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Stockholm & Countryside

© Text und Photos: Silke Wolff Ein Sommer ohne Schweden. Mittlerweile ist das für mich kaum noch vorstellbar. Deshalb flog ich auch diesen Sommer wieder hin. Entschieden hatte ich mich für eine Tour, während der ich 3 Tage in Stockholm verbrachte und anschließend die Sehenswürdigkeiten rund um Stockholm erkunden würde. Endlich stand Schloss Drottningholm auf dem Programm. In Trosa wurden viele Szenen für die Inga-Lindström-Filme gedreht. Weitere Höhepunkte waren Gamla Linköping und Vadstena am Vätternsee. Stockholm Panorama

1. Tag: Anreise nach Düsseldorf

Am Nachmittag des 14.07.2015 machte ich mich auf den Weg zum Düsseldorfer Flughafen. Dort hatte ich ein Zimmer im Tryp Hotel, angeblich ein Flughafenhotel, reserviert. Tatsächlich ist es ein gutes Stück von Flughafen entfernt. Im Hotel angekommen, war der Empfang merkwürdig. Von dem im Internet offerierten Flughafenshuttle oder dem telefonisch angebotenen Taxischein war keine Rede mehr. Das Zimmer war mit zwei Einzelbetten statt des gebuchten Queen-Size-Bettes ausgestattet. Nach einer Stunde funktionierte der Fernseher im Zimmer nicht mehr und WLAN stand ebenfalls nicht zur Verfügung. Wenn ich Übernachtungskosten und Taxigebühren zusammenrechne, hätte ich gut in einem Hotel direkt am Flughafen übernachten können. Das Tryp Hotel ist jedenfalls nicht empfehlenswert.

