktioniert. Vor dem Check-in mussten wir 1 ½ Stunden anstehen und erfuhren schon einmal, dass der Flug Lima – Madrid 5 Stunden Verspätung hatte und erst um 24:00 Uhr starten würde. Ich war alles andere als begeistert, zumal die Reiseleiterin meinen Koffer hatte bis Frankfurt durchchecken lassen und ich 25 Stunden Aufenthalt in Madrid haben sollte. Lt. Flugplan hatten wir noch 35 Minuten bis zum Abflug. Also schnell durch die Sicherheitskontrolle. Es sprach sich rum, ohne offizielle Durchsage, dass der Flug 1 Stunde verspätet war. Tatsächlich waren es dann 1 ½ Stunden. Um 18:00 Uhr landeten wir in Lima. Der örtliche Reiseleiter, der informiert war, konnte bzgl. meines Anschlusses in Madrid nichts Neues in Erfahrung bringen. Also warten, warten, warten …  Zum Trost gab es McNuggets und Pommes. Nach ein paar Stunden fragte ich noch einmal selbst nach meinem Anschluss in Madrid. Nun bekam ich die Auskunft, dass ich am Montagmorgen weiterfliegen sollte. LAN sorgte für ein Hotel und meinen Koffer würde ich auch bekommen. Das klang schon besser. Bei der offiziellen Ausreise verzögerte ich alles. Mein Name war im Computer falsch geschrieben und eine falsche Rückflugnummer gespeichert. So bedurfte es erst einer Nachfrage bei dem nächsthöheren Beamten. Irgendwie bekam ich die Zeit bis zum Einsteigen rum. Um 0:00 Uhr startete der Flug. Dank McDonalds konnte ich wieder auf das warme Abendessen verzichten. Der Flug war nur zu ¾ ausgebucht. So saß ich zu zweit in einer 3er-Reihe. Ich konnte auch ganz gut schlafen. Es war dunkel und ruhig.

12.Tag: Madrid

Um 18:00 Uhr Ortszeit landete die Maschine in Madrid. Ein LAN-Mitarbeiter drückte mir die neue Bordkarte und ein Hotelvoucher in die Hand. Ich fragte nach meinem Koffer. Er sagte, den könnte ich nicht bekommen und wenn, würde es sehr lange dauern. Ich machte mich trotzdem auf den Weg zum Gepäckband und Ausgang. Der ist auf diesem Flughafen extrem lang. Ich musste mehrere Minuten mit einer unterirdischen Bahn fahren. Der Mitarbeiter vom Iberia Customer Service war sehr nett. Mein Koffer sollte innerhalb der nächsten 30 Minuten am Sondergepäckband ankommen. Nach knapp 20 Minuten wurde er von 2 Polizisten, die ebenfalls auf ein Gepäckstück warteten, in Empfang genommen. Es ging also doch! Aufgrund der Wegbeschreibung des LAN-Mitarbeiters fand ich den Shuttle zum Hotel sofort. Ich saß sogar in dem gleichen Shuttle wie die Mitreisenden, nur ich hatte meinen Koffer und damit frische Sachen.

13.Tag: Heimreise

Wohl wegen der Zeitverschiebung hatte ich nicht viel geschlafen. So frühstückte ich erst einmal gut im Hotel und nahm bereits um 6:45 Uhr den Shuttle, der 24 Stunden fuhr, zum Flughafen. Ich war zu früh dran. Das Gate für den Abflug wurde lange noch nicht angezeigt. Um 8:55 Uhr ging es endlich weiter nach Frankfurt. Nach 2 ¼ Stunde war ich in Frankfurt. Meine schnelle Zugverbindung fuhr mir gerade vor der Nase weg. Also musste ich noch einmal warten. Dafür funktionierte die Bahnfahrt dann problemlos. Um 17:45 Uhr, nach 46 Stunden war ich endlich zu Hause. So viel Pech hatte ich noch nie auf einer Heimreise. Irgendwann musste es mich aber mal erwischen. Ich hoffe nur, dass es so schnell nicht wieder passieren wird. Es war eine schöne, wenn auch manchmal anstrengende, abenteuerliche Tour. Ich bereue sie nicht, würde sie aber so nicht noch einmal machen. Für die Höhe fehlte es mir an Kondition. Ich hatte es nicht geschafft, mich entsprechend darauf vorzubereiten.
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Silke Wolff
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