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Sizilien

© Text und Photos: Silke Wolff Sizilien war ein weißer Fleck auf meiner persönlichen Reiselandkarte. So lange, bis ich zu einem Fotovortrag von einem alten Reisekumpel ging. Seine informative und kurzweilige Vortragsart sowie die vielen Sehenswürdigkeiten weckten sofort mein Interesse für die Insel im Mittelmeer. Ich wollte sie unbedingt besuchen. Schon 1 ½ Jahre später sollte es so weit sein. Mein favorisierter Reiseveranstalter Berge & Meer bot die perfekte Rundreise an, mit allem, was ich sehen wollte, im Angebot. So brauchte ich nicht lange überlegen. Kurz vor Reisebeginn, mit Lesen der Reiseführer, stieg die Vorfreude von Tag zu Tag. Cefalu

1. Tag: Anreise Düsseldorf

Bei dieser Reise musste ich mich, wie schon im März nach Florida, am Nachmittag des Vortages auf den Weg zum Flughafen nach Düsseldorf machen. Ein Taxi holte mich am 30.09.2016 ab und brachte mich zum Bahnhof. Von Lage fuhr ich über Bielefeld direkt zum Flughafen. Der ICE war am Freitagnachmittag total überfüllt. Gut, dass ich mir eine Sitzplatzreservierung besorgt hatte. Am Flughafen war viel Betrieb. In einigen Bundesländern mussten bereits die Herbstferien begonnen haben. Im Maritim Hotel hatte ich mir wieder ein Zimmer reserviert und wurde, wie erwartet, nicht enttäuscht.

2. Tag: Flug nach Catania

Mitten in der Nacht holte mich der Wecker aus dem Tiefschlaf. Bereits um 4:15 Uhr checkte im Hotel aus. Frühstück gab es um diese Zeit leider noch nicht. Im Terminal haben sich vor den Check-in-Schaltern schon lange Schlangen gebildet. Trotzdem ging es bei AirBerlin zügig voran. Es waren ausreichend Schalter geöffnet und Personal wies diese zu. Ich bekam meinen bevorzugten Gangplatz. Nach der Sicherheitskontrolle benötigte ich unbedingt ein Frühstück. Die Restaurants waren überfüllt. So stand ich lange in einer Schlange für ein Thunfisch Panini und einen Kaffee für fast unverschämte € 10,10 an. Die Zeit bis zum Boarding war anschließend nicht mehr lang. Das Einsteigen erfolgte nach festen Gruppen und war für den voll besetzen Flieger daher unproblematisch. Dann erschienen meine Sitznachbarn. Der Mann der vierköpfigen Familie wollte doch tatsächlich mit mir den Platz tauschen und mich auf einen Mittelplatz verfrachten. Denkste! Pünktlich um 6:30 Uhr rollte der A321 zur Startbahn, um kurze Zeit später abzuheben. Die Flugzeit nach Catania betrug 2:10 Stunden. Essen und Trinken gab es nur gegen Aufpreis. Durch das Kassieren dauerte der Service lange. Genau um 9:00 Uhr setzte die Maschine auf und parkte auf einer Außenposition. Bis alle Passagiere am Gepäckband standen, waren 30 Minuten vergangen. Gefühlt dauerte es noch einmal eine Ewigkeit, bis alle Koffer kamen. Warum bin ich immer so unruhig, wenn ich am Gepäckband stehe? Schon an Bord gab es den Hinweis, den rechten Ausgang zu benutzen. Dort warteten die Reiseleiter. Unsere sympathische Reiseleiterin sammelte 42 Personen. Kurze Zeit später saßen alle in einem schönen modernen Reisebus. Der Transfer zum Hotel Presidente in Aci Castello dauerte eine Stunde. Ich bekam dort ein Einzelzimmer mit Meerblick, leider ohne Balkon, dafür ganz neu eingerichtet.  Dort sollte ich die nächsten 3 Nächte verbringen. Später erfuhr ich, dass die Standards der Zimmer sehr unterschiedlich waren. Etwas ungerecht fand ich das innerhalb einer Reisegruppe schon. Nachdem ich mich in einem nahen Supermarkt mit Getränken versorgt hatte und die leckeren Kalbsröllchen im Hotelrestaurant genossen hatte, verbrachte ich den Nachmittag am Hotelpool. Dieser konnte leider aufgrund eines technischen Defektes nicht genutzt werden. Abendessen gab es um 20:00 Uhr im Hotelrestaurant serviert. Die Portionen waren klein und nicht besonders gut. Außerdem fand ich den Preis von € 4,-- für eine Flasche Bier sehr teuer. Schnell nach dem Abendessen sollte der megalange Tag enden. Das funktionierte nur nicht so. Im Restaurant direkt über mir wurden noch lange geräuschvoll Stühle gerückt und in meinem Zimmer waren gleich mehrere Mücken unterwegs. Bei geschlossenem Fenster war mir zu warm und die Klimaanlage blies ihre Luft direkt in mein Gesicht. Keine schönen Umstände.