2. Tag: Anreise – Stockholm

Bereits um 3:30 Uhr klingelte der Wecker. Eine Stunde später checkte ich an der Rezeption aus. Angeblich hatte man 2x versucht mich telefonisch zu wecken. Ich hatte nichts gehört. Konnte ich auch nicht. Meine Zimmernummer war mit einem Zahlendreher notiert worden. Gut, dass ich mich nicht darauf verlassen hatte. Als ich aus dem Hotel ging, fuhr gerade ein Taxi mit Nachtschwärmer vor. Ich schnappte mir direkt das Taxi. Bereits 20 Minuten später hielt ich meine Bordkarte in der Hand und hatte meinen Koffer aufgegeben. Der Typ an der Gepäckaufgabe sprach kein Wort und verzog keine Miene. Ja, ich fand es auch sehr früh, aber trotzdem. Hinter der Sicherheitskontrolle waren die meisten Geschäfte noch geschlossen. Die Preise waren zwar sehr hoch, ich gönnte mir trotzdem erst einmal ein Frühstück. Ich hatte schon bei der Sitzplatzwahl bemerkt, dass die Maschine, eine CRJ900 ausgebucht war. Pünktlich um 7:25 Uhr startete sie Richtung Stockholm. Die Flugzeit betrug 1 Stunde 45 Minuten. Essen und Trinken gab es für mich nur gegen zusätzliche Zahlung. In dem vom Reiseveranstalter gebuchten Tarif war nichts enthalten. Der Landeanflug auf Årlanda ging genau über die Stadt. Globen und das Schloss waren sehr deutlich zu sehen. Gut, dass ich einen Fensterplatz genommen hatte. Da konnte ich mir doch direkt einen teuren Hubschrauberflug sparen. Landeanflug Bereits 30 Minuten nach der Landung saß ich in einem goldenen Småland Buss. Die Reisegruppe war groß, insgesamt 36 Personen. Damit hatte ich nicht gerechnet, störte mich aber auch nicht. Die Fahrt zum Scandic Alvik Hotel im Stadtteil Bromma dauerte nur 40 Minuten. Die Zimmer konnten noch nicht bezogen werden. So stellte ich meinen Koffer im Hotel unter und ging die nur 250 Meter bis zur Tunnelbana-station am Alvik torg. Dort gibt es alles notwendig, einen ICA-Supermarkt, der 7 Tage die Woche bis 23:00 Uhr geöffnet hat, eine Apotheke und gleich zwei Bankautomaten. Von Alvik fährt die T-bana nur 15 Minuten bis ins Zentrum. Bereits um 11:00 Uhr fuhr bis Gamla Stan um einige der 14 Inseln, auf der Schwedens Hauptstadt erbaut wurde, zu erkunden. Sie wurde bereits 1252 von Birger Jarl gegründet. Angefangen hatte alles auf der kleinen Insel Helgeandsholmen, auf der heute das Reichstagsgebäude steht. 1634 wurde Stockholm, was übersetzt die Pfahlinsel bedeutet, Hauptstadt. Ich nahm den Ausgang nach Riddarholmen und stand direkt am Mälaren in der Sonne. So konnte der Urlaub beginnen. Mälaren Auf Riddarholmen baute der Adel während der Großmachtzeit seine Paläste. Die meisten werden heute von Regierungsbehörden genutzt. Der Birger Jarl torg auf Riddarholmen war leider eine Baustelle und meinen Lieblingsbiergarten gab es auch nicht mehr. Schade, ich hatte mich darauf gefreut. Aber schließlich war ich fünf Jahre nicht in Stockholm. Da war es nicht anders zu erwarten, als das sich einiges verändert hatte. Dafür war die Riddarholmen kyrkan geöffnet, also ging ich hinein. Der Eintritt kostete SEK 50,--, zu zahlen ausschließlich mit Karte. Bargeld wurde nicht genommen. Die Kirche ist ein Teil eines ehemaligen Franziskanerklosters und wurde bis 1950 als Beisetzungskirche der schwedischen Könige genutzt. Riddarholmenkyrkan In der Kirche beeindruckten mich die vielen Wappen von Trägern des Serafinerordens, eine der höchsten schwedischen Orden/Auszeichnungen. Mit der Ordensverleihung bekommt jeder Träger ein eigenes Wappen, das im Stockholmer Stadtschloss aufbewahrt wird. Nach dem Tod eines Ordensträgers