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Trier

© Text und Photos: Silke Wolff Trier ist die älteste Stadt Deutschland, gegründet 17 v. Chr..  Der Name geht zurück auf den keltischen Stamm der Treverer. Der antike Stadtname Augusta Treverorum (= Augustusstadt der Treverer) deutet auf eine Gründung durch den Kaiser Augustus hin. Im 4. Jahrhundert residierte Konstantin der Große in Treveris, so der spätantike Name. Zur Römerzeit war sie Regierungssitz des weströmischen Reiches. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Römerbauten, die heute zum UNESCO Weltkulturerbe gehören. Im Mittelalter trug Trier den Beinamen die heilige Stadt. Sie beherbergte zahlreiche Kirche, Klöster und Stifte. 300 Jahre stritten die Erzbischöfe und die Bürger um die Stadtherrschaft. In jeder Ecke der Stadt stößt man auf Zeugen dieser Vergangenheit. So musste auch ich mir am 13.04.2015 Zeit nehmen, die Zeuge der Vergangenheit zu besichtigen. Porta Nigra Ich wohnte im Park Plaza Hotel direkt an der Fußgängerzone. Vom ersten Moment fühlte ich mich dort wohl. Die Eingangshalle mit römischen Mosaiken wirkt elegant. Die Zimmer sind groß und gemütlich eingerichtet. Zum ersten Mal wurde mir beim Einchecken an der Rezeption schon ein Stadtplan angeboten. Das tägliche Frühstücksbuffet lässt keinen Wunsch offen. Es ging während meines Aufenthalts ruhig und entspannt zu. Das Personal war sehr aufmerksam und zuvorkommend. Ich machte mich nach einer kurzen Pause auf, die Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Nach ein paar Schritten stand ich auf dem Hauptmarkt. Mit dem Erlangen der Marktrechte wurde der Hauptmarkt 958 Zentrum des mittelalterlichen Triers. Hauptmarkt Sehenswerte Gebäude rund um den Hauptmarkt sind sicherlich die Steipe und das Rote Haus. Die Steipe war das Repräsentationshaus für den Stadtrat. Das Rote Haus gehörte einem Bäckermeister. Rotes Haus - Steipe Erzbischof Heinrich ließ 958 das Marktkreuz errichten. Nach einem Normannensturm wurde 882 der Marktplatz von der Mosel auf den jetzigen Hauptmarkt verlegt. 1595 ließ der Erzbischof den Marktbrunnen errichten. Heute befinden sich nur noch Nachbildungen auf dem Hauptmarkt. Die Originale befinden sich im Stadtmuseum Simeonstift. Marktkreuz Marktbrunnen Die Löwen-Apotheke ist die älteste Apotheke. Die sog. Judenpforte führt in das alte Viertel der Juden. Wie in vielen Städten lebten die Juden auch hier in einem Getto. Sie wurden schon im 14. Jahrhundert  vertrieben. Seitdem hatten sie kein eigenes Viertel mehr. Insgesamt 6 Straßen gehen vom Hauptmarkt ab. Eine davon ist die Simeonstrasse, an deren Ende das Wahrzeichen Trierers thront, die Porta Nigra. Es waren nur ein paar Meter, da stand ich vor der farbeprächtigen Fassade des Dreikönigshauses. Ursprünglich wurde es 1230 als Wohnturm erbaut. Den Namen hat es von einem Gemälde, das einmal in diesem Haus zu finden war. Dreikönigshaus Dann stand ich vor dem Wahrzeichen der Stadt, der Porta Nigra. Das römische Stadttor ist das am besten Erhaltende nördlich der Alpen. Erbaut wurde es ca. 180 n. Chr. Verbunden wurden die schweren Steinquader mit Eisenklammern. Einige sind heute nicht sichtbar. Die Porta Nigra blieb nur erhalten, weil im Mittelalter der griechische Mönch Simeon sich im Ostturm einmauern ließ. Er wurde 1035 im Erdgeschoss bestattet und heiliggesprochen. Der damalige Erzbischof ließ ihm zu Ehren zwei übereinanderliegende Kirchen einbauen. Die Kirchen wurden erst auf Befehl Napoleons abgetragen. Im Mittelalter erhielt das römische Stadttor den Namen Schwarzes Tor. Ein Zenturio führte uns aktiv durch die bewegte Geschichte der Stadt und der Porta Nigra. Ich war begeistert. Porta Nigra Zurück auf dem Hauptmarkt bog ich zum Dom ab. Im Mittelalter befand sich um den Dom ein durch eine Mauer begrenzter Bezirk. Heute wird der Domfreihof