3. Tag: Syrakus – Noto

Das Frühstücksbuffet war überraschenderweise vielfältig und lecker. Auffällig war die große Auswahl an süßen Backwaren. Um 8:00 Uhr saß die gesamte Reisegruppe im Bus, um nach Syrakus zu fahren. Das dauerte etwa 1 ½ Stunden, aber nur weil am Sonntag in Catania wenig Verkehr war. In Syrakus besichtigten wir als Erstes den Parco Archeologico della Neapolis. Im Paradies-Steinbruch erinnert nichts mehr an die schwierigen Arbeitsverhältnisse und das er einst überdacht war. Nur die Grotte „das Ohr des Dionysios“ ist noch zugänglich. „das Ohr des Dionysios“ Gegenüber sind die Reste des fast 200 m langen und 23 m breiten Opferaltars sichtbar. Das Griechische Theater ist, obwohl es im Laufe von 2.500 Jahren einige Male umgebaut wurde, das größte griechische Theater der Welt mit einem Durchmesser von 138 Metern. Die bis zu 15.000 Zuschauer saßen auf 61 aus dem Stein gehauenen Sitzreihen. Teatro Greco Nur ein paar Schritte entfernt errichteten die Römer ein Amphitheater. Hier wurden, durch geschickt angelegte Bewässerungskanäle, Aufführungen mit Schiffen abgehalten. Anfiteatro Romano Nach nur 1 Stunde war der Ausflug in die Geschichte schon wieder vorbei. Die Sonne schien inzwischen erbarmungslos vom Himmel und die Luft war feucht. Schatten war kaum zu finden. Zusätzlich war es sehr voll. Viele Reisegruppen waren unterwegs. Bis zur Altstadt von Ortiga waren es nur wenige Minuten. Unser Stadtrundgang begann am Tempio di Apollo. Der ursprünglich dorische Tempel ist das älteste Heiligtum der Insel. Auch er wurde mehrfach verändert, war u.a. Kirche und Kaserne. Tempio di Apollo Die Piazza Duomo mit seinen eleganten ehrwürdigen Palazzi gefiel mir sehr gut. Schon an den Außenwänden des Doms war deutlich zu erkennen, dass auch hier ein Tempel zur Kirche umgebaut wurde. Die integrierten Tempelsäulen und die ehemalige Cella sind in dem Barockdom deutlich erkennbar. Im Dom war gerade Messe. Wir mussten deshalb warten, bevor wir hinein konnten. Der Zeitpunkt war unglücklich. Massen von Besuchern schoben sich hindurch. Duoma Syrakus Die Fonte Aretusa, die Quelle der Nymphe Aretusa war der letzte Besichtigungspunkt. Die Süßwasserader so nah am Meer war Anlass für eine griechische Sage. Fonte Aretusa Inzwischen war es Mittag geworden. Direkt an der Uferpromenade kehrte ich ein. Über Foro Italico schlenderte ich hinterher zurück zum Bus. Bis zur Barockstadt Noto waren es 45 Minuten. Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Stadt durch ein Erdbeben zerstört. Die wohlhabenden Bewohner bauten die Stadt in Barockstil wieder auf. Wir betraten die Stadt durch den Triumphbogen. Der wurde zu Ehren Ferdinands II. von Bourbon errichtet, als er die Stadt besuchte. In der Via Nicolaci liegt wohl das bekannteste Gebäude der Stadt, der Palazzo Villadorata. Die Balkone werden von aufwendig gearbeiteten Konsolen getragen. Jeder Balkon hat seine eigenen Motive. Jede Konsole ist anders gearbeitet. Palazzo Villadorata Die meisten sehenswerten Gebäude stehen direkt am Corso. Den ging ich langsam zurück und bewunderte die Palazzos. Ich stieg die Stufen zum Dom hinauf. Im Inneren überraschten mich die kräftigen modern wirkenden Malereien und der prachtvolle goldene Bischofsstuhl. Duomo Noto Der gegenüberliegende Palazzo Ducezio ist heute das Rathaus. Palazzo Ducezio Die Kirche San Fransesco all Immacolata hinterließ bei mir einen starken Eindruck. Auch musste ich erst wieder steilen Stufen hinaufsteigen, bevor ich sie betreten konnte. In der völlig weißen Kirche thront die goldene Madonna über den Altar. San Fransesco all Immacolata