wird das Wappen in die Kirche gebracht und verbleibt dort. Ich ging weiter zur Riksgatan und las vor dem Parlamentsgebäude, dass eine kostenfreie Führung in Englisch stattfand. Da es bereits Mittag war, versorgte ich mich schnell in einem nahe gelegenen ICA to go. Pünktlich war ich wieder vor dem Eingang zur Reichstagsführung. Pro Gruppe durften nur 28 Personen teilnehmen. Reservierungen waren nicht möglich. Die Tour startete im neuen Plenarsaal. Schweden hat ein 1- Kammersystem, 43 % der Parlamentsmitglieder sind weiblich. Wie ich finde, eine beeindruckende Quote. Neuer Plenarsaal – Reichstag  Beeindruckend war die große Treppe, die für offizielle Anlässe genutzt wird. Die grünen Wände sind allerdings nicht aus Marmor, sondern nur gestrichen. Jeder Premierminister, der mindestens 10 Jahre im Amt ist, wird hier mit einer Büste verewigt. Premierminister mit einer kürzeren Amtszeit erhalten eine Tafel. Der alte Saal der ehemaligen zweiten Kammer strahlte eine würdevolle Gemütlichkeit aus. Er wird heute für Sitzungen der großen Parteien genutzt. Riksdagen Die 45 m lange Verbindungsgalerie zwischen den zwei alten Kammern wird heute ebenfalls für offizielle Anlässe genutzt. In der Mitte der kuppelförmigen Decke sind die Wappen der 24 schwedischen Provinzen abgebildet. Es gibt sogar einen Raum der Frauen, mit Kunst und Porträts der ersten Frau im Parlament, der ersten Ministerin und der ersten Parlamentssprecherin. Nur eine Premierministerin gab es in Schweden bisher noch nicht. Daher ist der Platz mit einem Spiegel besetzt, als Zeichen, dass jeder Schwede wählbar ist. Letzter Besichtigungspunkt war die ehemalige Bankhalle im ehemaligen Reichsbankgebäude. Hier sind Restaurant, Post und Reisebüro für die Abgeordneten untergebracht. Ehemalige Bankhalle Ich war von der einstündigen Führung total begeistert und daher wahrscheinlich auch etwas planlos, was ich nun sehen wollte. So ging ich zum nahe gelegenen Schloss hinüber. Das Kungliga Slott ist eines der bedeutendsten Barockbauten Nordeuropas. Es hat mehr als 608 Räume und gilt als das größte Schloss der Welt. Es dient der königlichen Familie als Arbeitsplatz, wohnen tut sie dort nicht mehr. Erbaut wurde es bis 1754, nachdem die alte Burg Tre Kronor 1697 durch ein Feuer vernichtet wurde. Der slottsbacken war voller Menschen. Um das Schloss parkte Reisebus an Reisebus. Es schienen mehrere Kreuzfahrtschiffe angelegt zu haben. So voll hatte ich es hier noch nie erlebt. Mein Ziel war der Buchladen unten am slottsbacken. Das Gebäude wurde saniert, der Laden war deshalb geschlossen, schade. Dafür war die slottkyrkan kostenfrei geöffnet. Ich ging hinein. Ich hatte sie mir glamouröser vorgestellt. Geschmückt sah sie im Fernsehen prachtvoller aus. Slottkyrkan  Gegenüber dem Schloss wartete der lilla pojke auf mich. Das obligatorische Foto musste sein. Natürlich spendete ich eine Münze und streichelte ihm über den Kopf. Schließlich möchte ich nicht zum letzten Mal in Stockholm sein. Lilla pojke Durch die Gassen von Gamla Stan, über den Stortorget ging ich wieder in die Drottningatan. Ich war müde und wollte zurück ins Hotel. In einem Buchladen entdeckte ich „boken om Pippi Långstrump“, eine Sonderausgabe zum 70. Geburtstag von Pippi. Genau das Richtige für mich und meine schwedischen Sprachkenntnisse. Auf der Suche nach der nächsten T-bana-Station landete ich am Sergel torg. Sergel torg Von dort fuhr ich zurück zum Hotel. Abendessen gab es am Buffet im Hotel mit anderen aus der Gruppe. Der lange Tag endet zeitig.