von dem Palais Walderdorff von der Innenstadt abgegrenzt. In dem Gebäudekomplex, indem heute städtische Einrichtungen untergebracht. Der Turm Jerusalem ist das älteste Gebäude errichtet wurde er als Wohn- und Wehrturm im 11. Jahrhundert. Palais Walderdorff Turm Jerusalem Der Trierer Dom ist die älteste Bischofskirche Deutschlands. Erbaut ist sie auf einer römischen Palastanlage. Die kostbarste Reliquie ist die Tunika Christi, der Heilige Rock. Der Überlieferung nach brachte die Mutter Konstantins, die Heilige Helena, ihn von einer Pilgerreise mit nach Trier. Sie soll ihr Haus auch dem damaligen Bischof für den Bau einer Bischofskirche geschenkt haben.  Mit hat besonders der Kreuzgang gefallen. Trierer Dom Kreuzgang Direkt neben dem Dom steht die Liebfrauenkirche, die frühste gotische Kirche Deutschlands. Auffällig ist ihr kreuzförmiger Grundriss. Mir gefiel das helle und freundliche Innere dieser Kirche viel besser als der Dom. Dom und Liebfrauenkirche Mein Weg führte mich weiter, am Palais Kesselstadt, einem typischen Stadtpalais vorbei zur Konstantin-Basilika. Die Basilika war der Thronsaal Kaiser Konstantins und ist der größte erhaltene Bau aus der Römerzeit. Mit der Größe sollte die Größe und Macht des Kaisers ausgedrückt werden. Die Basilika misst eine Breite von 27.2 m und eine Länge von 67 m und ist 33 m hoch. Auch mich beeindruckte die enorme Größe der Halle. Konstantin-Basilika Direkt an der Konstantin-Basilika befindet sich das Kurfürstliche Palais. Es gilt als einer der schönsten Rokoko-Paläste der Welt. Leider ist das Gebäude nicht öffentlich zugänglich um die Pracht des fürstlichen Treppenhauses zu bestaunen. Dafür entschädigt der schöne Palastgarten. Im April blühten die Kirschbäume in voller Pracht. Ich empfand den Garten als kleine grüne Oase in der Stadt und genoss dort die Ruhe und die Sonne. Kurfürstliches Palais Durch den kurfürstlichen Garten ging ich zu den Kaiserthermen. Sie liegen am anderen Ende. Die Kaiserthermen sind einer der drei römischen Badeanlagen und zählen zu den größten Badeanlagen des Reiches. Wie viele römische Bauten wurden auch die Kaisertherme als Steinbruch genutzt. Ein Teil der Therme diente im Mittelalter als Stadtmauer. Kaisertherme Der Viehmarkt hat eine bewegende Geschichte. Die Römer errichteten auch hier eine große Badeanlage. Grabsteine gaben den Hinweis, dass sich hier später ein jüdischer Friedhof befunden hat. Später wurde auf dem Platz ein Klostergarten des Kapuzinerklosters angelegt. Nach der Auflösung des Klosters wurde der Viehmarkt Marktplatz. Als ich auf dem Viehmarkt kam, fand dort gerade eine Veranstaltung statt. So ging ich weiter zum Karl-Marx-Haus. In seinem Geburtshaus ist heute das einzige Karl-Marx-Museum Deutschlands untergebracht. Karl-Marx-Haus Für mich ging es von dort zurück ins Hotel. Nach einer Pause machte ich mich am Abend auf zur Mosel. Direkt am Ufer stehen zwei technische Denkmäler, die Moselkranen. Sie sind Überbleibsel des regen Handels auf dem Fluss. Die Kräne haben ein drehbares Dach. Im Innern bewegten riesige Laufräder den Kran. Moselkranen Als Teil ihres Fernstraßensystems erbauten die Römer bereits 17 v. Chr. eine Holzbrücke über die Mosel. Die Brücke, inzwischen die Dritte, ist die älteste römische Brücke nördlich der Alpen. Moselbrücke Die Moselbrücke war mein letzter Programmpunkt in Trier. Natürlich gibt es in der Stadt noch vieles mehr zu entdecken. Wie so oft reicht bei mir die Zeit nicht. Auf jeden Fall habe ich mich in der Stadt sofort wohlgefühlt. Hier schien die Welt noch in Ordnung zu sein. Vielleicht ergibt sich einmal die Möglichkeit, wiederzukommen.
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Die Vorstellung ist wundervoll, aber noch wundervoller ist das Erlebnis! (Oskar Wilde)
Silke Wolff
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