4. Tag: Ätna – Taormina

Am Morgen waren meine Oberarme von Mücken zerstochen. Ich versuchte, so viel wie möglich von ihnen zu beseitigen. Die Sonne ging heute klarer über dem Meer auf. So konnte ich hoffen, dass die Sicht auf und von dem Ätna auf etwa 2.000 Metern etwas zu bieten hatte. Eine steile Serpentinenstraße ging es hinauf. Auf dem Weg waren die unterschiedlichen Vegetationsstufen auf den Lavafeldern zu erkennen, von schwarzer Lava über Gräser, Grün, Büsche bis hin zum Nadelwald. Lavafelder benötigen etwa 100 Jahre, bis sie fruchtbar sind und für die Landwirtschaft geeignet sind. Wir erreichten das Rifugio Sapienza, DAS Touristenziel. Ich habe selten so viele Reisebusse auf einem Haufen gesehen. Von hier startet auch die Seilbahn hinauf auf 2.600 Meter. Mit Jeeps kann man dann weiter bis zum Kraterrand fahren. Mir war es die insgesamt € 63,-- nicht wert. Stattdessen setzte ich mich für € 10,-- in den Ätna Train. Der schaukelte mich eine Stunde durch die Gegend. Der Krater Silvestri ist erst 2001 bei einem der letzten Ausbrüche entstanden. Nach der Tour schlenderte ich durch Shops. Nächstes Mal würde ich direkt zum Krater Silvestri gehen und in begehen. Ätna Am Fuß des Ätna wartet auf einem Picknickplatz ein leckeres warmes Mittagessen mit Wein und Zitronenschnaps auf uns. Alles echt lecker. Anschließend fuhren wir nach Taormina. Ein Shuttle brachte uns vom Busparkplatz in die Stadt hinauf. Gleich hinter der Porto Messina bog ich auf der Piazza Viktor Emmanuelle zum griechischen Theater ab. Dies ist kleiner als in Syrakus. Nur 10.000 Besucher fanden hier Platz. Dafür ist es besser erhalten und gibt den spektakulären Blick auf die Küste und den Ätna frei, auch wenn der sich heute schon wieder im Dunst versteckte. Teatro Greco, Taormina Auf dem Corso Umberto promenierte ich vorbei an Edelboutiquen, die sich mit billigen Souvenirläden abwechselten. Auf der Piazza IX: April gab es viele Straßencafés. Sehen und gesehen werden hieß hier das Motto. Der Dom war klein und bescheiden. Duomo, Taormina In der Touristeninformation im normannischen Palazzo Corvaja waren zwei alte Originale der für Taormina typischen bunt bemalten Holzkutschen sowie Marionetten ausgestellt. Schon war die Zeit wieder um und der Shuttle brachte die Reisegruppe zum Bus zurück.