3. Tag: Stockholm

Der Tag begann mit einer Stadtrundfahrt. Am stadhuset stieg die Stadtführerin zu. Sie warnte als Erstes vor den Taschendieben, die in Stockholm unterwegs sind. Diese Warnung war für mich eine neue Erfahrung. Bisher hatte ich immer den Eindruck gehabt, in Stockholm sei die Welt noch in Ordnung. Das schien sich inzwischen geändert zu haben. Mir waren am Abend im Hotelrestaurant schon die Warnhinweise auf den Tischen aufgefallen. Am stadhuset fuhren wir nur vorbei, direkt nach Djurgården hinüber. Bei Waldemarsudde legten wir einen Fotostopp ein. Waldemarsudde, Djurgården  Ein besonders schöner Teil von Djurgården ist natürlich Diplomatstaden mit den Residenzen der Botschafter. Die eigentlichen Botschaften sind dann aber mehr schlichte Zweckbauten aus Beton. Anschließend fuhren wir in den Stadtteil Södermalm hinauf, um die Aussicht auf Gamla Stan bis Gröna Lund zu genießen. Auch hier reite sich Reisebus an Reisebus. Es waren wieder einige Kreuzfahrtschiffe in der Stadt, deren Passagiere genau wie wir an die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkte gefahren wurden. Stockholm Panorama Nach 2 Stunden endete die Rundfahrt auf dem slottbacken. Bis zur Wachablösung bummelte ich durch die Altstadt. Mit Hilfe unserer Reiseleiterin entdeckte ich endlich die Kanonenkugel an der Hausecke am Stortorget. 1520 fand hier das grausame Stockholmer Blutbad statt. Christian II. von Dänemark ließ 82 führende Männer Schwedens hinrichten. Die 82 weißen Steine in dem Haus Stortorget 20 sollen eine Erinnerung an die Ereignisse sein. Die Kanonenkugel, die in der Hausecke Stortorget/Skomakergatan steckt, soll 1521 ihr Ziel, den dänischen König, verfehlt haben und seitdem dort festsitzen. Stortorget Es war Mittag geworden und ich musste unbedingt etwas essen. Ich ging ins Café Sten Sture. Das alte Gewölbe stammt angeblich schon aus dem Mittelalter. Das Angebot des dagenslunch war vielfältig, preisgünstig und lecker, kurz empfehlenswert. Zurück am Schloss war die Wachablösung voll in Gang. Es wurde viel mehr Tamtam veranstaltet als vor 5-6 Jahren. Wachablösung Unser Bus brachte uns noch einmal nach Djurgården hinüber. Der Nachmittag stand für beliebige Museumsbesuche zur freien Verfügung. Vom Vasamuseet waren es nur 10-15 Minuten bis zum ABBA-Museum. Das musste natürlich sein. Zuerst musste ich aber 20 Minuten anstehen, meine Karte und einen Audio Guide zu kaufen. Auch hier war die Zahlung nur mit Karte möglich. Auf der Eintrittskarte sind feste Einlasszeiten angegeben. So hatte ich noch ein paar Minuten für den Shop, bis ich hinein konnte. ABBA – The Museum Mit einem kurzen Film wurde ich von einer großen Leinwand und lauter Musik auf die ABBA-Welt eingestimmt. In Gamleby Folkpark erfuhr ich alles über die Vier vor ihrer ABBA-Zeit. An jeder Station konnte der Audio Guide auf einem Touch pad aktiviert werden, tolles System. Für das rote Telefon haben nur vier Personen die entsprechende Nummer. Es klingelte aber nicht. Auf einer Parkbank sitzend kann man sich vor eine Fototapete mit den vier ABBAs fotografieren. Der große internationale Durchbruch mit Waterloo wurde natürlich ausführlich erläutert. Waterloo Weiter ging es durch das Büro von Manager Stig Andersson und der Hütte auf der Schäreninsel Viggsö, wo viele Songs entstanden sind. Alles ist sehr realistisch dargestellt. Selbst ein fahrendes Segelboot in den Schären fehlt nicht. Gegenüber ist das Polar Studio, das modernste Tonstudio seiner Zeit, nachgebaut, indem das selbstspielende Klavier von Benny steht, das mit seinem jetzigen Tonstudio auf Skeppsholmen verbunden ist. Es blieb an diesem Tag aber stumm. Natürlich, es ist schließlich ein interaktives Museum, besteht die Möglichkeit in dem Studio seine eigenen ABBA-Songs aufzunehmen. Viggsö Polar Studio Auf der Bühne versuchte sich heute niemand als fünftes Mitglied der Gruppe. Keiner wollte mit ABBA singen und tanzen. Der Helikopter aus Arrival wirkte allerdings eher wie eine Attrappe, die er vielleicht auch war. In Agnetha’s Küche spielt „slipping through my fingers“. Das gehende kleine Mädchen winkt in das Küchenfenster zurück. Die vier Puppen aus dem letzten Video sind Geschmackssache. Dafür sind die vier Wachspuppen in Lebensgröße und im Bühnenoutfit umso besser gelungen. Es folgte für mich der absolute Höhepunkt, der goldene Raum mit vielen weltweit veröffentlichten Alben- und Singlecovern, Auszeichnungen, goldenen Schallplatten und den originalen Bühnenkostümen. Ich war hin und weg! Der goldene Raum Um die Story abzurunden, werden kurz vor dem Ausgang die Kostüme von Donna and the Dynamits aus dem Musical Mamma Mia ausgestellt. Im Kino konnte ich meine inzwischen müden Füße ausruhen. Gezeigt wurden ABBA – The Movie und Björn las aus seiner Pop-Saga, die illustrierte Geschichte von ABBA. Nach über 2 ½ Stunden verließ ich ganz geflasht das Museum. Ich würde es jeder Zeit noch einmal besuchen. Bestimmte gibt es noch viele Details zu entdecken. Ich sah mich noch etwas auf Djurgården um. Im Circus wurde schon für die Vorstellung von „Kristina från Duvemåla“, auch einem ABBA-Musical, geworben, dass ab Herbst dort aufgeführt wird.

4. Tag: Uppsala

Am Vormittag fuhren wir nach Uppsala, etwa 70 Kilometer von Stockholm entfernt. 1477 wurde dort die nördlichste Universität der Welt gegründet. Christliche Herrscher hatten 1164 ihren Bischofssitz in dem attraktiven Handelsplatz eingerichtet. Berühmtheiten wie der Botaniker Carl von Linné oder Anders Celsius haben hier gelehrt. Linnés Ordnung der Pflanzenwelt hat heute noch Gültigkeit und nach Celsius messen wir die Temperaturen. Vor der mächtigen Domkyrkan empfing uns der Stadtführer. Mit ihm gingen wir ein paar Meter zu dem alten Universitätsgebäude.  Das Hauptgebäude wurde 1887 fertiggestellt. Es ist von außen schon ein imponierendes Gebäude. Die innere Pracht überraschte mich allerdings. Noch heute wird der alte Hörsaal für besondere Anlässe, wie z.B. für die Verleihung der Doktorwürde genutzt. Universitätsgebäude Uppsala Es war kalt und windig an diesem Tag. Deshalb brachte uns unser Bus auf den Schlossberg hinauf. Wir lauschten den unterhaltsamen Geschichten über diverse Schlossbewohner, währenddessen ich die Aussicht in den botanischen Garten genoss. Leider besichtigten wir weder das Schloss noch den Botanischen Garten intensiver. Botanischer Garten Uppsala  Den Linné Trädgården wurde 1655 angelegt. Er ist damit Schwedens ältester botanischer Garten. Ich hatte ihn mir echt größer vorgestellt. Alles wirkt recht übersichtlich, trotz dessen hier 1300 Pflanzen zu sehen sein sollen. Linné trädgården Anschließend wartete der Höhepunkt in Uppsala, die Universitätsbibliothek Carolina rediviva. Sie ist die älteste und größte Bibliothek Skandinaviens. Wichtigste Ausstellungsstücke sind die berühmte Silberbibel aus dem Jahr 520 und die Carta Marina. Zu bewundern gab es aber auch ein Teil der Originalnoten von Mozarts Zauberflöte und ein Werk von Kopernikus, „Atlantica“. Angeblich wird darin bewiesen, dass Schweden das legendäre Atlantis ist. Fotografieren ist in dem Gebäude leider strengstens untersagt. Unsere Stadtführung endet und es war Zeit für ein Mittagessen in der Saluhallen. Anschließend blieb noch gut Zeit um Uppsala auf eigene Faust zu erkunden. Auffällig waren die vielen Runensteine aus der Wikingerzeit und die vielen kleinen Parks. Ich ging noch einmal zum Universitätsgebäude zurück. In dem alten Hörsaal und in der Halle war ich, nachdem die letzten Besucher gegangen waren, allein. Die Dreifaltigkeitskirche sollte lt. Reiseführer ebenfalls sehenswert sein. Sie war wegen Renovierung aber geschlossen. So hatte ich Zeit die Domkyrkan, die größte Kathedrale des Nordens, ausführlich zu erkunden. Domkyrkan Uppsala Der Dom ist 118 m hoch und auch 118 m lang. Bis ins 18. Jahrhundert schworen Schwedens Könige hier ihren Eid. Im Dom sind viele berühmte Schweden begraben, darunter der heilige Erik, der offiziell niemals heiliggesprochen wurde, Gustav Vasa und Carl von Linné. Unser Bus brachte uns zurück in Stockholms Innenstadt. Ich stieg am Nybrokajen aus und ging auf die Skeppsholmenbron. Schließlich benötigte ich noch Fotos vom Schloss mit der goldenen Krone. Stadtschloss Ein letztes Mal auf dieser Reise lies ich mich durch die Gassen von Gamla Stan treiben. In die Tyskakyrkan kam ich nicht mehr hinein. Sie war schon geschlossen. Dafür entdeckte ich den Runenstein, der in eine Hauswand verbaut ist. Zurück im Hotel packte ich nach dem Abendessen meinen Koffer. Wir verließen am nächsten Tag Stockholm, um ein Hotel in Nyköping zu beziehen.