5. Tag: Villa Romana del Casale – Tal der Tempel, Agrigent

Es wartete einer der absoluten Höhepunkte der Reise, die römische Viilla del Casale. Früh klingelte der Wecker. Das Frühstück war tatsächlich schon 30 Minuten vor der eigentlichen Zeit komplett für uns bereit. Damit hatte ich in diesem Hotel nicht gerechnet. Der Weg führte durch das Inselinnere, dass zur römischen Zeit die Kornkammer des Reiches war. Am späten Vormittag erreichten wir die Villa, die erst seit 2 Jahren für Besucher geöffnet ist. In der Villa gibt es mehr als 3.500 m² Mosaike zu bewundern. Die Künstler stammten aus dem arabischen, byzantinischen und sogar indischen Raum. In den Thermen war der doppelte Fußboden der Heizung gut zu erkennen. Die Latrinen waren ein offener Raum, wie praktisch, mit Wasserspülung. Der Sala Biabsdila, eine Sporthalle, ist mit 140 m² groß. Die Bodenmosaike stellen ein Wagenrennen im Circus Maximum dar. Der Boden des Säulenganges ist komplett Tiermotiven bedeckt. Der Hausherr hatte einen separaten Eingang in die hauseigenen Thermen. Entsprechend prachtvoll ist er mit Mosaiken dekoriert. Die Räume der Dienerschaft sind eher schlicht. Im sog. Prunkraum ist die „kleine Jagd“ dargestellt. Gigantisch ist in der Wandelhalle dargestellte „große Jagd“. 18 unterschiedliche Szenen erstrecken sich über immerhin 60 Meter. Je länger ich das bedeutendste Werk der Anlage betrachtete, umso mehr Details fielen mir auf. Szenen der „großen Jagd“ Bekanntestes Motiv sind sicherlich die 10 „Bikini-Mädchen“. Sie haben ihren Namen in den 1950er-Jahren erhalten, als sie entdeckt wurden und der Bikini gerade modern wurde. Tatsächlich tragen sie die Unterwäsche der damaligen Zeit. „Bikini-Mädchen“ Auffällig ist, dass sich in diesem Raum unter dem Mosaik der Bikini-Mädchen noch ein weiteres Mosaik befindet. Wahrscheinlich hat sich die Nutzung des Raumes im Laufe der Zeit geändert. Im Kinderzimmer üben sie die Kleinen im Wagenrennen mit Vogelgespannen. Im Atrium streiten Eros und Pan. Wagenrennen  Eros & Pan Im Schlafbereich der Hausherren sind Adonis und Aphrodite in inniger Umarmung dargestellt. Die Szene ist ebenfalls eine der bekanntesten. Es gäbe noch so viele interessante Details zu entdecken. Leider ist nach gut einer Stunde schon wieder alles vorbei. Auch wenn ich mich mit einer langen Menschenschlange durch die Anlage geschoben habe, muss ich die vielen Eindrücke erst einmal bei einem Mittagsimbiss verarbeiten. Von der Villa del Casale bis zum Tal der Tempel in Agrigent waren es 2,5 Stunden Fahrzeit. Schon von Weitem sah ich die Tempel auf dem Berg thronen. Den Gang durch die Tempel begannen wir an dem Hera-Tempel. Der Tempel maß 800 m².  In ihm wurden Ehen geschlossen. Im hinteren Teil, dem sog. Opisthodom wurden die Weihgeschenke niedergelegt. Hera-Tempel Ein breiter Weg, die Via Scara führt hinunter, vorbei an den Resten der alten Stadtmauer. Und dann steht er in seiner ganzen Pracht und Größe da, der Concordia-Tempel. Dieser Tempel wurde auch einmal zur Kirche umgebaut. Bis ins 18. Jahrhundert wurden hier Gottesdienste abgehalten. Später wurde er wieder zum Tempel zurückgebaut. Ich kann mich gar nicht sattsehen. Concordia-Tempel Vorbei an der Villa Aurea gelangten wir zum Herakles-Tempel. Auf einer alten Straße sind die Transportspuren der schweren Kalksteinblöcke deutlich erkennbar. Der Herakles-Tempel wurde durch ein Erdbeben zerstört. Herakles-Tempel In den Trümmern kaum zu erkennen war der Zeus-Tempel. Er sollte 8x so groß werden wie der Hera-Tempel, wurde aber nie vollendet. Von der Tempelanlage war ich total begeistert. Übernachten taten wir in einem großen Hotel, das im Stil eines Landsitzes gebaut war. Ich bekam ein großes Doppelzimmer mit Balkon. Das hätte ich gern die letzten Tage schon bewohnt. Das Abendbuffet wurde in einem großen Ballsaal mit gigantischem Kronleuchter serviert. Ein langer ereignisreicher Tag ging spät zu Ende.

6. Tag: Marsala – Erice

In dem schönen Hotel, in dessen Zimmer ich mich so wohl gefühlt habe, klappte es leider mit dem Frühstück nicht so. Es wurden immer nur wenige Brötchen gebracht, die dann sofort vergriffen waren. Die Kaffeetassen reichten ebenfalls nicht für alle Gäste. Schade! Das erste Tagesziel Marsala lag nur eine ½ Stunde entfernt. Die Stadt war noch menschenleer, als ich sie durch das Stadttor betrat. Viel gab es nicht zu sehen, das Rathaus und den Dom. Die Glocken riefen zur Andacht. Alte Männer saßen auf den Bänken oder genossen frischen Kaffee. Nach einer Stunde traf sich die Reisegruppe zu einer Marsala-Probe wieder. Das war nicht mein Geschmack, aber ich mag ja auch keinen Portwein oder Sherry. Für ein paar Fotos stoppten wir an den alten Salinen. Am Rand zieren Windmühlen das Bild. Eine Serpentinenstraße führte hinauf nach Erice. Die Stadt wurde bereits in der Antike gegründet und war durch die verschiedenen Epochen wegen ihrer Tempel bekannt. Von denen sind allerdings keine Reste geblieben. Berühmteste Bewohnerin Erices ist, wegen ihres Mandelgebäcks, sicherlich Tante Maria. Unsere große Gruppe stürmte förmlich den engen Laden zu einer Kostprobe. Das Chaos war perfekt. Viel gab es aus meiner Sicht nicht zu entdecken. Ich verbrachte deshalb eine ausgiebige Mittagspause auf dem Hauptplatz. Das heutige Hotel erreichten wir schon am frühen Nachmittag. Es handelte sich um eine große Ferienanlage aus Hotel, Bungalows und zwei Pools direkt am Strand. So kann ich die Anlage genießen.