5. Tag: Drottningholm

Der einzige Programmpunkt für heute war Schloss Drottningholm auf der Insel Lovön im Mälaren. Schloss Drottningholm  Vom Hotel in Alvik waren es nur 15 Minuten Fahrzeit. Leider standen dunkle Wolken am Himmel. Schloss Drottningholm wurde hauptsächlich von zwei Königinnen geprägt, Luise Ulrika und Hedwig Eleonore.  Heute bewohnt das Königspaar einen Seitenflügel. Auf uns wartet eine einstündige Führung durch die offiziellen Räume. Das Paradeschlafzimmer war ursprünglich das Audienzzimmer von Königin Hedwig Eleonore. Einer der sehenswertesten Räume im Schloss ist sicherlich die Luise Ulrika Bibliothek. Luise Ulrika ließ einige von Hedwig Eleonore im Barockstil eingerichtete Räume in den Rokoko-Stil umbauen. Außerdem war Luise Ulrika eine große Sammlerin. Aus ihrer Leidenschaft gingen die Exponate des heutigen Nationalmuseums hervor. Paradeschlafzimmer Luise Ulrika Bibliothek In dem prachtvollen Treppenhaus ging es eine Etage höher. Der riesige und aufwendig dekorierte Generalsalen wird von Deckengemälden dominiert. Es wird bei Feierlichkeiten als Tanzsaal genutzt. Königliche Dinner werden hingegen im Riksalen serviert. Tanzen ist dort auf dem wertvollen Paketboden nicht mehr erlaubt. Durch den goldenen Salon verließ ich das Schloss. Die Zeit war wie im Flug vergangen. Durch den riesigen Schlosspark ging ich zum Kina slott. Für die Innenbesichtigung handelten wir einen Gruppensonderpreis aus. Das Geld hätte ich mir sparen können. China ist eben nicht meine Welt. Kina slott In einem Nebengebäude ist das berühmte Schlosstheater von Drottningholm. Während einer 30-minütigen Führung erfuhren wir einige Kuriositäten. Nicht in dem Theater ist echt. Alles ist aus Holz erbaut. Die Wände sind nur bemalt. Die Sitzbänke sind äußerst unbequem. Auf der 10 m breiten und 20 m tiefen Bühne war gerade die Kulisse für Figaros Hochzeit aufgebaut. Die Proben liefen. Theater Drottningholm  Nach der Mittagspause mit einer Portion Köttbullar strahlte der Himmel tatsächlich blau. Ich ging noch einmal zurück in den Park. Auf dem Rückweg entdeckte ich die Schlosskirche. Sie war geöffnet. Innen wirkte die kleine, fast runde Kirche gemütlich. Drottningholm slott Von Drottningholm fuhren wir direkt zu unserem neuen Hotel in Nyköping. Das war viel kleiner. Dort bezog ich kein gemütliches Dachzimmer. Nach einer kurzen Pause machte ich mich auf in die Fußgängerzone. Die war allerdings wie ausgestorben. Am Samstagnachmittag waren alle Geschäfte geschlossen. In der Nähe des Hotels auf der Östra Skeppbron waren die Butiken und Galerien geöffnet, die Lokale waren gut besucht. Mir gefiel es hier. Nyköping 6. Tag: Trosa – Mariefred Trosa ist eine idyllische Kleinstadt. An diesem Sonntagmorgen empfing sie uns verschlafen. Vielleicht waren daran auch die dunklen Wolken am Himmel schuld. Die Häuser reihen sich rechts und links am Trosaån auf. Bekannt geworden ist sie durch die Inga-Lindström-Filme. Einige Szenen wurden hier gedreht. Nach nur wenigen Schritten erkannte ich schon das Strand Café, die Villabron und natürlich das Trosa Café. Der Torget war wie ausgestorben. Der Bokhandeln noch geschlossen. Trosa Café Rådstugan Ich ging am Fluss entlang bis zur Stadskyrkan. Die Stadtkirche ist das älteste, erhaltene Gebäude in Trosa. Der hölzerne Kirchturm wurde neben der Kirche auf einem Granitfelsen errichtet. Der Gröna torget hätte zu einer Pause eingeladen, aber leider nur bei Sonne. Er liegt an der Punschgränd. Hier befand sie die Trosa Sprituosaaktiebolag, die die speziellen Trosapunschsorten herstellt. Bekannt in Trosa ist auch Antons Krog. Heute ist in dem Gebäude, dessen Trum früher auf dem alten Rathaus am Markt stand, ein Restaurant. Früher waren dort die örtliche Polizei und die Feuerwehr untergebracht. Gröna Torget  Antons Krog Nach Trosa wartete Mariefred auf uns. Berühmt ist Mariefred durch den Roman „Schloss Gripsholm“ von Kurt Tucholsky geworden. Das auf einer Mälareninsel gelegene Schloss ist eines der bekanntesten Bauwerke Schwedens. Schloss Gripsholm Auf die Schlossbesichtigung verzichtete ich dieses Mal. Stattdessen ging ich zum alten Bahnhof. Mit der Schmalspurbahn kann man im Sommer nach Läggesta fahren. In dem alten Bahnhofgebäude, in dem weiterhin die Fahrkarten verkauft werden, ist wie ein kleines Museum eingerichtet. Es gab einige Kuriositäten zu entdecken. Ich landete zur Mittagszeit auf der Terrasse des Vårdshus, dem ältesten Gasthaus Schwedens, saß in der Sonne und genoss den Blick auf das Schloss. So schön kann Urlaub sein. Bahnhof Mariefred Letzter Programmpunkt war der Halt am Wildpark Östra Malma. Es waren hier sehr sehr wenige Leute unterwegs. Ich verzichtete ebenfalls auf den Besuch im Wildparkgehege. Auf diesen Besichtigungspunkt hätte gern verzichten können. Es ist aber auf jeder Rundreise so, dass es Programmpunkte gibt, auf die ich gern verzichtet hätte.