7. Tag: Monreale – Palermo

In einem Vorort von Palermo nahmen wir unsere heutige Stadtführerin auf. Guisy hatte ihren freien Tag. Mit Rosalie fuhren wir hinauf nach Monreale. Vom Parkplatz führte eine 92-stufige bequeme Treppe hinauf. Durch eine schmale Gasse erblickte ich zum ersten Mal den Dom von Monreale. Dom von Monreale Die Paradiespforte stand offen. Sie ist von arabischen Ornamenten umrahmt. Der Innenraum ist überwältigend. Das riesige Kirchenschiff, es misst immerhin 102 x 42 Meter, ist mit einigen tausend Quadratmetern Mosaiken geschmückt. Der Pantokrator überstrahlt alles. Sein Abbild misst 13 x 7 Meter. Allein seine Hand ist 1,80 m hoch. Seine Fingerhaltung symbolisiert „den Vater, den Sohn und den heiligen Geist“. Christus Pantokrator Die Säulen stammen aus alten Tempeln. Evtl. Höhenunterschiede wurden an den oberen Sockeln ausgeglichen. Im rechten Kirchenschiff stehen die Sarkophage von Wilhelm I und II. . Der Thronsessel steht linke neben dem Altar. Über dem Thron zeigt ein Mosaik wie Wilhelm II. die Krone von Jesus empfängt. Gegenüber steht der Stuhl des Bischofs. Zu seinem Platz führen zwei Stufen weniger hinauf als zu dem Thronsessel. Auf dem Mosaik des Abendmahls sitzt Jesus nicht, wie von anderen Darstellungen bekannt, in der Mitte sondern links. Andere Mosaike zeigen u.a. die Entstehung der Eva, die Geschichte der Arche Noah, den Turmbau zu Babel sowie Jesus auf der Weltkugel, wie er sich am 7. Tag, dem Sonntag, nach der Schöpfung der Welt ausruht. Immer im Mittelpunkt zog der Christus Pantokrator meinen Blick auf sich. In Dom befinden sich, da er von byzantinischen Handwerkern geschaffen wurde, auch zahlreiche orientalische Ornamente. Gut 30 Minuten wühlte sich unser Bus durch den dichten Verkehr, in dem keine Regeln gelten, bis wir vor der Porta Nueva in Palermo ausstiegen, um auf einem 2 ½ stündigen Stadtrundgang zu gehen. Das Triumphtor gehört zum Normannenpalast. Seine Ursprünge stammen aus arabischer Zeit. Die Normannen erweiterten ihn. Kaiser Friedrich II residierte hier und empfing Gelehrte und Künstler. Nach einem langen Dornröschenschlaf wurde der Palast Residenz der spanischen Vizekönige. Nach dem Zeiten Weltkrieg zog die Autonome Regierung Siziliens ein. Die verschiedenen Baustile sind an seiner Außenfassade deutlich zu erkennen. Normannenpalast Palermo Der Corso Vittorio Emanuele führte uns zur Kathedrale. Mächtig erhebt sie sich zwischen Bischofssitz und dem weißen Universitätsgebäude. Der Platz hat eine lange religiöse Geschichte. Ursprünglich stand dort eine christliche Basilika. Die Kathedrale wurde anstelle einer Moschee errichtet. Kathedrale von Palermo An der linken Säule neben dem Eingang steht die 7. Sure aus dem Koran geschrieben, selten an einem christlichen Gebäude. Innen ist der Dom im Barockstil eher schlicht. Auf dem Boden in der Nähe des Hauptaltars ist ein Median als Sonnenuhr in den Boden eingelassen. Im rechten Seitenschiff ist die Kapelle der heiligen Rosalie, der Schutzpatronin Palermos, mit Silberaltar. Die Kathedrale ferner die Grablege des normannisch- staufischen Königs Friedrich II. und seiner Frau Konstanze. Am Quattro Conti bogen wir nach rechts in die Via Maqueda ab und standen nach wenigen Metern vor dem Rathaus auf der Piazza Pretoria mit der gleichnamigen Fontana. Der Brunnen besteht aus 644 Marmorteilen, darunter zahlreiche nackte Götter und Nymphen. Fontana Pretoria Die Via Maqueda führte uns bis zum Teatro Massimo auf der Piazza Guiseppe Verdi. Es soll das drittgrößte Opernhaus Europas sein. Hier endete unser Stadtrundgang. Mit zwei Mitreisenden setzte ich mich in ein Taxi und fuhr zum Normannenpalast zurück, um die Capella Palatina zu besichtigen. Die Palasträume waren leider geschlossen. Die Kapelle liegt im 1. Stock. Im Inneren eröffnete sich eine unvorstellbare Pracht. Das Gold leuchtete, noch mehr als im Dom von Monreale. Roger II. saß gegenüber dem Pantokrator auf seinem erhöhten Thron. Viele Mosaike erzählen die gleichen biblischen Geschichten wie im Dom von Monreale. Lange hielt ich mich in der Kapelle auf. Ich war einfach überwältigt und entdeckte auch hier immer wieder etwas Neues. C Capelle Palatina Inzwischen war es früher Nachmittag und Zeit für einen Mittagssnack in einer Bar. Langsam bummelten wir den Corso Vittorio Emanuele noch einmal hinunter. Es war Zeit für ein paar Einkäufe. Als wir am Teatro Massimo reichte die Zeit dann doch nicht mehr für eine Theaterführung. Teatro Massimo Der Bus brachte uns zurück ins Hotel. Dort endete ein sehr erlebnisreicher Tag mit Kunst, Geschichte, Kultur und Shopping.

8. Tag: Cefalu

Wie schnell die Zeit verging. Schon war es der letzte Tag der Reise mit Programm gekommen. Von der Straße, auf der wir nach Cefalu fuhren, hatte ich einen herrlichen Blick auf die Küste und die Stadt, aus der der Dom herausragte. Vom Busparkplatz führte der Weg ein Stück die Küste entlang bis in die Stadt. Die Gassen waren sehr eng. Die Autos mussten sich an parkenden Wagen vorbei und den Weg durch unsere große Gruppe bahnen. So erreichten wir den Domplatz. Der wird nicht nur von der Kathedrale, sondern auch von einigen einladenden Lokalen gesäumt. Wir stiegen die Stufen zum ehemaligen Waschplatz hinunter. Dort trafen sich bis vor 20 Jahren täglich die Frauen, nicht nur um zu waschen, sondern auch um zu tratschen oder zu singen. Nur ein paar Schritte waren es bis zum Strand. Leider war kein Strandwetter. Die Wolken hingen tief und verdeckten die Sonne. Zurück am Dom, erklomm ich die Stufen und ging hinein. In diesem Dom sind die Säulen ebenfalls aus antiker Zeit. Allerdings ist er nie ganz vollendet worden. Nur der Chorbereich ist mit goldenen Mosaiken verziert. In der Chorapsis ist auch hier ein überdimensionaler Christus Pantokrator dargestellt. Darunter ein Mosaik der Muttergottes mit Engeln. Darunter komplettieren die Apostel den himmlischen Hofstaat. Das Kirchenschiff selbst ist ohne Schmuck. Ich setzte mich in eine Kirchenbank und blickte zum Altar. Je länger ich dort saß, umso mehr erblickte und entdeckte ich. Im doppelsäuligen Kreuzgang gab es viele Details zu entdecken. Der Himmel war dunkel geworden und das erste Donnern war in der Ferne zu hören. Auf dem Domplatz setzte ich mich für die Mittagspause unter große Schirme. Ich hoffte, so Schutz vor dem aufziehenden Gewitter zu haben. Leider schützten diese nicht wie erwartet. Unter meinem Regenschirm ging ich zurück zum Bus. Auf dem Weg hörte es auf zu regnen. Am Parkplatz angekommen, schien die Sonne schon wieder. Die lange Fahrt ins Hotel Presidente in Aci Trezza stand bevor. Dort angekommen bekam ich wieder das gleiche kleine Einzelzimmer wie zu Beginn der Reise. Da es eine kurze Nacht werden würde, der Transfer zum Flughafen sollte um 6:00 Uhr starten, bereite ich so viel wie möglich vor.

9. Tag: Heimreise

Der Inhalt des Frühstückspaketes, dass im vor 6:00 Uhr von der Rezeption erhielt, war sehr dürftig. Den versprochenen Kaffee gab es nicht. Gut, dass ich für mein eigenes Frühstück gesorgt hatte. Der Weg zum Bus war stockdunkel. Wenigstens Licht hätte das Hotel einschalten können. Nach gut 1 Stunde Transfer stand ich als Erste unserer Gruppe vor dem leeren Check-in-Schalter von AirBerlin. Ich bat um einen Sitzplatz am Gang. Die nette Mitarbeiterin bot mir doch tatsächlich einen XL-Sitz am Notausgang und am Gang an. Den konnte ich natürlich nicht ablehnen, auch wenn das den Neid einiger Mitreisenden nach sich zog. Ich brauchte jetzt unbedingt einen Kaffee. Den gab es hinter der Sicherheitskontrolle. Der Abflugbereich war sehr überschaubar. Es gab einen kleinen Duty Free Shop, zwei Souvenirläden und zwei kleine Imbisse. Nur in einem gab es Kaffee. Es herrschte ein militärischer Ton. Das Pannini mit Käse und Schinken war dafür lecker. Der Kaffee stark und heiß. Mit etwas Verspätung hob die Maschine in Catania ab. Auf meinem XL-Sitz war es superbequem. Mit 30 Minuten Verspätung landeten wir in Düsseldorf. Auf das Gepäck mussten wir lange warten. Es wurden erst die Koffer der Transitreisenden umgeladen. Um 14:00 Uhr erreichte ich den ICE nach Bielefeld. In NRW war Ferienbeginn. Der Zug war daher total überfüllt. Trotzdem hatte ich Glück und während der gesamten Fahrt einen Sitzplatz. Am späten Nachmittag war ich wieder zu Hause. Sizilien ist eine faszinierende Insel. Ich habe dort viel Neues entdeckt. Die Geschichte ist einzigartig. Es gab griechische und römische Ausgrabungsstätten wie in Syrakus und die Villa della Casale, die mächtigen griechischen Tempel in Agrigent, mit goldenen Mosaiken verzierte Kathedralen in Palermo, barocke Paläste in Noto und die edle Leichtigkeit in Taormina. Wenn die Reisegruppe auch groß war, das erste und letzte Hotel nicht empfehlenswert war, einige Sehenswürdigkeiten wie z.B. die Villa Casale überlaufen waren und ich manchmal mehr Zeit sowohl für Besichtigungen als für mich und am Abend gewünscht hätte, war es eine sehr schöne Reise mit vielen neuen Eindrücken. zur Sizilien-Foto-Galerie:
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