7. Tag: Gamla Linköping – Vadstena

Linköping ist mit 140 000 Einwohnern immerhin die fünftgrößte Stadt Schwedens. Auf den Weg nach Gamla Linköping hielten wir für einen kurzen Besuch am Dom aus dem 15. Jahrhundert. Die Attraktion der Stadt ist aber sicherlich Gamla Linköping. In dem Freilichtmuseum scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. In den historischen roten Holzhäusern sind zahlreiche Geschäfte, Museen sowie eine Schule und eine Kirche zu entdecken. Ich begann meine Besichtigungstour auf dem Kryddbodtorget. Zahlreiche sehenswerte Museen liegen am Platz, das Bankmuseum, das Postmuseum und das Polizeimuseum sowie zahlreiche sehenswerte Geschäfte. Das vielfältige Angebot im Handelsboden erstaunte mich. Es gab einfach alles. Kryddbodtorget Handelsboden Im Östgötabankensmuseet ist das Kontor originalgetreu eingerichtet. In ihrem Wohnhaus pflegten die von Lingens einen eleganten Lebensstil. Das Schulmuseum hat ganze vier Klassenzimmer aus verschiedenen Zeiten. Etwas abseits ist das Apothekenmuseum. Das elegante Innere gefällt mir besonders. Die Villa Lugnet war bis in die 1960er-Jahre noch bewohnt worden. Das merkte ich. Alles war noch so lebendig. Zu Gamla Linköping gehört auch ein für Schweden so typischer Folkspark, in denen im Sommer Veranstaltungen stattfinden. Zurück auf dem Torget spielten dort zwei Spelmannen auf. Villa Lugnet Spelmannen Das Freilichtmuseum Gamla Linköping hat mir sehr gut gefallen. Von Linköping waren es nur 15 Minuten bis zum Göta Kanal und der Schleusentreppe von Berg. Über eine Stunde sah ich zu, wie die Boote Schleuse für Schleuse passierten. Für mich immer wieder ein Erlebnis. Ich könnte stundenlang zusehen. Die Uhren gehen hier einfach langsamer. Viel zu schnell war die Zeit um. Göta Kanal – Schleusentreppe von Berg Auf dem Weg nach Vadstena erstrahlten die Felder von Östgötaland im perfekten Licht. Vadstena, die Stadt am Vättern, ist bekannt durch die heilige Birgitta. Sie hatte im 14. Jahrhundert die Vision in Vadstena ein Kloster zu errichten. Ihre Offenbarungen wurden ursprünglich in lateinischer Sprache niedergeschrieben. Sie übersetzte sie selbst ins schwedische und gilt dadurch auch als erste schwedischsprachige Schriftstellerin. Die Blå kyrkan, die Klosterkirche, beherbergt die Reliquien der heiligen Birgitta. Das Kloster wurde mit der Reformation Gustav Vasas eingezogen und später aufgelöst. Blå kyrkan  Von der Klosterkyrkan führt die Strandpromenade am Vättern entlang zum Vadstena slott. Bei perfektem Wetter war dies eine totale Erholung, die Ruhe, die Sonne und der Vättern. am Vätternsee Das Schloss wurde Mitte des 16. Jahrhunderts unter Gustav Vasa errichtet und ist damit ein typisches Vasa-Schloss. Seine Lage in Vadstena fand ich einmalig. Direkt am Vätternsee. Die Boote ankerten direkt vor dem Schloss. Am Schlossgraben wurde geangelt. Die Boote und Angler verliehen dem Schloss einen besonderen Charme. Vadstena slott  Leider endete hier einer der schönsten und beeindruckendsten Tage der Reise. Gleichzeitig war es der längste Tag.

8. Tag: Söderköping – Schären

Die Tage sind wie im Flug vergangen. Schon heute war der letzte Ausflugstag. Söderköping stand auf dem Programm. Die Kleinstadt wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts von Lübecker Kaufleuten gegründet. Der Göta Kanal mündet hier in die Ostsee. In der Touristeninformation versorgte ich mich mit einem Stadtplan und zog los. Ein Stück lief ich am Störån entlang, bis ich zum Göta Kanal abbog. Mit vielen anderen sah ich an diesem Morgen den Booten beim schleusen zu. Söderköping Der Hagatorget sowie den Rådhustorget fand ich, ehrlich gesagt, etwas langweilig. Ich beschloss zur Drothem kyrkan zu gehen. Den Weg säumten viele kleine Schwedenhäuser, wie sie Söderköping versprach. In vielen Hofeinfahrten fand ein Loppis, ein privater Flohmarkt, statt. Alle waren zu meinem Erstaunen sehr gut besucht. Loppis  Nur ein paar Schritte entfernt stand die St. Laurentikyrkan. Das Sehenswerteste war der hölzerne Glockenturm. Auf dem zurück zum Bus deckte sich fast die gesamte Gruppe in einem ICA-Supermarkt für den Tag ein. Wir wollten den Tag nämlich in den Schären verbringen. Dort gab es sich so viele Möglichkeiten zu essen. Von Söderköping fuhren wir ca. 15 km bis zur Schlossruine von Stegeborg. Dort gab es nicht ganz so viel zu sehen. Ich schaute mir lieber die typisch schwedische Fähre und die Boote im Hafen an. Wir setzen mit der Fähre über. Die Straße wurde immer enger und kurviger. Zum Schluss war sie nur noch eine Schotterpiste. Auf ihr erreichten wir Arkösund im westlichen Schärengarten. Im Gänsemarsch liefen wir auf einem hölzernen Steg am Wasser entlang. Wir befanden uns tatsächlich ein einer traumhaften Schärenlandschaft. Nur kam diese bei tiefhängenden Wolken leider nicht zur Geltung. Die Sonne hatte sich heute den ganzen Tag noch nicht blicken lassen und nun fing es tatsächlich an zu regnen. Es sollte bis zum Abend nicht wieder aufhören. Westlicher Schärengarten Zeitlich fuhren wir zurück nach Nyköping ins Hotel. Schließlich war morgen Abreisetag. Der Koffer musste noch gepackt werden und der Tag sollte sehr früh beginnen.

9. Tag: Abreise

Bereits sehr früh um 3:15 Uhr klingelte der Wecker. Um 4:30 Uhr waren die Koffer verladen. In der Hotelhalle stand ein Kaffee to go bereit und ein Frühstückspaket bereit. Der starke Kaffee so früh weckte die Lebensgeister. Als wir abfuhren, ging die Sonne am Horizont rot auf. Bis zum Årlanda Flughafen benötigten wir 1 ½ Stunden. Bei Stockholm ließen sich von der Autobahn ein paar markante Punkte, wie der Globen und das Stadhus erkennen. Ich hatte bereits eingecheckt, aber das Gate für den Germanwings-Flug nach Düsseldorf wurde immer noch nicht angezeigt. Trotzdem passierte ich schon mal die Sicherheitskontrolle. Erst eine Stunde vor dem Abflug wurde das Gate bekannt gegeben. Nach nur 10 Minuten waren alle Passagiere an Bord. Durch einen geschickten Platztausch saß ich allein in einer 3er-Reihe und hatte so meinen gewünschten Fensterplatz. Der nützte mir nur nichts. Dicke Wolken verdeckten den Blick auf Stockholm und die Landschaft. Nach 1:50 Stunden landeten wir in Düsseldorf. Die paar Koffer waren schnell ausgeladen und ich machte mich auf den Weg zum Bahnhof. Der ICE, für den ich eine Sitzplatzreservierung hatte, fiel natürlich aus. So zockelte ich mit einem Regionalexpress zurück. Es war die schönste Schwedenreise, die ich bisher gemacht hatte. Die Tage ich Stockholm ließen viel Freiraum für individuelle Unternehmungen. Dass nur ein Mal das Hotel gewechselt wurde, entspannte die gesamte Reise. Die Fahrstrecken zu den interessanten Sehenswürdigkeiten waren nie sehr lang. Ich kann diese Tour nur empfehlen. Natürlich war dies nicht meine letzte Schweden- bzw. Skandinavienreise. Mein Wunschzettel hat noch einiges zu bieten. Mal sehen, wohin es mich das nächste Mal verschlägt.
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Foto-CD: Stockholm & Countryside

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Die Vorstellung ist wundervoll, aber noch wundervoller ist das Erlebnis! (Oskar Wilde)
Silke Wolff
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